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Jugendarbeit in Duisdorf: Für jedes Kind gibt es einen kleinen Engel

Jugendarbeit in Duisdorf : Für jedes Kind gibt es einen kleinen Engel

Auferlegte Distanz erschwert die Arbeit im Joki-Familienhaus in Duisdorf. Das Team kontert mit Kreativität und vielen guten Ideen.

„Traditionell würden wir momentan den Advent vorbereiten und wären mit rund 40 Unterstützern unterwegs“, sagt Henrike Westphal. Die Diakonin leitet die Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Johanniskirchengemeinde und hat jetzt alle Hände voll damit zu tun, den Kindern und Jugendlichen ihrer Gemeinde einen Ersatz für die coronabedingt ausgefallenen Veranstaltungen anzubieten.

„Na, ihr im Joki habt ja nun auch nicht viel zu tun“, wurde die Jugendleiterin kürzlich von einer Frau auf der Straße angesprochen. Deren Annahme, dass die Gemeindearbeit mit dem Lockdown light zum Erliegen gekommen sei, habe das Team noch lange beschäftigt, so Westphal.

„Wir rödeln ganz schön“, ließ daraufhin Bärbel Goddon, die Koordinatorin des Familienhauses an Duisdorfs Bahnhofstraße wissen. Es müsse ständig sehr viel umorganisiert werden. Man entwickle neue Formate, stelle sich auf immer wieder neue Richtlinien ein und feile an ausgeklügelten Hygienekonzepten, um weiterhin attraktive Angebote zu schaffen. „Natürlich gibt es keine Offene Türe mehr“, so Westphal.

Auch der Jugendtreff sei sehr eingeschränkt. Stattdessen habe sie soeben den ersten Online-Backkurs abgehalten. Vier Familien mit ihren Kindern haben bei der Premiere teilgenommen. In Echtzeit entstanden dabei Weckmänner aus zuvor eingekauften Zutaten. Immer donnerstags zwischen 16 und 18 Uhr wird nun gebacken.

Nach Weckmann und Pizza ist als nächstes die Herstellung von Muffins mit langen Stacheln geplant. Eine gewisse  Ähnlichkeit mit dem Coronavirus ist nicht ganz zufällig. „Die essen wir dann einfach auf, in der Hoffnung, dass sich das Thema so erledigt“, lacht die Diakonin. Online den Kontakt zu halten, ist auch in der Gemeindearbeit ein inzwischen bewährtes Mittel. Nicht nur die Mitarbeiter treffen sich im virtuellen Raum, sondern auch Schulungen für ein Babysitter-Zertifikat oder ein zweitägiges Seminar für Jugendliche aus dem ganzen Kirchenkreis zum Thema „Prävention, Intervention, Kindesschutz“ wurden bereits online abgehalten.

„Da niemand weiß, wie wir uns Weihnachten begegnen können“, sagt Westphal, „haben wir schon eine Weihnachts-AG gebildet.“ Ob es zur Umsetzung eines angedachten Weihnachtswegs rund um die Johanniskirche kommen wird, ist jedoch noch völlig ungewiss. Dagegen wird die Aktion, „Sich gegenseitig ein Engel sein“ auf jeden Fall stattfinden. Kinder können sich dabei einen kleinen Holz-Engel im Joki-Haus abholen, den sie bemalen und mit einem kleinen Text versehen zurückbringen und gegen einen anderen Engel am großen Advents­strauß vor der Kirche austauschen. „So kann man sich vielleicht gegenseitig ein kleines bisschen Engel sein“, verspricht sich Westphal von der Aktion.

Nikolaustüten für Senioren

Anstelle einer Seniorenweihnachtsfeier wird in diesem Jahr den rund 500 über 70-jährigen Gemeindemitgliedern von den Jugendlichen der Gemeinde am 5., 6. und 12. Dezember eine Nikolaustüte gebracht. Beklebt werden die Tüten mit einem von Kindern ausgemalten Logo der Johanniskirchengemeinde. Wer noch mitmachen möchte, findet dazu Ausmalbögen vor der Türe des Joki-Familienhauses. „Die Aktion soll über die Distanz hinweg die Generationen miteinander verbinden“, so Westphal. Weitere Informationen zu den Aktivitäten der evangelischen Johanniskirchengemeinde gibt es auf der Webseite www.joki-familienhaus.de. Jugendleiterin Henrike Westphal empfiehlt, sich dort für den Newsletter anzumelden, der Auskunft über den aktuellen Stand der Kinder- und Jugendangebote gibt.