Feuer in Brüser Berg Ermittlungen zur Brandursache laufen noch

Brüser Berg · Nach dem Wohnungsbrand in Brüser Berg musste ein Teil der Bewohner in eine städtische Unterkunft. Alle 14 Wohnungen sind nicht mehr nutzbar. Was jedoch das Feuer auslöste, danach fahndet die Kriminalpolizei noch.

 Unangenehmer Brandgeruch liegt über der Wohnanlage auf dem Brüser Berg. Ausgebrochen ist das Feuer im Erdgeschoss.

Unangenehmer Brandgeruch liegt über der Wohnanlage auf dem Brüser Berg. Ausgebrochen ist das Feuer im Erdgeschoss.

Foto: Jutta Specht

Die Habseligkeiten in einen Einkaufswagen gestopft, das Baby auf dem Arm, so sei eine Frau aus dem Haus gerannt, berichtet eine Augenzeugin. Viel Zeit blieb den Bewohnern eines Mehrfamilienhauses an der Borsigallee nicht, um sich in Sicherheit zu bringen. Laut Protokoll der Bonner Feuerwehr war der erste Feueralarm am vergangenen Sonntagmorgen um 4.52 eingegangen. Die meisten der 23 Bewohner in dem Mehrfamilienhaus wurden vom Alarm und den Sirenen vermutlich im Schlaf überrascht. Wie sich herausstellte, brannte eine Wohnung im Hochparterre. Alle konnten sich durch das Treppenhaus oder eine von der Feuerwehr aufgestellte Drehleiter ins Freie retten. Allerdings erlitten laut Polizei acht Menschen eine Rauchvergiftung und wurden ins Krankenhaus gebracht. Ein Bewohner habe nach dem Schreck über Kreislaufprobleme geklagt.

Wie viele Menschen sich in der brennenden Wohnung aufhielten, kann Feuerwehrsprecher Martin Haselbauer im Nachhinein nicht sagen. Um diese Uhrzeit in den frühen Morgenstunden käme es häufiger zu Feueralarm, weil Bewohner im Tiefschlaf die ersten Anzeichen erst gar nicht registrieren würden. Das sei ein Grund, warum Rauchmelder in allen Zimmern gesetzlich verpflichtend sind. Ein denkbares Szenario kann beispielsweise eine brennende Kerze sein, die beim Zubettgehen vergessen und nicht gelöscht wurde. Die Brandermittler haben die Wohnung genau in Augenschein genommen. Laut Polizeisprecher Michael Beyer dauern die Untersuchungen an. Doch einen Aspekt könne man bereits ausschließen: „Es gibt keinen Hinweis auf vorsätzliche Brandstiftung“, sagt er.

Geschmolzene Fensterrahmen

Wegen der Rauchentwicklung, giftigen Dämpfen und dem durchdringenden Brandgeruch hatte die Feuerwehr das Mehrfamilienhaus evakuiert. Außerdem seien aus Sicherheitsgründen Strom und Wasser abgestellt worden. Laut Polizei werden die insgesamt 14 Wohneinheiten an diesem Mittwoch wieder freigegeben. Ob sie jedoch tatsächlich schon wieder bewohnbar seien, müsse jetzt der Eigentümer entscheiden. Das Feuer hat deutliche Spuren hinterlassen. Vor allem auf der Gartenseite ist die Fassade zum Dach hinauf schwarz. Am Brandherd im Parterre sind sogar die Fensterrahmen geschmolzen.

In der Brandnacht haben die Stadtwerke einen Linienbus für die Bewohner bereitgestellt, dort konnten sie die Hilfe von Notfallseelsorgern in Anspruch nehmen. Auch Mitarbeiter vom Amt für Soziales kamen zu Hilfe, als klar war, dass die Menschen einstweilen nicht mehr in die Wohnungen zurückkehren können und sich um eine Unterkunft kümmern mussten. Wie das Presseamt erklärt, wurden vier Betroffene unmittelbar nach dem Brand in einer städtischen Unterkunft untergebracht. Die anderen Bewohner hätten eigenständig Unterbringungsmöglichkeiten gefunden. „Wir haben um 7.45 Uhr zusammengepackt“, sagt für die Feuerwehr Sprecher Haselbauer. Beim Eintreffen am Brandort knapp drei Stunden zuvor, sei die Gefahrenlage sehr unübersichtlich gewesen. Flammen schlugen aus der rückwärtig gelegenen Wohnung. Daher habe der Einsatzleiter mehr Kräfte angefordert. Insgesamt 55 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort