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Kottenforst: Annahmestelle für Grünabfälle am Friedhof umgebaut

Sammelplatz mit festgelegten Öffnungszeiten : Annahmestelle für Grünabfälle am Kottenforst umgebaut

Am Friedhof Kottenforst hat Bonnorange in den vergangenen Monaten eine Annahmestelle für Grünabfälle umgebaut. So soll vermieden werden, dass wilde Deponien mit illegal entsorgtem Sperrmüll entstehen.

Die starken Windböen der vergangenen Tage haben erste Äste von den Bäumen abgeknickt, manch ein Hobbygärtner geht bei den milden Temperaturen bereits mit der Rosenschere durch die Beete. Schnell sammelt sich dabei jede Menge Grünschnitt. Damit dieser richtig entsorgt wird, gibt es Grünabfallsammelstellen, verteilt im ganzen Stadtgebiet. In der Vergangenheit ist dort aber nicht nur Kompost abgeladen worden. Illegal entsorgter Sperrmüll oder ausrangierte Elektrogeräte sind  regelmäßig im Umfeld dieser Plätze gefunden worden.

Mitarbeiter sind während Öffnungszeiten Ansprechpartner

Damit solche „wilden Deponien“ nicht mehr entstehen, hat das kommunale  Dienstleistungsunternehmen Bonnorange den Sammelplatz am Friedhof Kottenforst in Ückesdorf in die erste „qualifizierte Grünannahmestelle“ der Stadt umgebaut und Ende November 2019 in Betrieb genommen. Neu sind dort – neben einigen baulichen Veränderungen – nun festgelegte Öffnungszeiten, an denen immer auch ein Mitarbeiter vor Ort sein soll.

„Die ersten Erfahrungen sind durchweg positiv. Unser Konzept geht auf und bietet den Nutzern einen echten Mehrwert“, sagt Sprecher Jérôme Lefèvre. Die Kompostsammelstelle ist  optisch vom Friedhof getrennt worden.  Zudem stehen auf einer befestigten Fläche sogenannte Legioblöcke, die zusammen eine „Schüttbox“ formen: Darin wird das lose Schnittgrün abgelegt. Das vorher oftmals mühsame Tragen der Bündel über Treppenstufen hoch zu den Containern entfällt somit. Weiterer Vorteil für Hobbygärtner ist: Durch die neue Aufteilung gibt es nach Angaben von Bonnorange mehr Fläche für Grünabfall.

Damit nur noch kompostierbare Gartenabfälle und kein gewerblicher Müll abgeladen wird, ist die neue Annahmestelle eingezäunt und nur während der Öffnungszeiten erreichbar.

Die Neuerung hat sich im Einzugsbereich der Sammelstelle aber offenbar noch nicht überall herumgesprochen. „Ich arbeite immer samstags im Garten und habe meinen Grünschnitt über Jahre jeweils sonntags gebracht“, hat sich ein Röttgener beklagt.

Mit seinem beladenen Wagen ist er vor einem verschlossenen Tor gewesen und hat wieder fahren müssen. Zum Hintergrund: Zwar durften auch in der Vergangenheit gemäß der Abfallsatzung die Annahmestellen nur werktags von jeweils 7 bis 20 Uhr genutzt werden. Da sie jedoch jederzeit erreichbar waren, hielt sich so gut wie niemand daran. „Wenn in den nächsten Wochen die Gartensaison wieder losgeht,  werden wahrscheinlich viele so wie ich wieder unverrichteter Dinge abfahren“, hat der Röttgener gesagt.

Insgesamt seien laut Bonnorange 2019 etwa 1000 Tonnen Grünabfälle in Ückesdorf angeliefert worden. „Die Härteprüfung steht der Anlage in den grünschnittreichsten Monaten Oktober und November sicherlich noch bevor“, sagt Lefèvre. „Wir sind aber davon überzeugt, dass sich unser Konzept auch dann bewähren wird.“ Der Umbau weiterer Flächen zu qualifizierten Grünannahmestellen soll sukzessive in den nächsten Jahren in Angriff genommen werden. Für 2020 sind Arbeiten in Mehlem und Duisdorf geplant.