60 Jahre Jugendfeuerwehr Duisdorf Großes Fest für die Retter von morgen

Duisdorf · Die Duisdorfer Jugendfeuerwehr ist so alt wie die Jugendfeuerwehr in Deutschland – zum 60-Jährigen gab es am Wochenende ein großes Fest – mal mit Blick auf die Vergangenheit, mal mit Aussichten für die Zukunft.

 Der Bonner Feuerwehr-Nachwuchs zeigt, wie schnell er im Notfall auf den Beinen sein kann - auch wenn es hier nicht um einen Löscheinsatz, sondern um den besten Platz vor dem Eiswagen geht.

Der Bonner Feuerwehr-Nachwuchs zeigt, wie schnell er im Notfall auf den Beinen sein kann - auch wenn es hier nicht um einen Löscheinsatz, sondern um den besten Platz vor dem Eiswagen geht.

Foto: Stefan Knopp

Es gibt verschiedene Gründe, zur Jugendfeuerwehr zu gehen. Bei Daniel Klein senior war es die Tradition. „Mein Vater war in der Feuerwehr“, erzählte der 79-Jährige. Sein Sohn Daniel Klein junior, die dritte Generation der Kleins in der Duisdorfer Feuerwehr, erinnerte sich dagegen, von Freunden mitgezogen worden zu sein. Finn (12) wiederum ist aus eigenem Antrieb vor zwei Jahren eingetreten. „Ich bin nicht in einem Fußball- oder einem anderen Verein. Da habe ich das einfach mal ausprobiert.“ Bislang gefällt es ihm gut, er hat Freunde gefunden und mag vor allem die Auswärts-Löschübungen, erzählte er.

Sie und viele andere trafen am Samstag beim großen Jugendfeuerwehrtreffen aufeinander, das die Duisdorfer Einheit zum 60-jährigen Bestehen ihrer Nachwuchsabteilung organisiert hatte – sie ist damit so alt wie die Jugendfeuerwehr in Deutschland. Alle 18 Bonner Nachwuchsabteilungen waren laut Jugendwart Hans-Ulrich Schneider gekommen, außerdem freute der sich über Besuch aus Alfter-Witterschlick.

Für Klein senior, heute in der Ehrenabteilung und 1964 Gründungsmitglied der Jugendabteilung, sind die wöchentlichen Treffen und die Wettbewerbe gegen andere Jugendeinheiten die schönsten Erinnerungen. Seit damals habe sich viel verändert, sagte er. „Die Geräte, die Lkw: Die Technik ist heute anders.“ Dass heute Mädchen mitmachen, fand er auch gut.

Die Kameradschaft war immer gut

Gleich geblieben ist die Kameradschaft, und die findet Elias gut. Der 17-Jährige ist vor sieben Jahren eingetreten und wechselt im Herbst in den aktiven Dienst. „Die Feuerwehr ist mein Ein und Alles“, sagte er. Er möchte das auch gerne beruflich machen, sagt er. Er schätze die Teamarbeit und die gute Ausbildung. „Das ist wie eine zweite Familie.“

Herbert Engel war 56 Jahre lang bei der Duisdorfer Feuerwehr, ist auch erst vor Kurzem als Aktiver ausgeschieden. „Die Verbindung von Technik, Kameradschaft und gemeinsamem Spaß machte die Feuerwehrarbeit für mich so wertvoll. Diese Zeit mit leidenschaftlichem, aktiven Feuerwehrdienst hat mein Leben bereichert“, sagte er rückblickend.

„Ihr seid die Zukunft der Feuerwehr“, sagte Stadtjugendfeuerwehrwartin Yvonne Stein im offiziellen Teil. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Enno Schaumburg lobte das ehrenamtliche Engagement und das Wertebewusstsein der Jugendlichen. Und Schneider, der das Fest auf dem Gelände der alten Schamotte-Fabrik mit Leiterwagen der Berufsfeuerwehr und Löschfahrzeug der Köln-Bonner Flughafenfeuerwehr sowie Musik, Eiswagen und Catering durch die Ehrenabteilung organisiert hatte, betonte, wie wichtig die Arbeit auch des Nachwuchses für die Gesellschaft sei, getreu dem Motto: „Wir sind die Jugend von heute und die Retter von morgen.“