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Hardtberg-Medaille für Ehrenamtlerinnen

Ehrenamtlerinnen mit Hardtberg-Medaille geehrt : Herausragendes soziales Engagement für den Stadtbezirk

Bezirksvertreter von Hardtberg hat Maria Vianden und Margarete Debrus ausgezeichnet. Beim Empfang der Vereinsfamilie im Rathaus erhalten sie die Hardtberg-Medaille für ihr soziales Engagement.

Die Bezirksvertreter waren sich in diesem Jahr einig und haben während des vorweihnachtlichen Empfangs der Hardtberger Vereinsfamilie im Rathaus gleich zwei Hardtberg-Medaillen verliehen. Maria Vianden und Margarete Debrus haben sich demnach „in herausragender Weise um den Stadtbezirk verdient gemacht“.

Maria Vianden habe sich über Jahrzehnte für die Belange des Stadtbezirks Hardtberg eingesetzt und da insbesondere im sozialen Bereich, sagte Bezirksbürgermeister Christian Trützler in seiner Laudatio. Sie habe in zahlreichen Gremien mitgewirkt, wie dem Sozialausschuss und dem Kuratorium Bonner Altenhilfe. Außerdem war sie von 1994 bis 2009 Mitglied der Bezirksvertretung Hardtberg und habe sich ganz besonders für Kinder, Jugendliche und Familien eingesetzt.

Ehrenamt mit Flüchtlingshilfe gestartet

Für Margarete Debrus begann das ehrenamtliche Engagement mit einer syrischen Flüchtlingsfamilie im Dezember 2013. Diese sei zuvor in der Heimat in akute Gefahr geraten. Einer von ihnen sei Arzt gewesen, erzählt Debrus. Dieser habe daheim jeden behandelt, egal aus welchem politischen Lager die Patienten stammten. Dadurch sei sein Leben irgendwann in akuter Gefahr gewesen. Heute sei die ganze Familie gut untergebracht und integriert. Das alles passierte noch vor der großen Flüchtlingsbewegung. „Wir hatten dadurch bereits so viele Erfahrungen gesammelt, dass wir 2015 die Ökumenische Flüchtlingshilfe Hardtberg gründeten“, sagt Debrus.

2015 kam sie dann, die große Fluchtbewegung. Damals schlossen sich die Christengemeinden aus Hardtberg zusammen, um zu helfen. Federführend war Margarete Debrus. „Ich bin sehr extrovertiert“, sagt sie, „dadurch kann ich gut auf Leute zugehen und sie zusammenbringen. Viel erreichen kann man nur im Team“, ist sie überzeugt. Im Laufe der neun Jahre habe sie viele Flüchtlinge begleitet, unter anderem bei Abiturvorbereitungen geholfen, Schülern Nachhilfe gegeben, den Spagat zwischen den Kulturen gewagt. „Ich habe dabei immer klar gesagt, dass ich überzeugte Katholikin bin“.

Keine Lehrerin, sondern ehemalige Richterin

Auf die Frage, ob sie Lehrerin sei, antwortet sie mit einem Lachen: „Nein. Ich war Familienrichterin. Aber ich kann jetzt verstehen, warum jemand Lehrer werden möchte.“ Es sei toll, jungen Menschen etwas geben zu können, ihre Entwicklung mitzuerleben. Sie habe viel Gutes erlebt, viele Menschen getroffen, viel Neues gelernt. Auch wenn es zwischendurch mal Frust gab, insgesamt gebe ihr diese Arbeit einen Sinn im Leben. Und ganz nebenbei hat sie ja noch das Frauencafé der Nachbarschaftshilfe Brüser Berg mitgegründet. Ein Ruhestand ist für die 75-jährige Pensionärin noch lange nicht in Sicht.