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Gründung des Hospizforums Bonn/Rhein-Sieg in Hardtberg vor 20 Jahren

Jubiläum Hospizforum : Den letzten Tagen mehr Leben geben

Vor 20 Jahren wurde das Hospizforum Bonn/Rhein-Sieg in Hardtberg gegründet. Das anfangs nur zehnköpfige Hospizforum ist inzwischen mit 23 Organisationen zu einem festen Netzwerk geworden. Über 600 ehrenamtlich tätige, qualifizierte Hospizhelfer sind heute im Forum organisiert.

Anfangs waren es nur zehn Mitglieder, die am 28. März 2001 im Zentrum für Palliativmedizin in Hardtberg das Hospizforum Bonn/Rhein-Sieg aus der Taufe hoben. Die Hospizbewegung, also die Bestrebung, schwerstkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg ihren Wünschen entsprechend zu begleiten, hatte auch im Rheinland Fahrt aufgenommen. „Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben“: Dieses Motto habe seit Ende der 1980er Jahre auch in der Region Bonn/Rhein-Sieg Fuß gefasst, blicken Jochen von Üüm und Jürgen Goldmann vom Sprecherrat des Hospizforums zurück. 1990 sei das erste stationäre Hospiz in Lohmar eröffnet worden. Und in den Folgejahren hätten Engagierte auch etliche ambulante Hospizvereine und hospizlich-palliative Einrichtungen in der Region gegründet.

Seit 1997 gibt es etwa den Hospizverein Bonn, der im linksrheinischen Bonner Stadtgebiet und in Wachtberg sterbenden Menschen und ihren Angehörigen ambulant zur Seite steht, seit 2002 für das rechtsrheinische Bonn den Hospizverein Beuel. Das anfangs nur zehnköpfige Hospizforum ist inzwischen mit diesen beiden und 21 anderen Organisationen zu einem festen Netzwerk geworden, also mit ambulanten Erwachsenen-, Kinder- und Jugendhospizdiensten, stationären Hospizen und Palliativstationen. Über 600 ehrenamtlich tätige, qualifizierte Hospizhelfer sind heute im Forum organisiert. „In diesem engmaschigen Netzwerk findet ein regelmäßiger Austausch über die Erfahrungen aus der hospizlichen Alltagsarbeit statt“, erläutert Goldmann.

Jährlichen „Ehrenamtstage“ sind sehr beliebt

Auch Aus- und Weiterbildungen für haupt- und ehrenamtliche Hospizmitarbeiter sowie Veranstaltungen zur Verbreitung der Hospizidee werden unter dem Dach des Hospizforums angeboten. Bei den freiwilligen Helfern sind vor allem die jährlichen „Ehrenamtstage“ sehr beliebt. „In dieser Großveranstaltung werden die in den Befähigungskursen erworbenen Kenntnisse erweitert durch Fachvorträge und Workshops“, so Goldmann. Eine zunehmende Bedeutung komme der Trauerbegleitung zu. Hier organisiere das Hospizforum eine Ausbildung. Im Rahmen der Vernetzung kooperiere das Forum eng mit dem „Netzwerk Hospiz- und Palliativversorgung Bonn/Rhein-Sieg“, einem Zusammenschluss der regionalen Dienste des Gesundheits- und Sozialwesens, erläutert von Üüm. Dazu gehörten auch die ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie die Einrichtungen der Eingliederungshilfe.

Zusätzlich wurde zusammen mit der Peter-Windeck-Stiftung in der Bürgerstiftung Bonn ein Hospiztelefon eingerichtet, bei dem sich die Bürger kostenfrei und kompetent über die Angebote und Einrichtungen informieren können. „All das wäre nicht zu finanzieren ohne Spenden“, sagt von Üüm. Hier engagiere sich besonders der Lions Förderverein Bonn-Rheinaue. „Das Hospizforum Bonn/Rhein-Sieg ist für uns als Hospizverein Bonn eine wesentliche Stütze unserer Arbeit“, gratuliert zum 20-Jährigen der Bonner Hospizvereins-Vorsitzende Peter Schneemelcher. Es sei für alle Mitglieder wichtig, innerhalb des starken Netzwerks gegenseitige Hilfe zu erfahren.

Kontakt: www. hospizforum-bonn-rheinsieg.de