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Baustelle in Lengsdorf: Lingsgasse ist schneller fertig als geplant

Baustelle in Lengsdorf : Lingsgasse ist schneller fertig als geplant

Schon seit zwanzig Jahren wünschen sich die Lengsdorfer, dass die Lingsgasse umgestaltet wird. Nun sind die Arbeiten fast abgeschlossen. Früher als eigentlich geplant ist die Straße wieder befahrbar. Die Stadt nennt die Gründe dafür, warum es schneller ging.

Am Ende ging in der Lingsgasse alles schneller als geplant. Die Stadt hat die Straße in Lengsdorf verbreitern lassen. Dafür war sie ab Anfang Juli komplett gesperrt. Mit dem Ende der Sommerferien in dieser Woche sollte der Verkehr dann einspurig durch die Baustelle geführt werden. Nun ist die Lingsgasse seit dem Wochenende wieder komplett befahrbar.

„Die Öffnung hat mich auch gewundert“, sagt Christoph Schada, Vorsitzender des Ortsfestausschusses Lengsdorf. Er freue sich über den gelungenen Ausbau. Laut Stadt stehen nun nur noch kleinere Arbeiten an: etwa Pflasterarbeiten und die Verglasung einer Bushaltestelle.

Stadt hatte Verzögerungen durch archäologische Funde einkalkuliert

Warum alles schneller ging, erklärt das Presseamt so: „Das Bauvorhaben liegt in der Nähe eines spätmittelalterlichen beziehungsweise frühneuzeitlichen Töpfereizentrums und das Tiefbauamt hat daher mit Verzögerungen durch die Archäologie gerechnet. Bei den Erdarbeiten gab es aber keine archäologischen Funde, sodass diese Arbeiten wesentlich schneller als kalkuliert und ohne Unterbrechung durchgeführt werden konnten.“

Dass es schnell gehen würde, hatte sich schon während der Arbeiten abgezeichnet. Anfang des Monats berichtete die Stadt, die Arbeiten seien vollständig im Zeitplan. Lediglich am Tag nach dem Unwetter vor rund vier Wochen habe der Bagger stillgestanden. Es gebe keine Lieferengpässe für Materialien oder Baugeräte.

Die Lengsdorfer hatten sich schon lange gewünscht, dass die Lingsgasse umgestaltet wird. Vor rund 20 Jahren wurde die Straße zum Diskussionsstoff für die Kommunalpolitik. Nun sind die Pläne umgesetzt: Die gesamte Verkehrsfläche ist auf 11,50 Meter verbreitert worden. Die Fahrbahn misst nun 6,50 Meter. Ganz neu ist der Gehweg auf der linken (südlichen) Seite. Mit 2,50 Meter ist er breit genug, dass Kinderwagen und Passanten aneinander vorbeikommen.

„Es gibt eine gewissen Zufriedenheit“

„Es gibt eine gewisse Zufriedenheit, nachdem 20 Jahre an der Sache herumgedoktert wurde“, hatte Schada über die Stimmung unter den Lengsdorferinnen und Lengsdorfern gesagt, als die Bauarbeiten begannen. So sieht es etwa Marianne Buchwald. „Es ist schon schön, dass die Straße jetzt breiter ist und es auch auf der anderen Seite einen Bürgersteig gibt“, sagt die 62-Jährige. Viele hätten sich ja gar nicht getraut, in die verengte Straße zu fahren, wenn gerade Gegenverkehr kommt.

Ein weiterer Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, ist froh über die neu gestaltete Straße. Nur mit den Zebrastreifen ist er nicht ganz so glücklich. Vorher führte der direkt von der Lengsdorfer Hauptstraße auf die andere Straßenseite – genau da, wo jetzt die Bushaltestelle steht. „Manche könnten aus Gewohnheit weiter dort über die Straße gehen. Hoffentlich gibt das dann keine Unfälle“, mahnt der Lengsdorfer.

Busverkehr musste umgeleitet werden

Weil die Straße für die Bauarbeiten gesperrt war, musste der Verkehr umgeleitet werden. „Das höhere Verkehrsaufkommen im Ortsmittelpunkt war schon zu spüren“, sagt Schada. „Aber wir haben das alle gut überstanden.“

Auch die Buslinien 604 und 605 mussten während der Bauarbeiten von ihrem üblichen Weg abweichen und wurden umgeleitet. „Beide fahren nun wieder ihren normalen Linienweg“, sagte Veronika John, Sprecherin der SWB Bus und Bahn, am Montag.

Wie sich die Verbreiterung der Straße auswirke, werde die Zukunft zeigen, sagt Schada. „Ich hoffe, dass die Verkehrsteilnehmer sich weiter an Tempo 30 halten und die breitere Fahrbahn nicht als Rennstrecke nutzen.“