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Neubaugebiet Lengsdorf: Mangel an Kindergartenplätzen hat bald ein Ende

Neubaugebiet Lengsdorf : Mangel an Kindergartenplätzen hat bald ein Ende

Im Lengsdorfer Neubaugebiet in den Weingärten baut die Vebowag bis Ende dieses Jahres eine neue Tagesstätte.

Ein junges Paar schiebt einen Kinderwagen durch das Neubaugebiet In den Weingärten, darin liegt die sechs Monate alte Tochter. "Wir haben sie direkt nach der Geburt bei zwei Kindergärten angemeldet", sagt der Vater. Zur Verfügung stehen derzeit die katholischen Kindergärten von Sankt Rochus in Duisdorf und Sankt Peter in Lengsdorf, daneben gibt es noch die städtische Kita an der Kreuzbergschule.

Die beiden wollen die Kleine so früh wie möglich unterbringen und hoffen, dass sie einen Platz finden. Sie hätten sich deshalb gewünscht, dass der Kindergarten, dessen Bau die Stadt jetzt mit der Vereinigten Bonner Wohnungsbau AG (Vebowag) vereinbart hat, bereits fertig wäre.

"Alleine bei uns in der Hausreihe sind drei Frauen schwanger", sagt er. Wenn deren Nachwuchs im richtigen Alter für den Kindergarten ist, wird der geplante längst fertig sein: Das soll laut Ratsbeschluss Ende 2012 der Fall sein. Die Stadt hat der Vebowag dafür ein Grundstück an der Einfahrt von der Villemombler Straße ins Wohngebiet übertragen, auf dem derzeit Wildwuchs herrscht.

Sie baut dort einen Komplex, in dem unter anderem die Kindertagesstätte samt Außengelände untergebracht sein wird. Die wird aus zwei Gruppen mit je 20 Kindern von zwei bis sechs Jahren und einer integrativen Gruppe mit 15 behinderten und nichtbehinderten Kindern bestehen. Die Stadt mietet das Gebäude für 20 Jahre, die Miete fließt über Landeszuschüsse an die Stadt zurück.

Für die CDU-Stadtverordnete Birgitta Jackel, die als Mitglied im Vebowag-Aufsichtsrat mit dem Projekt vertraut ist, ist das ein gutes Beispiel dafür, "wie mit weniger städtischen Mitteln mehr erreicht werden kann". Laut Kindertagesstättenbedarfsplan herrsche in Lengsdorf ein Fehlbedarf, sagt sie - spätestens mit dem Bau des neuen Wohngebietes (siehe Infokasten).

Alles, was die Stadt finanziell dazu beiträgt, sind 137.000 Euro für die Beschaffung der Erstausstattung. Über die Bereitstellung dieses Geldes befindet die Bezirksvertretung Hardtberg am 31. Januar in einer Dringlichkeitsentscheidung. Die anschließenden Betriebskosten werden nach den Platz- und Mietpauschalen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) auf 559 304,67 Euro jährlich veranschlagt. Rund die Hälfte zahlt die Stadt, der Rest wird über Landeszuschüsse und Elternbeiträge finanziert. Neun Stellen für pädagogisches Personal, eine Stelle für therapeutische Kräfte und eine 20-Stunden-Stelle für eine Küchenkraft sind vorgesehen.

Thomas Odenthal hätte, als die Familie nach Lengsdorf zog, für seine Tochter einen Kindergarten gebrauchen können. Er gehört zu den Pionieren im Neubaugebiet In den Weingärten. "Wir waren die zweite Familie, die hier hingezogen ist. Damals gab es hier nichts." Jetzt stehen rund 150 neue Wohnhäuser zwischen Villemombler und Provinzialstraße, in vielen von ihnen wohnen junge Familien mit Kindern. Seine eigene Tochter geht inzwischen nach Duisdorf zur Grundschule. Auch wenn es ihn jetzt vorerst nicht mehr betrifft, ist Odenthal sehr für den Bau des Kindergartens.

Zahlen und Fakten:
Der Bedarfsplan führt für Lengsdorf 143 Kinder unter drei (U3) und 157 Kinder zwischen drei und sechs Jahren (Ü3) auf. Es gibt zwei Kindergärten, die zusammen 115 Ü3-Plätze und zehn U3-Plätze anbieten. Bis 2013 fehlen 37 Ü3- und 26 U3-Plätze. Mit der neuen Kita werden 43 Ü3- und zwölf U3-Plätze geschaffen. Damit ist das Ü3-Ziel erreicht.