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Helmholtz-Gymnasium und Berufskolleg begrünen Klassenzimmer

Gemeinschaftsprojekt : Schüler begrünen Klassenzimmer im Helmholtz-Gymnasium

Gemeinsam begrünten Schüler des Berufskollegs und des benachbarten Gymnasiums das Schulgelände an der Helmholtzstraße.

Die Forsythie, das hat die Leiterin des Helmholtz-Gymnasiums Dorothee von Hoerschelmann gelernt, ist für Insekten ein Blindgänger: Sie werden zwar von den gelben Blüten verheißungsvoll angezogen, aber Nektar hat die Pflanze nicht zu bieten. Die angelockten Bestäuber finden aber dort, wo dieser Strauch gepflanzt wurde, genügend Alternativen.

Hinter dem Schulgebäude ist in diesem Jahr das grüne Klassenzimmer der Schule um diverse insektenfreundliche Gewächse bereichert und auf diese Weise die Kooperation mit dem benachbarten Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises vertieft worden. Das Wissen um die Eigenschaften der Forsythie hat sich von Hoerschelmann bei einer Präsentation angeeignet, die Schüler des Berufskollegs vor ihr und einigen Lehrern zur Gestaltung des Bereichs mit den großen steinernen Sitzblöcken hielten. Die angehenden Garten- und Landschaftsbauer Sascha Schmidt und Lucas Winkelhagen haben sie erarbeitet; für sie war das ein richtiges Kundengespräch.

Bereits die zweite Phase für das „grüne Klassenzimmer“

Gepflanzt wurden Bienen-, Vogelnähr- und Blütengehölze, die an der Gebäudewand ranken und teilweise als Sichtschutz hochwachsen sollen. Dort findet man neben Rosen, Wildem Wein und anderem auch die Berg-Waldrebe Clematis Montana. „Die rankt alles zu“, sagte Jens Buchholz vom Berufskolleg, zuständig für den Fachbereich Garten- und Landschaftsbau. „Sie braucht einen sonnigen Kopf und einen schattigen Fuß.“ Die Bedingungen seien gegeben.
„Und wir hatten die Idee, die Steine mit Pflanzen zu beschatten“, erklärte Winkelhagen. „Denn die werden im Sommer immer heiß.“ Dafür hätte man Rankgitter anbringen müssen, aber es würde Jahre dauern,  bis die wirklich zugewachsen seien, sagte Schmidt. „Deshalb haben wir eine Sonnenschirm-Bodenhülse installiert.“ Der Schirm hätte den Vorteil, dass man ihn abnehmen kann.

Die Maßnahme, die am Freitag vorgestellt wurde, ist bereits Phase zwei zur Gestaltung der Fläche – die erste bestand 2018 in der Umzäunung des grünen Klassenzimmers. Es gab mehrere Ideen zur Gestaltung, die auch mittels Modellen vorgestellt wurden. Das erste Produkt der Kooperation zwischen Gymnasium und Berufskolleg war der Schulteich, den Schüler der Garten- und Teich-AG unter Leitung des Biologielehrers Rolf Toonen unter fachkundiger Aufsicht der Garten- und Landschaftbau-Schüler angelegt hatten.

So geht es weiter: Phase drei soll die Umsetzung einer Blühwiese neben dem grünen Klassenzimmer sein. Potenzial für weitere Zusammenarbeit biete das Schulgelände zur Genüge, vor allem rund um den Sportplatz, sagte Buchholz. Die Kooperation stellte von Hoerschelmann als Win-Win-Situation dar. Die Berufsschüler könnten Klassenprojekte umsetzen, das Gymnasium profitiere davon. „Projekte sind für mich die Höchstform des Lernens“, betonte Kollegleiter Dirk Thomas. Die Schüler seiner AG würden von dem Know-how der Berufsschüler enorm profitieren, berichtete Toonen. Das alles diene auch dem Projekt „HHG for Future“, sagte er. „Wir freuen uns, dass das Schulgelände  ökologisch aufgewertet wird.“