Neue Ausstellung im Kulturzentrum in Duisdorf Kunst aus der Presse

Duisdorf · Druckerpressen haben heute eigentlich ausgedient. Doch eine davon steht noch im Kulturzentrum Hardtberg. Mit der alten Technik kennen sich die DruckARTisten aus, die ihre kreativen Arbeiten nun ausstellen.

 Zeigen ihre Kunst aus der Druckerpresse im Kulturzentrum: (v.l.) Margrit Gloger, Klara Lempert, Hilda von Overveld-Priew und Astrid Meiners-Heithausen

Zeigen ihre Kunst aus der Druckerpresse im Kulturzentrum: (v.l.) Margrit Gloger, Klara Lempert, Hilda von Overveld-Priew und Astrid Meiners-Heithausen

Foto: Stefan Knopp

Für den Buchdruck spielt die traditionelle Druckerpresse längst keine Rolle mehr. Dieses Gerät zur Vervielfältigung von Texten und Bildern ist heute ein Instrument der Künstler: Sie bewahren das Wissen um diese Techniken.

Von einer Renaissance der traditionellen Druckkunst ist die Rede, und einen kleinen Anteil daran haben die DruckARTisten, die sich regelmäßig im Kulturzentrum Hardtberg zum gemeinsamen Arbeiten treffen. Mit ihrer Werkschau, die am Samstag eröffnet wird, leisten sie auch einen Beitrag zum Tag der Druckkunst.

Seit die Drucktechniken im März 2018 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen Unesco-Kommission aufgenommen wurde – eine erfolgreiche Initiative des Museums für Druckkunst in Leipzig und des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler –, wird auch dieser Tag begangen. „Es ist ein sehr haptisches Arbeiten“, erklärt Astrid Meiners-Heithausen von den DruckARTisten ihre Faszination für diese Kunstform.

Es geht um das Unikat

Hinzu komme: „Die gewalzte Farbe im Druck hat eine tiefere Qualität als die gemalte.“ Und man könnte seriell arbeiten – was aber nicht angestrebt wird. „Wir sind vom Zwang befreit, zu vervielfältigen“, so Meiners-Heithausen. Die fünf Damen der Gruppe nutzen die Möglichkeiten der Druckerpresse zum Experimentieren, am Ende kommt das perfekte Ergebnis heraus – ein Unikat.

Als Gruppe gibt es die DruckARTisten seit 2008, aber schon seit 22 Jahren bedient Margrit Gloger die Pressen im Kulturzentrum. „Ich habe alle Techniken durch“, sagt sie. Deshalb weiß sie auch: Jede Technik bewirkt ein anderes Zusammenspiel von Farbe und Papier, jeder Papiertyp führt zu einem anderen Ergebnis. Und es macht einen Unterschied, ob man für die Druckerplatte Linden- oder Kiefernholz verwendet, ob man das Motiv hineinritzt, schabt oder ätzt.

Die besondere Herausforderung: „Was man sieht, muss man vorher andersherum im Kopf haben“, so Hilda von Overveld-Priew. Natürlich gibt die Technik der Presse Grenzen vor. „Aber in dieser Begrenztheit öffnen sich völlig neue Wege und Horizonte“, sagt Klara Lempert.

Das Drucken habe „eine ganz starke Materialität“, fügt sie hinzu. Das könne man bei einer virtuellen Werkschau, wie sie die Gruppe in der Pandemie schon mal versucht hatte, nicht adäquat vermitteln. Deshalb freuen sich die Künstlerinnen, dass sie in diesem Jahr wieder live ausstellen können, mit Vernissage.

Auch Siebdruck ist vertreten

Jeder hat im Saal des Kulturzentrums einen Rundbogen an der Wand für die eigenen Werke bekommen, die auch unterschiedliche Drucktechniken repräsentieren. Gastkünstlerin Agnes Wolkovicz fügt mit ihren Drucken die Siebdrucktechnik hinzu, die keine der DruckARTistinnen verwendet, denen auch noch Margarete Esser angehört.

Eine Ausstellung bringt natürlich auch Kunden: „Wenn wir nichts zeigen, kann auch keiner etwas kaufen“, konstatiert Meiners-Heithausen. Wer sich über die verschiedenen Drucktechniken informieren möchte, trifft die Künstlerinnen bei der Vernissage am Samstag, 12. März, ab 17 Uhr an. Danach sind die Drucke bis zum 24. Mai jeweils dienstags von 11 bis 15 Uhr sowie während der Veranstaltungen im Kulturzentrum, Rochusstraße 276, zu sehen.

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