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Kreisel auf Burgweiher - Neue Verkehrsplanerin für den Hardtberg

Entwürfe für Kreisel auf dem Burgweiher : Neue Verkehrsplanerin für den Hardtberg

Die Verwaltung soll die Entwürfe für drei Kreisel auf dem Burgweiher aus der Schublade holen. Der Stadtbezirk hat jetzt wieder eine Verkehrsplanerin.

Eine gute Nachricht für den Hardtberg: In der kommenden Woche setzt die Verkehrsplanerin Sonja Walther, die fast ein Jahr wegen anderer Aufgaben abgezogen war, ihre Arbeit für den Stadtbezirk fort. So lange konnten die anstehenden Projekte nur eingeschränkt weiterentwickelt werden.

Wie die Verwaltung mitteilt, wurde eine zusätzliche Stelle im Stadtplanungsamt geschaffen, die seit 15. September besetzt werden kann. In der Bezirksvertretung Hardtberg wie auch im Planungsausschuss wurde die Aussicht, dass es nun weitergehen kann, sehr begrüßt. Alle Parteien hatten sich in der Vergangenheit mehrfach und massiv beschwert, dass wichtige Projekte stagnieren.

Alte Schamotte-Fabrik soll Wohnungen weichen

In Angriff nehmen will die Verwaltung jetzt die Planung für das Areal "Am Burgweiher/Im Burgacker" sowie der ehemaligen Schamotte-Fabrik. Wie berichtet, ist das Fabrikgelände an die Kölngrund verkauft worden. Der Investor plant, das Gebäude abzureißen und Wohnungen zu bauen. Dazu würden Gespräche mit den Investoren/Projektentwicklern geführt.

Ein gemeinsamer Antrag von CDU, Grünen und FDP fordert, dass die beiden Areale, die durch die Bundesstraße 56, Am Burgweiher, getrennt sind, einer städtebaulichen Gesamtbetrachtung unterzogen werden. Zwar sei "nach vielen Jahren des Wartens die Hoffnung, das Areal der Schamotte-Fabrik für Kultureinrichtungen zur Verfügung zu stellen, geplatzt", immerhin könne mit einer Rahmenplanung, die auch Flächen am Burgacker wie die beiden Parkplätze einbezieht eine neue Perspektive geschaffen werden, begründete der CDU-Planungssprecher Bert Moll den Antrag.

"Es handelt sich um ein Herzstück des Bezirkszentrums", so Moll. Für dessen Entwicklung sei es nicht gut, wenn nur Wohnungen gebaut würden. Vielmehr müssten auch Flächen für Dienstleistung und Gewerbe vorgesehen werden. Moll: "Die alten planerischen Vorgaben müssen dringend überarbeitet werden." Dazu sollte auch die Wirtschaftsförderung einbezogen werden, plädierte FDP-Stadtverordneter Frank Thomas.

Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Gabi Mayer, mahnte als wichtigen Punkt auch eine Lösung für die Verkehrssituation an. "Die Lessenicher Straße ist schon jetzt am Limit. Noch mehr Durchgangsverkehr kann sie nicht vertragen." Zur Erinnerung: Bereits 2010 waren die Planungen für die Straße Am Burgweiher/Bundesstraße 56 so weit fortgeschritten, dass als nächstes die Beteiligung der Öffentlichkeit mit einer Bürgerversammlung anstand. Der damalige Vorentwurf hatte zum Ziel, zum einen die beiden Bereiche westlich und östlich der Straße besser miteinander zu verknüpfen, den öffentlichen Raum zwischen Villemombler und Derlestraße gestalterisch aufzuwerten und eine Verbindung zur Fußgängerzone zu schaffen. Vorgesehen war beispielsweise ein gepflasterter Mittelstreifen mit integrierter Beleuchtung. Durch den Mittelstreifen sollten Fußgänger die Straße besser überqueren können.

Projekt geriet 2011 ins Stocken

Für einen kontinuierlichen Verkehrsfluss sollten nach den damaligen Plänen drei Kreisverkehre an den Knotenpunkten zur Villemombler Straße, zur Bahnhofstraße und zur Derlestraße sorgen. Für die Lessenicher Straße war ein Minikreisel vorgeschlagen. Im ersten Schritt sollte die Villemombler Straße umgebaut werden. Die Maßnahme war - vor rund zehn Jahren - von der Verwaltung mit 650.000 Euro veranschlagt, das gesamte Umbaupaket auf knapp 4,5 Millionen Euro. Das Projekt geriet 2011 ins Stocken, nicht zuletzt, weil absehbar keine Haushaltsmittel für den Umbau zur Verfügung standen, wie die Politik von der Verwaltung erfuhr. 2014 war schließlich doch Geld da - 325.000 Euro - das jedoch nicht abgerufen wurde, weil die Vorplanung noch nicht beschlossen war. Der Grund: Die Beteiligung der Öffentlichkeit hatte mangels Kapazitäten der Verwaltung noch nicht stattgefunden.

Das Projekt Burgweiher-Carré, an dem parallel zum Straßenentwurf gearbeitet wurde, kam nicht zum Abschluss. Spätestens 2014 war klar, dass dieser Plan nicht umgesetzt werden konnte. 2017 insistierte die Bezirksvertretung, die Vorplanungen wieder aufzunehmen. Die Verwaltung sagte eine Prüfung zu. Fortschritte gab es jedoch wegen personeller Engpässe in der Verwaltung nicht.

Mit den aktuellen, einstimmigen Beschlüssen aus Bezirksvertretung und Planungsausschuss, eine städtebauliche Entwicklung auf den Grundlagen der bisherigen Planungen des Bereichs zwischen der ehemaligen Schamotte-Fabrik und dem Burgweiher-Carré voranzutreiben, liegt der Ball wieder bei der Verwaltung. Wie der städtische Verkehrsplaner Helmut Haux in der Sitzung des Planungsausschusses erläuterte, seien nach all den Jahren neue Berechnungen und Ergänzungen notwendig.