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Aktionstag in Dransdorf: Initiativen fordern einen Klimaplan von der Stadt

Aktionstag in Dransdorf : Initiativen fordern einen Klimaplan von der Stadt

In der Grünen Spielstadt in Dransdorf disktuieren 150 Bonner, wie das Ziel der Stadt erreichbar ist, 2035 klimaneutral zu sein. Die Beteiligten fordern, dass die Stadt einen konkreten Fahrplan dafür vorlegt.

150 Bonner waren am Samstag in der Grünen Spielstadt in Dransdorf, weil sie der Klimawandel beschäftigt. Der Aktionstag soll nur der Auftakt des Mitwirkungsverfahrens „Bonn4Future - Wir fürs Klima“ sein. 2019 hatte der Stadtrat beschlossen, dass Bonn bis 2035 klimaneutral sein soll. Um dieses Ziel gemeinsam anzugehen, waren Vertreter von 50 bürgerschaftlichen Initiativen, aus Politik und Verwaltung, am Samstag in der Spielstadt. Bei den Gesprächen wurde die Notwendigkeit eines konkreten Klimafahrplans deutlich.

„Ein Klimanotstand erfordert Notstandsmaßnahmen“, sagte Professor Nikolaus Froitzheim von der Uni Bonn und sprach das aus, was viele Teilnehmende am ersten Bonn4Future-Klimaaktionstag wohl empfanden. In mehr als 30 selbstorganisierten Workshops diskutierten die Teilnehmenden über Energiewende, Ernährung/Landwirtschaft, Mobilität, Postwachstumsökonomie. Es ging aber auch um soziale Themen wie globale Gerechtigkeit, Klimakommunikation, ökologische Bildung, Kunst und Kultur, Bürgerbeteiligung und zivilgesellschaftliches Engagement.

Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen) war beeindruckt vom Engagement und Wissen, das ihr auf dem Klimaaktionstag begegnete. „Schön, dass so viele Initiativen und engagierte Menschen ihren Weg in die grüne Spielstadt gefunden haben. Um die große Transformation hin zu einer klimaneutralen Stadt zu meistern, bedarf es genau solchen Engagements und der Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Akteure“, sagte Dörner.

Die Eindrücke aus den verschiedenen Gesprächsrunden fließen am 10. und 11. September in das erste von vier Klimaforen ein. Hier arbeiten 100 zufällig ausgewählte Bürger gemeinsam mit rund 50 Vertretern unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen zusammen. „Sie arbeiten an positiven Zukunftsbildern - wie sieht Bonn aus, wenn wir 2035 in einer klimaneutralen und lebenswerten Stadt leben? Denn nur wenn wir wissen, wo wir hinwollen, können wir den Weg auch gemeinsam gehen“, sagte Robert Janßen-Morof von Bonn im Wandel.

Am Samstag sei aber auch deutlich geworden, dass die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichen würden, um das Klima zu retten. „Es braucht einen Bonner Klimaplan“, lautete die Forderung vor Ort. „In 15 Monaten treffen wir uns wieder“, sagte Gesa Maschkowski. „Und dann wollen wir wissen: Wer muss was tun, damit wir das Ziel erreichen?“

Ziel des Projekts „Bonn4Future“ ist es,  dazu beizutragen, dass Bonn spätestens 2035 klimaneutral wird. „Konkret wollen wir bei den Beteiligten ein Verständnis für Herausforderungen und Chancen der Klimakrise schaffen, Zukunftsbilder einer klimaneutralen und lebenswerten Stadt entwickeln und daraus einen Fahrplan ableiten“, erläuterte Janßen-Morof. Wichtig sei, dass der Prozess den Bonnern Mut mache und dass Zusammenhalt und gesellschaftliches Engagement gefördert werde, denn Bonn4Future sei ein Mitwirkungsverfahren, das die breite Stadtgesellschaft miteinbeziehen will. „Wir bauen ein Kommunikationsnetzwerk auf, das mit uns ausgewählte Zielgruppen erreicht. Bestehendes Engagement machen wir mit einer von uns nach und nach entwickelten Online-Nachhaltigkeitsplattform sichtbar“, sagte Janßen-Morof.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Homepage: www.bonn4future.de