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Burgweiher-Carré: Keiner will das Bauprojekt in Duisdorf stemmen

Burgweiher-Carré : Keiner will das Bauprojekt in Duisdorf stemmen

Ist dies der Schlussstrich unter das Projekt der Bebauung des Burgweiher-Carrés oder etwa ein Neuanfang? Die europaweite Ausschreibung für die geplante Bebauung ist ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen.

Da sich niemand beworben hat, muss die Ausschreibung aufgehoben werden. Wie der Bürger Bund am Donnerstag in Erfahrung brachte und von der Stadt Bonn bestätigt wurde, hat sich in dem vorgeschalteten öffentlichen Teilnehmerwettbewerb kein Interessent innerhalb der vorgegebenen Frist gemeldet, der das Vorhaben umsetzen wollte.

Von der Stadtverwaltung war neben dem Nachweis ihrer Eignung auch gefordert worden, dass Teilnehmer in der ersten Stufe auch dokumentieren sollten, dass sie über die privaten Flächen verfügen können, die neben den städtischen Grundstücken insgesamt benötigt werden.

Damit wäre die Ausschreibung genau passend gewesen für die türkischen Brüder Ümit-Ali und Servet Sengül, die vor drei Jahren die Pläne ins Rollen brachten und denen auch zwei Drittel des bebaubaren Grundstücks am Burgweiher/Burgacker gehören. Aber so teilte der Bürger Bund mit: "Der bisherige Interessent hatte sich an der Ausschreibung nicht beteiligt. Er ist nach dem Stand der Dinge nicht bereit, die städtischen Flächen zu den vorgegebenen Bedingungen zu erwerben."

Wie mehrfach berichtet, hat es immer wieder Diskussionen, Streit und Umplanungen gegeben, die das Brüderpaar auf eine harte Geduldsprobe stellten. Auch aus der Lokalpolitik kam kein Rückenwind: Anfang 2009 stoppte die Bezirksvertretung Hardtberg einen schnellen Verkauf ihres Parkplatzgrundstücks und entschied, erst einmal einen Runden Tisch zur Erarbeitung eines Konzepts einzuberufen.

Ob die türkischen Brüder nun einen erneuten Anlauf machen, da die Stadt das Grundstück offenbar anderweitig nicht vermarktet bekommt, bleibt offen. Der Bornheimer Architekt Helmut Görgen, der als Projektentwickler für die beiden Geschäftsleute auftritt, war am Donnerstag nicht zu erreichen. Vor einigen Monaten hatte er moniert, das Verfahren dauere zu lange.

Der Bürger Bund bedauert die Entwicklung, hat sich aber noch nicht von dem Projekt verabschiedet. "Wir hoffen, dass sich doch noch ein tragbarer Weg finden lässt, um die Brachfläche im Herzen des Stadtbezirks Hardtberg städtebaulich sinnvoll zu entwickeln", erklärte deren Fraktionsvorsitzender Bernhard Wimmer. Die zuletzt geplante Bebauung sei in intensiven Runden auch mit den Vertretern des örtlichen Einzelhandels abgestimmt worden und hätte so eine gute Chance geboten, die Attraktivität und das Angebot der Einkaufszone im Ortskern von Duisdorf zu stärken.

Laut Stadt Bonn laufen die Gespräche mit dem Brüderpaar weiter. Man überlege, ob man die erste Planung noch einmal überarbeiten kann und eine Neuausschreibung verfolge, sagte eine Sprecherin des Presseamtes. Von Seiten des Investors war geplant gewesen, auf dem 4.300 Quadratmeter großen Grundstück ein drei- bis viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit bis zu zehn Ladenlokalen zu errichten.

Die Stadt hatte die Nettoverkaufsfläche auf 3.000 Quadratmeter begrenzt. Es sollten eine Tiefgarage mit 80 Stellplätzen und 15 oberirdische Parkplätze gebaut werden. Das Investitionsvolumen liegt bei 15 Millionen Euro. Dem Brüderpaar gehört auch das Gebäude der "Distel", das zugunsten einer Passage zum neuen Einkaufszentrum abgerissen werden soll.