Zu wenige Freilaufflächen Hardtberger müssen ihre Hunde fast überall anleinen

Bonn · Hundehalter beklagen, dass es im Stadtbezirk Hardtberg zu wenige Freilaufflächen gibt. Manche von ihnen fahren quer durch die Stadt nach Beuel, um auf eine geeignete Wiese zu kommen. Die CDU will die Zahl der Freilaufflächen nun erhöhen.

 Braucht es mehr Freilaufflächen für Hunde im Stadtbezirk Hardtberg wie die Wiese im Wesselheideweg?

Braucht es mehr Freilaufflächen für Hunde im Stadtbezirk Hardtberg wie die Wiese im Wesselheideweg?

Foto: Benjamin Westhoff

Im Derletal darf Bello Leine ziehen. Auf der Freilauffläche zwischen Medinghoven und Hardthöhe erlaubt die Stadt Hundebesitzern, ihre Vierbeiner frei umhertollen zu lassen. Für etwaige Hinterlassenschaften stehen Mülleimer bereit.

Fünf solcher offiziellen Hundewiesen gibt es über das Stadtgebiet in Bonn verteilt. In Kürze kommt mit der Öffnung des Reuterparks eine weitere hinzu. – Dennoch sind das zu wenige Freilaufflächen, findet der Vorsitzende der CDU-Bezirksfraktion Hardtberg, Bert Justus Moll: „Die Hundehaltung soll zum Wohl der Tiere im Stadtbezirk Hardtberg mehr unterstützt werden. Viele Hunde werden in engen Wohnungen gehalten und haben kaum Auslauf. Deshalb müssen wir mehr Freilauf für die Tiere schaffen.“

Vor diesem Hintergrund soll die Verwaltung, dem Antrag seiner Fraktion folgend, für die Bezirksvertretung Hardtberg prüfen, wo und unter welchen Voraussetzungen in den Ortsteilen Brüser Berg, Duisdorf und Lengsdorf neue, geeignete Freilaufflächen für Hunde eingerichtet werden können. Ein Grund dafür dürfte auch sein, dass es in der Vergangenheit immer wieder zu Reibereien zwischen Hundebesitzern, die ihre Vierbeiner unangeleint umherlaufen lassen, und Radfahrern gekommen war (der GA berichtete). Als einen konkreten Ort benennt Moll auf dem Brüser Berg die Streuobstwiesen hinter der Autobahnunterführung an der Skaterbahn.

Die Meinungen im Hardtberger Mehrheitsbündnis von Grüne, SPD, BBB und Linke zu dem Projekt gehen auseinander. Bezirksbürgermeister Christian Trützler erachtet Freilaufflächen für Hunde „prinzipiell als wichtig“. Auf Anfrage des GA erklärte er jedoch: „Die von der CDU vorgeschlagenen Orte halte ich für nicht geeignet, da es dort viele Fußgängerinnen und Fußgänger gibt, von denen sicherlich auch einige mit einer Angst vor Hunden behaftet sind.“

Auch Parteikollegin und Bezirksfraktionssprecherin Jutta Brodhäcker übt Kritik am Vorstoß der CDU. Sie macht, ähnlich wie SPD-Fraktionssprecher Dominik Loosen, darauf aufmerksam, dass der Antrag der CDU einem Vorschlag aus dem Bürgerhaushalt entspreche. Brodhäcker: „Uns fehlt jegliches Verständnis, dass die CDU die Vorschläge aus dem Bürgerhaushalt als ihre eigenen ausgibt. Wir finden, das ist kein guter Stil.“ Dennoch wolle sie im Rahmen der Beratungen zum Bürgerhaushalt darüber diskutieren. Weiter erklärte Brodhäcker: „Wir haben den Eindruck, dass den Bürgerinnen und Bürger die Fläche im Derletal nicht bekannt ist.“

Hundehalterin Svenja Beyer bestätigt diese These. Mit ihrem fünfjährigen Terrier-Mischling Pepe ist sie bislang nur ein einziges Mal dort gewesen. „Die Fläche ist sehr klein. Außerdem liegt sie in der Nähe eines Bachs. Besonders im Winter ist es nicht angenehm, wenn Pepe dort beim Spielen hineinläuft.“

Stattdessen fährt sie lieber zur Hundewiese nach Beuel - einmal quer durch die Stadt. Im Alltag bleibt dafür jedoch nur selten Zeit: „Hunde brauchen ausreichend Bewegung. Immer nur an der Leine hinterherzulaufen, ist auf Dauer nicht gut“, weiß sie. Sie würde sich eine freie Wiese in der Nähe des Brüser Dorfs wünschen. „Hier gibt es viel Platz.“

Konfliktsituationen mit anderen Tieren

Moll hat dafür eine andere Erklärung: „Die vorhandene Freilauffläche im Derletal wird von der Bevölkerung kaum angenommen, da sie am Hang liegt, der unmittelbar an die Derlestraße grenzt und zu klein ist. Hundebesitzer haben zu Recht Sorge, dass ihre Tiere auf die Straße laufen.“

Grünen-Fraktionssprecherin Jutta Brodhäcker fordert in Hinblick auf die Identifizierung möglicher potenzieller Flächen, einen Dialog mit der Verwaltung: „Dabei muss darauf geachtet werden, dass eine Einzäunung möglich ist, um Konfliktsituationen mit anderen Tieren oder Spaziergängern zu vermeiden. Auch muss die Frage der Pflege der Wiese und des Zauns geklärt werden“, so die Politikerin.

Überprüfung der vorhandenen Fläche

Die SPD sieht das ähnlich. Dominik Loosen: „In Zusammenhang mit dem Vorschlag aus dem Bürgerdialog sollte insgesamt geschaut werden, unter welchen Bedingungen und wo eine eingezäunte Freilauffläche im Hardtberg möglich wäre. Auch die Freilauffläche im Derletal sollte vor diesem Hintergrund noch einmal überprüft werden.“

Unterstützung bekommt die CDU von den Oppositionskollegen. „Auch wenn die Hundesteuer nicht zweckgebunden für die durch Hunde verursachten Mehrkosten verwendet wird, sondern zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs der Stadt dient, sollte die Stadt ausreichend Flächen für das freie Laufen von Hunden zur Verfügung stellen. Die FDP unterstützt daher den CDU-Antrag“, so Frank Thomas.

Er merkt jedoch an, dass es zu Problemen kommen könnte, wenn Hundewiesen neben landwirtschaftlich genutzten Flächen eingerichtet werden und ein unkontrollierter Koteintrag die landwirtschaftliche Nutzung beeinträchtigen würde. Gleiches gelte für Spielplätze. Die Verwaltung stehe in der Verantwortung, diese Faktoren bei der Prüfung zu berücksichtigen.

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