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Derletalschule: Jugendliche dealen auf Schulhof in Duisdorf

Derletalschule : Jugendliche dealen auf Schulhof in Duisdorf

Derletalschule sorgt sich wegen Vandalismus und Drogenhandels nach Unterrichtsschluss

Immer wieder gibt es Klagen über randalierende Jugendliche auf dem Gelände der Derletalschule. Auch in der nächsten Sitzung am 31. Januar steht das Thema auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Hardtberg. Doch dieses Mal haben die Beschwerden eine neue Qualität. Laut Verwaltung werden auf dem Schulgelände Drogen gehandelt und konsumiert.

"Tatsächlich werden wir am Wochenende und außerhalb der Schulzeit immer wieder Opfer von Vandalismus", sagte Schulleiterin Jutta Kaul. Das ist nicht neu; dass mit Drogen gehandelt werden soll, allerdings sehr wohl. Kaul bestätigt entsprechende Berichte. "Wir sehen Jugendliche beim Dealen, ich selbst habe das einmal beobachtet", meint Kaul.

Sie betont allerdings, dass es sich bei den Jugendlichen nicht um Schüler der Schule handelt. Und dass auch keine Kinder angesprochen wurden. Eine Einschätzung, die sich mit den Ermittlungsergebnissen der Polizei deckt. "Wir haben keinen Hinweis darauf, dass Schüler angesprochen werden", sagte Polizeisprecherin Daniela Lindemann.

Anfang September habe die Polizei Hinweise darauf erhalten, dass auf dem Gelände der Schule gedealt und Drogen genommen werden. Daraufhin seien Polizisten vor Ort verstärkt auf Streife gegangen, außerdem hätten Beamte in Zivil den Bereich überwacht. Zudem hätten die Polizisten die Jugendlichen kontrolliert. Ergebnis: "Wir haben auch keinen Hinweis darauf, dass dort harte Drogen gehandelt und konsumiert werden", so Lindemann.

Hinweise gebe es jedoch darauf, dass die Jugendlichen dort Haschisch geraucht hätten. Und einmal fanden die Beamten einen Rucksack. Der Inhalt: Marihuana. Allerdings in verschwindend geringer Menge. "Die Situation hat sich entspannt, wir treffen dort kaum noch Jugendliche an", so Lindemann. So sieht es auch die Verwaltung. Dank "vermehrter Streifen durch Polizei und Stadtordnungsdienst" gebe es weniger Störungen.

Die Stadt sieht nach Angaben einer Sprecherin "zur Zeit keinen Handlungsbedarf". Sollte vor Ort mit Drogen gehandelt werden, sei dies kein Ordnungsdelikt mehr, zuständig sei in diesem Fall die Bezirkspolizei. Laut Verwaltung handelt es sich bei den Jugendlichen um 16- bis 17-Jährige aus Medinghoven, Tannenbusch und Auerberg.

Hardtbergs Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand meint, dass die Angelegenheit mit der Mitteilung der Verwaltung nicht erledigt sein darf. "Die Verwaltung muss nun präzisieren, welche Konsequenzen sie aus der Sache zieht", sagte Thorand. Schulleiterin Kaul glaubt, dass man das Problem in den Griff bekommen kann, wenn man das Schulgelände auch außerhalb der Schulzeit nutzt. "Wenn das Gelände positiv besetzt ist, ist das der beste Schutz, den man haben kann", sagte Kaul.