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Helmholtz-Gymnasium: In der Abiklausur wird gezeichnet

Helmholtz-Gymnasium : In der Abiklausur wird gezeichnet

Malerei ist für Majda Saidi nicht in erster Linie eine Einzelgängertätigkeit. Sie malt gerne mit anderen zusammen – im Kunst-Leistungskurs (LK) des Helmholtz-Gymnasiums, den sie besucht, ist es normal, dass man in der Gruppe malt und auch die Werke der Mitschüler kommentiert.

„Ich kann das gut verkraften, wenn mir jemand sagt, dass etwas nicht gut aussieht“, sagt die 19-Jährige. „Dadurch, dass man Kritik bekommt, kann man dazu lernen. Vor allem in der Kunst.“ Der zentrale Kunst-LK an diesem Gymnasium ist eine kleine Besonderheit: An ihm können nicht nur Helmholtz-Schüler teilnehmen, sondern auch Schüler von anderen Gymnasien in Bonn und der Umgebung. Voraussetzung ist, dass man eine gewisse Eignung mitbringt, was bei Majda der Fall war. „Ich habe den LK gewählt, weil ich Kunst wirklich interessant finde. Und weil ich überzeugt bin, dass ich zeichnen kann.“ Woher sie dieses Talent hat, weiß sie nicht – in ihrer Familie zeige allenfalls ihre kleine Schwester eine ähnliche Neigung.

Sie hat an der Ausstellung mitgewirkt, die derzeit im Kulturzentrum Hardtberg zu sehen ist. Hobby und Leidenschaft sei das Malen immer gewesen. Das als Leistungskurs machen zu können, habe sie besonders gereizt.

Zu Hause zeichnet sie auch viel, hat auch einen Kasten mit den entsprechenden Materialien – ein eigenes Atelier, das hätte sie gerne. Dafür fehlt ihr noch der Platz, aber später will sie auf jeden Fall eine Ecke haben, „wo ich alle Sachen aufstellen kann“.

Einen eigenen Stil hat sich Majda noch nicht zugelegt, aber sie hat Vorlieben: „Ich zeichne eher naturalistisch.“ Möglichst naturgetreue Abbildungen von Motiven sind ihr lieber als das Abstrakte. Und sie benutzt dafür gerne Acrylfarben.

Jetzt steht das Abitur bevor. Sie freut sich auf die Praxisklausur: Dann kann sie vier Stunden lang als Abi-Prüfung zeichnen. Und was will sie künftig mit ihrem Talent machen? „Ich frage mich das immer mal.“ Eigentlich sei das Malen eher ein Hobby. Nicht, dass sie Kunstgeschichte uninteressant fände. „Ich mag das Praktische lieber als die Theorie.“ Aber für ein Studium in diesem Fach konnte sie sich noch nicht vollkommen begeistern. „Ich habe darüber nachgedacht, etwas in Richtung Design zu machen.“