Bengalisches Neujahr in Bonn Farbenfrohes Treiben und kulinarische Genüsse

Duisdorf · Festliche Sari-Gewänder, südasiatische Delikatessen und Frühlingsblumen: Am Sonntag verwandelte sich die Toni-Mai-Halle in Duisdorf in einen lebhaften Schauplatz bengalischer Tradition. Was den Bangladeschis das traditionelle Neujahrsfest „Baisakhi Mela“ bedeutet.

Zum Neujahrsfest „Baisakhi Mela“ versammelte sich die Community aus Bonn und der Region.

Zum Neujahrsfest „Baisakhi Mela“ versammelte sich die Community aus Bonn und der Region.

Foto: Abir Kassis

Festliche Sari-Gewänder, südasiatische Delikatessen und Frühlingsblumen: Am Sonntag verwandelte sich die Toni-Mai-Halle in Duisdorf in einen lebhaften Schauplatz bengalischer Tradition, denn am 14. April begingen Bangladeschis das traditionelle Neujahrsfest, „Baisakhi Mela“. Zu diesem Anlass versammelte sich die Community aus Bonn und der Region, um gemeinsam zu feiern, zu tanzen und ihre vielfältigen Traditionen zu pflegen. Frauen und Mädchen hatten sich für diesen besonderen Tag herausgeputzt und trugen edle Gewänder und ihren schönsten Schmuck. Männer und Jungen präsentierten sich in eleganten Hemden und Hosen. Organisiert wurde das Fest von Familie Talukder aus Beuel, die sich seit Jahrzehnten für die bengalische Gemeinde in Bonn engagiert.

Zuckerfest und bengalisches Neujahr

„Zuckerfest und bengalisches Neujahr fallen in diesem Jahr zusammen, also haben wir einen doppelten Grund zum Feiern“, erzählte Tamanna Talukder strahlend. Mit ihrem Ehemann hat sie weder Kosten noch Mühen gescheut, um die Toni-Mai-Halle kunstvoll in Szene zu setzen. Bunte Stoffe, bengalische Kunsthandwerke und duftende Blumenarrangements schmückten die Turnhalle festlich. Die Gäste wurden mit herzlichen, traditionellen bengalischen Begrüßungsritualen empfangen. „Frauen und Mädchen kriegen heute Blumenarmreifen, als Symbol für diesen fröhlichen Anlass“, erzählte Talukder.

„Uns war es wichtig, dass auch die Kinder heute etwas Schönes erleben und die Feier genießen können“, betonte ihr Ehemann Juboraj. Um auch den jüngsten Gästen ein unvergessliches Fest zu bescheren, ließ der Beueler Geschäftsmann eine große Hüpfburg und eine Zuckerwatte-Maschine in der Turnhalle aufbauen.

Die Eröffnungszeremonie wurde von traditioneller bengalischer Musik begleitet und markierte den Beginn des festlichen Buffets. Ein verlockender Duft von Gewürzen und exotischen Speisen erfüllte die Luft. Am reichhaltigen Buffet konnten die Gäste die Vielfalt der bengalischen Küche erleben: duftende Currys, würzige Samosas und knusprige Pakoras warteten darauf, probiert zu werden. „Traditionell servieren wir bei unserem Neujahrsfest Fisch“, erklärte Tamanna. Zum Abschluss gab es eine Auswahl an köstlichen bengalischen Süßspeisen.

Die Höhepunkte der Veranstaltung waren traditionelle bengalische Tänze und Gedichte, aufgeführt vom talentierten Nachwuchs. „Früher habe ich selbst gerne solche Tänze aufgeführt“, erzählte Fiona, eine der Töchter des Ehepaars. Für sie ist die Zeremonie ein Stück Heimat, das sie, obwohl in Deutschland geboren und aufgewachsen, nicht missen möchte.

„Es bereitet uns Freude, dass so viele Menschen aus unserem Kulturkreis zu diesem Anlass zusammenkommen“, sagte Juboraj Talukder. Für ihn ist das Fest eine Mischung aus religiöser Feier und Tradition, die er auch seinen Kindern nahebringen möchte. Auch seine Frau Tamanna legt großen Wert auf den Erhalt der Tradition und deren Weitergabe an die nächste Generation. "Es ist uns wichtig, dass alle zusammen feiern können und dass die Kinder unsere Traditionen kennenlernen und bewahren", erklärte sie.

Eine starke Stimme der Community

Als Tamanna vor 25 Jahren nach Deutschland kam, habe es keine solche Gemeinschaft gegeben, die ihr half, sich hierzulande einzuleben. „Umso wichtiger ist es für mich, allen Menschen aus meiner Heimat, die neu nach Deutschland kommen, diese Hilfe anzubieten“, betonte Talukder. Ein besonderes Anliegen ist für sie der Einsatz für junge Frauen aus Bangladesch. Viele wüssten nicht um ihre Rechte und Perspektiven, die ihnen geboten werden, wenn sie in Deutschland ein neues Leben anfangen. „Deshalb unterstütze und ermutige ich alle Frauen dazu, die Sprache zu lernen, unabhängig zu werden und eine Ausbildung zu machen“, betonte sie. Schließlich wisse man nie, was das Leben für einen bereithalte. Für Hilfesuchende steht sie ihnen mit Rat und Tat zur Seite und ihre Tür immer offen, verspricht die Mutter von fünf Töchtern.

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