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Modernisierung: Lübke-Heim steht vor der Sanierung

Modernisierung : Lübke-Heim steht vor der Sanierung

Während des Umbaus müssen die Bewohner ins frühere Haus Dottendorf umziehen. Andernfalls würde sich die Bauzeit auf drei Jahre verlängern.

Dem größten Seniorenheim der Stadt Bonn, dem Wilhelmine-Lübke-Haus in Duisdorf, stehen gravierende Veränderungen bevor. Bis spätestens 2018 muss es umfangreich saniert, modernisiert und barrierefrei werden, fordert das Wohn- und Teilhabegesetz zur Sicherung der Qualität von Wohn- und Betreuungsangeboten für Senioren (GEPA).

Was das für die Bewohner bedeutet, erklärte Marc Biedinger, Betriebsleiter der Bonner Seniorenzentren, kürzlich den Politikern in der Bezirksvertretung Hardtberg. Die Senioren müssen umziehen, denn während der Bautätigkeit in dem Haus zu bleiben, würde nicht nur die Bewohner und die Mitarbeiter stressen, sondern auch die Bauzeit auf drei Jahre verlängern. Und das sei nicht akzeptabel.

Angemietet werden soll dafür das frühere Haus Dottendorf im Bonner Süden, und zwar über eine Zeit von 25 Jahren. Mit dem Vermieter ist sich die Stadt so gut wie handelseinig, kann aber noch keinen Vertrag unterschreiben, weil der Landschaftsverband noch kein grünes Licht gegeben hat. „Wir gehen aber davon aus, dass das in der zweiten Hälfte 2016 geregelt wird.“ Vorteil für die Senioren aus Duisdorf: In Dottendort wären ihre Zimmer größer, nämlich 20 statt 14 Quadratmeter. Und das Haus, das seit Anfang 2015 leer steht, erfüllt bereits jetzt die gesetzlichen Vorgaben.

Danach geht es an die Sanierung in Duisdorf. „Dort sind die eklatanten Schwachpunkte die Sanitärbereiche“, berichtete Biedinger. Es gebe bis heute Sitzbadewannen, was nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben entspreche. Die Bäder seien zu klein. Außerdem gebe es den klassischen Wohnfall wie früher kaum noch. „Wir brauchen statt dessen rollstuhlgeeignete Zimmer.“ Weil viele Senioren die Balkons ihrer Zimmer nicht mehr nutzen können, sollen diese in die Zimmer integriert werden. Dadurch könnten die Bäder neu und größer geschnitten werden. Und die Fenster nach außen würden dann bis an den Fußboden reichen, damit auch bettlägerige Bewohner hinaus schauen können. Außerdem werde ein Wohngruppenkonzept eingerichtet und im Erdgeschoss ein caféähnliches Angebot in dem zentralen Speisesaal gemacht. Die Kosten für den Umbau werden bei rund zehn Millionen Euro liegen.

Die Bewohner sind im April über die Pläne der Stadt informiert worden. Ob sie nach Abschluss der anderthalb Jahre dauernden Sanierung in das Duisdorfer Haus zurückkehren oder in Dottendorf bleiben, ist ihre Sache. „Wir wollen den Bewohnern diese Entscheidung selbst überlassen“, kündigte Biedinger an.