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Sportplatzgebäude wartet auf Fertigstellung: Für den SV Buschdorf nimmt das Warten kein Ende

Sportplatzgebäude wartet auf Fertigstellung : Für den SV Buschdorf nimmt das Warten kein Ende

Das neue Vereinsheim des SV Buschdorf ist fertig. Der Verein kann es aber noch nicht nutzen, weil Anschlüsse für Strom und Wasser fehlen. Auch die neuen Umkleiden und Duschen stehen nicht zur Verfügung. „Das ist sehr deprimierend“, sagt der Vorsitzende des Vereins.

Das Vereinsheim des SV Buschdorf sollte schon längst fertig sein. Im Juli des vergangenen Jahres erfolgte der Spatenstich. Mit dem Beginn der Bauarbeiten am Georg-Elser-Weg konnten der Verein erst mal aufatmen. Der Plan sah vor, dass die Sportler Anfang dieses Jahres in ihr neues Vereinsheim einziehen können. Das hat nicht geklappt. Und nun wird das Projekt auch noch teurer. Dass es länger dauerte, dafür habe Corona gesorgt, sagt der Vorsitzende des Vereins Waldemar Kossak.

Nun sei das Vereinsheim aber fast fertig. Ein paar Kleinigkeiten müssten noch gemacht werden, dann könne der Verein einziehen. Allerdings würden sie immer noch darauf warten, dass das neue Gebäude an Strom, Gas und Wasser angeschlossen wird. Einen entsprechenden Auftrag habe das Sport- und Bäderamt erteilt. Passiert ist bisher: nichts.

Verein musste schon einige Schicksalsschläge verkraften

Viel Durchhaltevermögen musste der Verein schon vor dem Neubau des Vereinsheims beweisen. Gleich dreimal wurde es in Brand gesteckt. Nach diesen Schicksalsschlägen in den Jahren 2011 und 2012 mussten die Sportler mit einem Provisorium auskommen. Das bestand aus einem Container mit Toiletten und gerade einmal zwei Duschen, die sich die über 200 aktiven Sportler teilen mussten. Im April 2019 hatte die Bezirksvertretung Bonn dann den Beschluss zum Neubau des Sportplatzgebäudes gefasst.

In dem Gebäude befinden sich die Umkleiden für die Mannschaften und die Schiedsrichter, inklusive zwei Duschanlagen und Toiletten. Zudem gibt es einen Raum, in dem der Verein das Material für das Training lagern kann.

Baukosten sind weiter gestiegen

Kürzlich meldete die Stadt: „Sportplatzgebäude Buschdorf wird teurer“. In der Pressemitteilung hieß es, Grund sei der allgemeine deutliche Anstieg von Baukosten. Die Verwaltung lege deshalb den Gremien des Rates einen Antrag vor, mit dem überplanmäßige Ausgaben in Höhe von 560.000 Euro bewilligt werden sollen. Diese Summe sei notwendig, um das Umkleide- und Sanitärgebäude fertigzustellen. Zu den Arbeiten, die ausstehen, zählen „unter anderem Strom, Heizung, Lüftung, Sanitär“. Kossak sagt: „Wer weiß, ob das durch die Politik geht.“ Er geht davon aus, dass jetzt alles noch mal länger dauert. Das Presseamt ließ eine Anfrage des GA zum Projekt unbeantwortet.

Schätzungen hatten die Kosten vor Baubeginn auf 750.000 Euro beziffert. Die Verwaltung teilt mit: „Neben dem sehr stark gestiegenen Preisniveau trugen auch bauliche Änderungen im weiteren Verlauf des Planungs- und Genehmigungsprozesses zu der erheblichen Kostensteigerung (…) bei.“

Neben dem Vereinsgebäude ist auch der Kunstrasen sanierungsbedürftig

Das Gebäude ist nicht die einzige Baustelle des Vereins. Laut Kossak ist auch der Kunstrasen beschädigt. Im Bereich der Tore mussten Stellen geflickt werden, die sich jetzt wieder lösen. „Da ist die Verletzungsgefahr hoch“, sagt Kossak. Es bräuchte einen neuen Rasen. „Aber wenn sich die Kosten jetzt fast verdoppeln, woher soll das Geld kommen?“, fragt er.

Kossak würde zumindest gerne ins neue Vereinsheim einziehen. In dieser Woche beginnt die neue Saison. Der Vorsitzende würde den Ehrenamtlichen des Vereins ständig sagen, dass sie ein echtes Juwel hingestellt bekommen. Aber immer wieder müsse er sie vertrösten. „Das ist sehr deprimierend“, sagt Kossak. „Ich habe mir mittlerweile abgeschminkt, dass wir das Vereinshaus noch diese Saison nutzen können.“