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Projekt an der Kita St. Augustinus: Kinder backen und verkaufen Brot für „eine Welt“

Projekt an der Kita St. Augustinus : Kinder backen und verkaufen Brot für „eine Welt“

Während sich in der Kindertagesstätte St. Augustinus (Kita) der Duft von frischem Brot ausbreitet, sind Sophia, Romy, Leyla, Mathis und Lisa ganz aufgeregt.

Sie stehen hinter einem verzierten Tisch und warten auf Kundschaft. Die Brote haben die Kinder allerdings nicht gebacken, um sich ein Taschengeld zu verdienen, sondern um Menschen in Afrika finanziell zu unterstützen. „Wir nehmen an der Misereor-Aktion 'Kinder erleben die eine Welt' teil und haben dafür einige Brote gebacken“, erklärt Kita-Leiterin Andrea Zander. Die Kinder haben vor allem leckeres Bio-Dinkelbrot produziert – die meisten Brotlaibe stammen aber von der Bäckerei Schells Eck. „Die Bäckerei hat uns die Brote sehr günstig verkauft, und wir verkaufen sie etwas teurer weiter“, sagt Zander augenzwinkernd.

Das Projekt „Kinder erleben die eine Welt“, das von der Hilfsorganisation Misereor erarbeitet wurde, bietet den Kindern einen Einblick in fremde Welten. So steht im Mittelpunkt des Projektes, dass die Kinder ein Gespür für die Lebenssituationen von Menschen in anderen Ländern erhalten. „Kulturelle Vielfalt ist für uns heute selbstverständlich. Durch das Projekt möchten wir die Kompetenz zur Weltoffenheit der Kinder stärken – ihnen die Wertschätzung von unterschiedlichen Lebensweisen und Kulturen vermitteln und ihr Gerechtigkeitsempfinden stärken“, erklärt die Kita-Leiterin.

Geld kommt Bauernfamilien zugute

Man habe sich zusammen mit den Kindern dafür entschieden, dass mit der Aktion vor allem Familien und Kinder in Afrika unterstützt werden. Das Geld kommt im Rahmen der Misereor-Aktion „Burkina Faso – Christen und Muslime gemeinsam gegen den Hunger“ Bauern zugute, wird aber auch für den Bau von Trinkwasserbrunnen verwendet. So lernten die 48 Kinder der Kita St. Augustinus beispielsweise, dass man in Afrika ein Brot als Grundnahrungsmittel gar nicht kennt, sondern dort stattdessen Hirse isst.

Das Kita-Projekt, das an Karneval angefangen hat, geht über das Brotbacken weit hinaus. „Ein Großvater, der oft Afrika bereist, hat uns besucht, den Kindern bei einer Power-Point-Präsentation viele Fotos von seinen Reisen gezeigt und so ganz praktisch den Kindern das fremde Land Afrika nähergebracht“, so Zander.

Sehr praktisch wird es auch zugehen, wenn in ein paar Tagen eine Entwicklungshelferin die Kindertagesstätte besucht und mit den Kindern einen Workshop gestaltet.