Investitionen in Bonner Schulen Mehr Platz im Hardtberg-Gymnasium für Abiturienten

Brüser Berg · Für die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren muss die Stadt Bonn ihre Gymnasien erweitern. Auch das Hardtberg-Gymnasium bekommt einen Neubau. In der Planungsphase sind die Baukosten gestiegen.

 So stellen sich die Architekten den zweigeschossigen Erweiterungsbau für das Hardtberg-Gymnasium vor.

So stellen sich die Architekten den zweigeschossigen Erweiterungsbau für das Hardtberg-Gymnasium vor.

Foto: Heinle Wischer Partnerschaft freier Architekten mdB/Stadt Bonn/Heinle Wischer Partnerschaft freier Architekten mdB/zeiger

Die Kostensteigerung für die Erweiterung des Hardtberg-Gymnasiums ist teils einer Planerweiterung geschuldet. Andernteils muss innerhalb von rund drei Jahren Planungszeit nach Berechnungen der Verwaltung auch eine Kostensteigerung von 23 Prozent in Kauf genommen werden. Die Umsetzung des überarbeiteten Entwurfs wird knapp 7,4 Millionen Euro kosten.

Der Anlass, dass die Stadt eine Erweiterung der Gymnasien ins Auge fassen musste, ist die Umstellung der Schuljahre bis zum Abitur von acht (G8) auf neun Jahre (G9). Abi gibt es jetzt wieder nach der dreizehnten Klasse. Die auf acht Jahre verkürzte Zeit zum Abitur wurde in Nordrhein-Westfalen 2005 per Schulgesetz verabschiedet und 2013 eingeführt. 2015 wurde das NRW-Schulgesetz wieder auf G9 zurückgestellt und 2018 eingeführt. Den letzten G8-Abschluss gibt es 2025. Zum Vergleich: Im Saarland durchlaufen die Schüler G8 seit 2009 und noch bis 2028.

In Bonn investiert die Stadt im Rahmen der Umstellung in die Erweiterung der zehn städtischen Gymnasien. Laut Schulamt besuchen rund 60 Prozent aller Bonner Schüler der weiterführenden Schulen eines der 19 Gymnasien. Das sind etwa 15.200 Schüler. Hiervon wiederum besuchen derzeit 8700 eines der zehn städtischen Gymnasien. Acht davon bekommen weitere Räume für den zusätzlichen Jahrgang. Neben dem Bau dieser Räume fallen Sanierungen, Erweiterungen und Modernisierungen an. 142 Millionen Euro soll das kosten. Dazu kommen weitere 7,5 Millionen Euro für das Helmholtz-Gymnasium sowie 135 Millionen Euro für den Neubau des Tannenbusch-Gymnasiums.

Weitere Klassenräume aufgesattelt

Für das Hardtberg-Gymnasium wurde der ursprüngliche Plan für einen eingeschossigen Neubau mit vier neuen Klassenräumen erweitert auf zweigeschossig mit sieben Klassenräumen. Hintergrund ist die Teilnahme des Hardtberg-Gymnasiums am „Gemeinsamen Lernen“, einer Inklusionsmaßnahme. Die aktualisierte Entwurfsplanung basiert auf dem gleichen Grundriss auf der bereits vorgesehen Fläche.

Das neue Raumprogramm sieht neben den sieben Klassenräume zwei Differenzierungsräume für gemeinsames Lernen vor. Der Neubau erhält für die Gebäudehülle Passivhauskomponenten, die mindestens die Anforderungen an ein KfW40-Gebäude erfüllen. Das barrierefreie Gebäude wird mit einer raumlufttechnischen Anlage mit Wärmerückgewinnung zur kontrollierten Be- und Entlüftung ausgestattet. Die Dachflächen sollen außerdem eine Photovoltaik-Anlage und eine extensive Begrünung bekommen.

Der Stadtrat hat der Entwurfsplanung und der Kostenrechnung für die Erweiterung des Hardtberg-Gymnasiums in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. Ein Risikozuschlag und eine Baukostensteigerung von sechs Prozent pro Jahr sind in der Aufstellung berücksichtigt. Das Geld ist im Wirtschaftsplan des Städtischen Gebäudemanagements Bonn veranschlagt.

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