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Verkehrsbelastung in Tannenbusch: Keine Verkehrsberuhigung für die Berta-Lungstras-Straße

Verkehrsbelastung in Tannenbusch : Keine Verkehrsberuhigung für die Berta-Lungstras-Straße

Die Verwaltung der Stadt Bonn kündigt die Sanierung der Berta-Langstras-Straße an. Der Beginn soll 2021 sein. Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone ist aber nicht zulässig.

Extrem störend empfinden Anwohner der Berta-Langstras-Straße jeden Tag Verkehrsbelästigung und Lärm durch Autos und Busse. Die stark frequentierte Verbindungsachse zwischen Lievelingsweg und Oppelner Straße führt durch ein Wohngebiet. Per Antrag will die SPD-Bezirksfraktion sicherstellen, dass sich die Situation der Anwohner verbessert. Ein Tempo-Limit auf 30 Stundenkilometer – den entsprechenden Antrag hatte die CDU zuvor gestellt – ist nach Prüfung durch Verwaltung und Polizei nicht zulässig. Daher wollen die Politiker alternative Vorschläge hören.

Konflikte entstehen beispielsweise auch an den Bushaltestellen auf den Fußwegen. Wartende sowie ein- und aussteigende Fahrgäste, Fußgänger und Radfahrer kommen sich in die Quere. Erst recht gefährlich kann es für Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen werden, weil sie nicht ausweichen können. Die SPD kritisiert zudem den schlechten Zustand der Straße. Weitere Gefahrenstellen seien die Abbiegestreifen an den Ampeln. Der querende Fuß- und Radverkehr würde von Autofahrern schlicht übersehen.

Für die Umgestaltung in einen verkehrsberuhigten Bereich sieht die Verwaltung keine Handhabe. Das sei wegen der Verkehrsbelastung ebenfalls nicht zulässig. Im März hatte hatten die Bürgerdienste für eine Woche eine Radarstation aufgebaut. Lediglich 2,8 Prozent der Fahrzeuge war schneller als erlaubt, so die Analyse. „Die Wert reicht nicht aus, um eine Befugnis für Geschwindigkeitskontrollen zu erlangen“, stellt die Verwaltung fest. Erst ab einer Überschreitungsquote von 15 Prozent könne von einer Gefahrenstelle gesprochen werden. Einrichtungen wie Schule oder Kindergarten, die einen besonderen Schutz benötigen würden, liegen an der Berta-Lungstras-Straße nicht. Aktuelle Zahlen, wie viele Fußgänger dort täglich unterwegs sind, will die Verwaltung erheben, wenn die Beschränkungen der Corona-Pandemie aufgehoben sind, bis dahin sei eine Statistik nicht repräsentativ.

Geplant ist indes für 2021 eine Erneuerung des Fahrbahndecke. Ob dazu auch Anliegerbeiträge fällig werden, wird im Stadthaus noch geprüft. Laut Verwaltung sind Zuschüsse für die Sanierung bei der Bezirksregierung beantragt. Diese Maßnahme würde auch zum Lärmschutz beitragen, so die Auskunft. An Häusern entlang der Straße seien tagsüber Pegel von teils über 65 Dezibel, nachts über 55 Dezibel gemessen worden. Allerdings gäbe es derzeit kein Zuschussprogramm für Lärmschutzmaßnahmen an Gebäude; weitere Schritte seien auch nicht geplant. Für eine erhöhte Luftverschmutzung gäbe es keine Anhaltspunkte.

Im Rahmen der grundhaften Sanierung der Berta-Lungstras-Straße soll nach Auskunft der Verwaltung auch der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen plus Wetterschutz erfolgen. Ein Problem ergebe sich jedoch aus der Straßenbreite. Entweder führe der Haltepunkt zu einer Verengung der Straße oder es müssen angrenzende Grundstücke gekauft werden, damit mehr Platz zur Verfügung steht.

An diesem Punkt insistierten die Politiker: Wenn eine Verkehrsberuhigung nicht in Frage kommt, welche Alternativen hat die Verwaltung geprüft, damit alle Verkehrsteilnehmer den vorhandenen Straßenraum sicher nutzen können? Bei einer durchgehenden Breite von nur rund elf Metern seien die Möglichkeiten eingeschränkt, so die Verwaltung. Wegen des Begegnungsverkehrs von Bussen könne eine andere Aufteilung des Straßenraums nicht jedem Verkehrsteilnehmer gerecht werden. „Da für eine Verbreiterung ein massiver Eingriff in private Grundstücke erforderlich wäre“, hat die Verwaltung diese Option nicht weiterverfolgt.