Lengsdorfer Lingsgasse Gefahr auf dem Zebrastreifen

LENGSDORF · Gaukelt dieser Zebrastreifen den Fußgängern am Dorfplatz in Lengsdorf eine Sicherheit vor, die nicht da ist? Matthias Gäb jedenfalls glaubt das und noch mehr: "Der Überweg ist für Fußgänger lebensgefährlich, vor allem im Dunkeln", meint der Lengsdorfer Bürger.

 Die kritische Situation: Autofahrer bemerken den Fußgängerüberweg erst spät und bremsen daher mit Verzögerung.

Die kritische Situation: Autofahrer bemerken den Fußgängerüberweg erst spät und bremsen daher mit Verzögerung.

Foto: Roland Kohls

Die Situation: Der Überweg an der Lingsgasse liegt zehn Meter hinter einer Kurve in einer Tempo-30-Zone. Wenn Autos aus Richtung Provinzialstraße kommen, seien vor allem ortsfremde Autofahrer nicht in der Lage, die Kurve einzusehen und rechtzeitig zu bremsen, wenn ein Fußgänger auf dem Überweg steht. Verschärft werde die Gefahr noch dadurch, dass zumindest im Sommer ein Strauch neben der Bushaltestelle die Sicht verdeckt. Der Überweg werde auch von vielen Kindergarten- und Schulkindern genutzt.

Gäb wandte sich an die Stadt mit der Bitte, die Situation zu entschärfen. Das tat diese auch vor einiger Zeit. Sie stellte kurz vor der Kurve ein "Achtung"-Schild auf, das Autofahrer warnen soll. Für Gäb allerdings die falsche Lösung: "Das Schild steht auf 2,50 Meter Höhe und ist dadurch wegen der komplexen Verkehrssituation kaum zu bemerken." Außerdem sei der Anhalteweg zu kurz. Tagsüber sei das womöglich zu verkraften, aber im Dunkeln? Hinzu komme, dass viele Autofahrer zu schnell unterwegs und vor allem Ortsfremde durch die Situation überfordert seien.

Die Stadt hält ihr Vorgehen für ausreichend. Der Überweg liege in einer Tempo-30-Zone mitten im Wohngebiet, wo Autofahrer ohnehin ein besonders aufmerksames Auge auf Fußgänger haben müssen. Und wie Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann sagt, müssten Rechtsabbieger hier auch ohne Zebrastreifen die Fußgänger queren lassen, weil sie Vorrang genießen.

Und schließlich: An diesem Überweg sei nach städtischen Informationen bisher noch nie ein Unfall passiert. Das bestätigte die Polizei: Zumindest seit 2012 sei kein Vorfall aktenkundig.

Gäb will dennoch nicht locker lassen und fordert Verbesserungen für Fußgänger ein. Die Stadt möchte ihrerseits zu einem Kompromiss gelangen, mit dem alle Seiten zufrieden sind: Man prüfe, ob an der Lingsgasse die Möglichkeit der Geschwindigkeitsüberwachung bestehe, erklärte Stadtsprecher Hoffmann.