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Vom Knipsen zum Fotografieren: Fotokalender mit Motiven vom Brüser Berg

Vom Knipsen zum Fotografieren : Fotokalender mit Motiven vom Brüser Berg

Hobbyfotografinnen und -fotografen waren im Alleingang auf dem Brüser Berg unterwegs, um nach guten Motiven zu suchen. Die Ergebnisse dieser herbstlichen Fotospaziergänge sollen in einem Fotokalender veröffentlicht werden.

Der in Kürze wieder stattfindende Fotospaziergang mit Anne Hensgen von der Initiative Stadtteilkultur widerspricht der Annahme, dass bereits alle bekannten und verborgenen Ecken und Winkel auf dem Brüser Berg entdeckt und mit der Kamera festgehalten wurden. Durch diese künstlerischen Aktionen sind schon Fotokalender und regelmäßige Ausstellungen im Nachbarschaftszentrum (NBB) entstanden.

Noch vor wenigen Wochen war coronabedingt eine Ausstellung in der Fußgängerzone der Borsigallee zum Thema „Unsere Heimat – der Brüser Berg“ zu sehen. Die gezeigten Fotografien waren erstmals das Ergebnis von Alleingängen der Brüser Berger Hobbyfotografinnen und -fotografen. Der Covid-19-Virus ließ zuletzt den – in der Regel vier Mal im Jahr stattfindenden – gemeinsamen Fotospaziergang nicht zu. So hatte sich ein „harter Kern“ der Stadtteilkultur alleine oder zu zweit auf den Weg gemacht. Bilder und Motiv­ideen haben die Fotografen danach über das Internet ausgetauscht und besprochen.

„So viele positive Rückmeldungen und interessierte Betrachter haben wir noch bei keiner Ausstellung im NBB bekommen“, freut sich Hensgen. Zu Beginn habe es zwar einigen Vandalismus gegeben, der jedoch durch aufmerksame Mitbürger nicht zur Zerstörung der Ausstellung geführt habe. Noch für dieses Jahr hat die Initiative mit dem NBB noch einen neuen Fotokalender mit einem Brüser-Berg-Heimatthema geplant. Wer dazu noch Bilder aus den Anfängen des Brüser Bergs hat, möchte sich gerne bei Anne Hensgen melden (anne.hensgen@gmx.de oder ☎ 0228/255539).

Auch Besuche im Kölner Zoo gehören zu den Exkursionen der Fotospaziergänge. Foto: Hartmut Schünke

Mitte Oktober macht sich Hensgen in Zusammenarbeit mit dem NBB wieder zu einer Fotopirsch in der Gruppe auf. Abseits aller Technik sei für sie das Thema der immer wieder aufs Neue spannenden Fotospaziergänge, das Sehen zu lernen. „Manchmal sehen wir etwas Schönes gar nicht oder sind enttäuscht von dem Foto“, weiß Hensgen aus langjähriger Erfahrung. Für die Neulinge bei den Fotospaziergängen gibt die Psychologin und Künstlerin Hensgen eine kurze Einführung in die Bildgestaltung. „Wo nötig, gibt es auch Privatbetreuung während des Spaziergangs“, sagt sie. Wichtig sei ihr vor allem, dass man voneinander lerne und sich gegenseitig auf Motive aufmerksam mache. Das schule den Blick. Ein späteres gemeinsames Ansehen und Besprechen der gemachten Aufnahmen zeige dann oft noch weitere Möglichkeiten der Bildgestaltung auf.

Hensgen möchte dabei den Anfängern die Scheu nehmen, die über die „tollen Bilder der Ausstellungen“ entstanden sein könnte. Oftmals kämen erst durch Neuzugänge in der Gruppe auch neue Perspektiven zustande. So habe beispielsweise Marie-Luise Rathje die Fotogruppe zum Schrottplatz des Vereins für Gefährdetenhilfe (VfG) geführt und dort auf Anhieb ausstellungsreife Fotos geschossen. „Bisher hat noch jeder Neuling mindestens ein Bild in unsere Ausstellung gebracht“, so die Kursleiterin. Häufig seien es schon kleine Hinweise auf mögliche Motive, um vom Knipsen zum Fotografieren zu gelangen.

Der nächste Fotospaziergang findet am Freitag, 16. Oktober, von 10 bis 15 Uhr statt. Die Kursgebühr sind fünf Euro. Anmeldung beim Nachbarschaftszentrum (NBB), Fahrenheitstr. 49, ☎ 0228/298096.