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Barrierefreie Haltestelle am Rathaus Duisdorf: Für eine Bank am Wartehäuschen ist kein Platz

Barrierefreie Haltestelle am Rathaus Duisdorf : Für eine Bank am Wartehäuschen ist kein Platz

Platzprobleme beim barrierefreien Ausbau. Verwaltung prüft Klappstühle für den Halt Duisdorf Rathaus. Wartehäuschen wird aufgestellt.

Wenn der Bürgersteig zu schmal ist, bringt der barrierefreie Ausbau einer Haltestelle Konflikte mit sich. Ein Beispiel ist die Station Rathaus Hardtberg stadtauswärts. Fahrgäste können an der Straße Am Burgweiher zwar barrierefrei in den Bus steigen. Aber der Platz auf dem Gehweg ist mit nur zwei Metern, vor allem wenn sich Passanten begegnen und gerade ein Bus anfährt, gefährlich eng. Die zentrale Haltestelle ist stark frequentiert, und in der Vergangenheit stand dort eine Bank für wartende Fahrgäste. Diese Sitzgelegenheit mahnen Grüne- und SPD-Bezirksfraktion in einem Antrag an: Sie soll wieder aufgestellt werden.

Wie die Stadtwerke (SWB) auf GA-Nachfrage mitteilen, wird befindet sich an der Haltestelle derzeit eine Baustelle: Arbeiter montieren eine Wartehalle, die jedoch wegen des begrenzten Platzes ohne Seitenteile aufgestellt werden soll. Nach Auskunft von SWB-Sprecherin Veronika John soll der Unterstand ab dem 11. Dezember nutzbar sein. Die Kosten für den Aufbau beziffert sie mit etwa 8000 Euro. Eine Bank sei nicht vorgesehen. Das bestätigt auch die Verwaltung. Die mit den Arbeiten beauftragte Firma Stöer Media AG müsse zu dem dahinterliegenden Gartenzaun einen Mindestabstand einhalten. Würde eine Bank aufgestellt, wäre die gesetzlich vorgeschriebene Durchgangsbreite von 1,50 Metern nicht mehr gegeben. „Die bereits barrierefrei ausgebaute Haltestelle würde in diesem Fall gerade für alle mobilitätseingeschränkten Fahrgäste ein gravierendes Hindernis darstellen“, legt das Stadtplanungsamt dar. Allerdings kündigt die Verwaltung eine Prüfung an, ob Sitzgelegenheiten außerhalb oder Klappsitze innerhalb der Wartehalle aufgestellt werden können.

Das Programm zum barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen geht auf einen Grundsatzbeschluss des Hauptausschusses von 1995 zurück. Zugleich besteht eine gesetzliche Vorgabe aus dem Personenbeförderungsgesetz, dass alle Haltestellen im Stadtgebiet bis 2022 barrierefrei sein müssen. Grundsätzlich sollen die Haltestellen auf eine Länge von 18 Metern und eine Höhe von mindestens 18 Zentimetern über Straßenoberkante ausgebaut werden. Damit Busse besser anfahren können, werden spezielle, spurführende Bordsteine verlegt. Für Sehbehinderte ist der Steig mit einem taktilen Leitsystem versehen, damit sie beispielsweise erkennen können, wo die Bustür und wo die Straßenkante ist.

Die Liste der Haltestellen, die umgebaut werden müssen, ist noch längst nicht abgearbeitet. Für den Hardtberg schlägt die Verwaltung als nächstes die Bushaltestellen Duisdorf Altenheim am Konrad-Adenauer-Damm, stadtein- und auswärts, vor. Dort soll der Gehweg zum höhengleichen Einstieg in den Bus angehoben werden. In einem Schritt will die Verwaltung auch die Betonfahrbahn an der Haltestelle sanieren. Die Kosten werden auf 120.000 Euro beziffert. Die Finanzierung erfolgt über Fördergelder. Die Bezirksvertretung Hardtberg wird in ihrer nächsten Sitzung am Dienstag, 8. Dezember, darüber entscheiden.

Im Stadtbezirk Bonn hat die Politik unlängst grünes Licht für den barrierefreien Ausbau von fünf Halteplätzen gegeben. Im Kiefernweg (stadtauswärts) muss dazu der Gehweg angehoben werden. Auf beide Seiten der Graf-Staufenberg-Straße wird der Bürgersteig zudem der Einfahrbucht angepasst. Am Herz-Jesu-Hof (Standort Kaiserstraße) soll der Gehweg auf Höhe gebracht werden, ebenso auf der Straße Am Hügel (am Hermann-Wandersleb-Ring). Stadtauswärts muss dort für die Baumarbeiten ein Baum gefällt werden. Die zweite Haltestelle (Standort Auf dem Hügel) erhält stadtauswärts eine neue Einfahrtbucht. Die Umbauten werden laut Verwaltung 225.000 Euro kosten und über Fördergelder finanziert.