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Flora und Fauna im Kottenforst: Knallige Farben gegen illegale Mountainbike-Wege

Flora und Fauna im Kottenforst : Knallige Farben gegen illegale Mountainbike-Wege

Die Stadt Bonn startet eine Infokampagne, um auf Schäden für Flora und Fauna aufmerksam zu machen. Bei Kontrollen sind bereits Bußgelder verhängt worden. Das soll auch in Zukunft passieren.

In den Bonner Wäldern sind immer mehr Menschen mit dem Mountainbike unterwegs – oftmals fahren sie jedoch abseits der öffentlichen Wege auf Trampelpfaden und bauen eigene Trails, was laut der Stadt Bonn erhebliche Auswirkungen auf die Lebensräume der Tiere und Pflanzen hat. „Es handelt sich dabei um Ordnungswidrigkeiten, die mit Bußgeldern bestraft werden“, sagt Andrea Schulte vom städtischen Presseamt.

Die Stadt hat deshalb eine Aufklärungskampagne zum Thema gestartet. Auffällig neonfarbene Fahrräder, an deren Lenkern Informationskärtchen hängen, hat die Stadtförsterei an verschiedenen Stellen des Venusberghangs positioniert. Sie dienen als Blickfang und sollen Mountainbiker, aber auch Spaziergänger, dafür sensibilisieren, dass ein respektvolles Miteinander im Wald unerlässlich ist. „Dazu zählt auch, feste Straßen und Wege zu nutzen und der Natur ihren Raum zu lassen“, so Schulte.

Unter www.bonn.de/mountainbiken erhalten alle Interessierten weitere Informationen, was im Wald erlaubt ist und was nicht, und warum es der Natur schadet, wenn querfeldein gefahren wird oder sogar eigene Radwege, sogenannte Trails, angelegt werden. „Zum Beispiel kann sich der Waldboden so stark verdichten, dass er kein Regenwasser mehr aufnehmen kann.“ Wurzelschäden könnten zudem dazu führen, dass Bäume wichtige Nährstoffe nicht mehr aufnehmen können. Für scheue Wildtiere, wie zum Beispiel die Wildkatze, die zusammenhängende ungestörte Waldbereiche brauche, verkleinerten sich die Lebensräume.

„Die Stadtförsterei baut die illegalen Trails regelmäßig zurück, eine dauerhafte Lösung ist dies allerdings nicht.“ Mit der Kampagne haben deswegen das Amt für Umwelt und Stadtgrün und der Stadtordnungsdienst in Zusammenarbeit mit dem Regionalforstamt Wald und Holz Ende November erstmals eine größere Aktion zur Aufklärung und Kontrolle von Mountainbikern im Stadtwald gestartet. So informierten die Teams über den Zweck des Landschaftsschutzes und die damit verbundenen Verhaltensregeln. Radfahrer, die auf illegalen Trails unterwegs waren, erhielten ein Bußgeld in Höhe von 55 Euro. Auch in Zukunft will die Stadt weiterhin Aufklärungsarbeit leisten, und auch weitere Kontrollaktionen sind geplant.

Um die sensiblen Lebensräume der Tiere und Pflanzen in den Wäldern zu entlasten und illegale Wege zu reduzieren, hat die Stadt zudem eine Machbarkeitsstudie für eine mögliche Mountainbike-Strecke am Venusberg in Auftrag gegeben. „Diese soll den sportlichen Ansprüchen der Fahrerinnen und Fahrer genügen und ihrem Wunsch nach Abwechslung und Herausforderung nachkommen“, erklärt Schulte. In der Studie wird geprüft, ob und unter welchen Bedingungen eine legale Strecke für Mountainbikes gebaut werden kann.