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Überblick zur Kommunalwahl: Nächste Bezirksvertretung vom Hardtberg hat zu tun

Überblick zur Kommunalwahl : Nächste Bezirksvertretung vom Hardtberg hat zu tun

Viele große und kleine Projekte hat die Politik in der zurückliegenden Ratsperiode auf den Weg gebracht. Aber es liegen noch wichtige Pläne in der Schublade – für die nächste Bezirksvertretung. Ein Überblick.

Die Klage, dass der Stadtbezirk Hardtberg von der Verwaltung vernachlässigt wird, ist so alt wie die kommunale Neuordnung – also 51 Jahre. Sie ist viel leiser geworden, wird aber immer noch geführt. In der Verallgemeinerung steckt keine Wahrheit – aber im Detail. Missgestimmt mussten Politiker zur Kenntnis nehmen, dass die für den Hardtberg zuständige Stadtplanerin über viele Monate von dieser Aufgabe abgezogen wurde. Die Folge war, dass manche ohnehin lang erwartete Verwaltungsvorlage Monat für Monat vertagt wurde – und folglich kein Beschluss gefasst werden konnte. Entsprechend hat die Bilanz der zurückliegenden sechsjährigen Legislaturperiode Höhen und Tiefen.

  • Schmitthalle: Seit vergangenem November steht die Mehrzweckhalle wieder zur Verfügung. Rund 2,8 Millionen Euro hat die knapp zweijährige Sanierungsmaßnahme gekostet – mehr als ursprünglich veranschlagt. Einerseits barg das 60 Jahre alte Gebäude mehr unangenehme Überraschungen als erwartet. Andererseits schaffte es die Politik, mehr Wünsche auf die Sanierungsliste zu packen, als von der Verwaltung beabsichtigt, wie etwa einen speziellen Hallenboden, der Kunstradfahren, Tanzveranstaltungen und Ringertraining gleichermaßen aushält. Eine Renovierung der Toiletten  oder die neue Multimedia-Anlage standen ursprünglich auch nicht auf dem Plan. Die Vereine sind zufrieden.
  • Hardtbergbad: Das in diesem Jahr von der Stadt vorgelegte Bäderkonzept für die vier Stadtbezirke verbessert – wenn es von der Politik beschlossen wird – die Position des Hardtbergbads. Denn die Schwimmhalle soll für geschätzte 30 Millionen Euro bis spätestens 2030 zum ganzjährigen Familienbad ausgebaut werden. Die dringend notwendige Sanierung war bereits zuvor beschlossene Sache. Beginn der Maßnahme ist für kommendes Jahr anvisiert und soll zwei Jahre dauern. Solange das Hardtbergbad für die Sanierung geschlossen ist, soll das Schulschwimmen im Stadtbezirk gesichert sein. Als Übergangslösung kommen Ludwig-Richter- und Derletalschule infrage.
  • Park-und-ride-Parkplatz am Bahnhof: Immer wieder unternimmt die Politik Vorstöße, dass der von allen begrüßte P&R-Parkplatz für rund 40 Fahrzeuge endlich Wirklichkeit wird. Seit über zehn Jahren vagabundiert das Thema durch die Gremien – unter der Überschrift: Kaufverhandlungen  zwischen der Deutschen Bahn und der Verwaltung. 2013 war der Plan sogar bis zur Beschlussreife gediehen, dabei blieb es. Ärgerlich, denn der Parkplatz wäre eine gute Umsteigeposition für auswärtige Pendler in die Innenstadt.
  • Wohnungsbau: Das derzeit größte Bauprojekt im Stadtbezirk befindet sich auf dem 76 000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Gallwitz-Kaserne an der Julius-Leber-Straße, wo 540 Wohnungen entstehen. Es soll bis zum Sommer 2023 fertig sein. Neben Eigentumswohnungen im Portfolio des Investors Pandion baut Sahle 140 geförderte Wohnungen. Die Stadt realisiert dort eine Kindertagesstätte, in der auch eine Offene Tür für Jugendliche untergebracht werden soll.

Ab Herbst bezugsfertig sind die ersten von rund 120 geförderten Wohnungen an der Villemombler Straße in Regie der städtischen Vebowag. Das Gelände gehörte ursprünglich dem Landesbetrieb Straßen NRW. Einige Jahren werden noch vergehen, bis der Investor KölnGrund auf dem Areal der ehemaligen Schamotte-Fabrik Wohnungen hochziehen kann. Der entsprechende Bebauungsplan fehlt.

  • Verkehr: Mit Blick auf die Verkehrssituation in der Bonner Innenstadt, relativieren viele Hardtberger ihre Einschätzung über die Staubelastung vor ihrer Haustür. Es gibt punktuelle Probleme etwa im Duisdorfer Oberdorf. Und es gibt die vielbefahrenen Achsen wie B56/Rochusstraße, Konrad-Adenauer-Damm oder Provinzialstraße. Welche Mengen Verkehr über sie abfließen, merkt man erst, wenn eine dieser Hauptadern gesperrt ist, etwa wegen Kanalarbeiten.

Die Bahnhofstraße ist ohnehin – und auch wegen des Bahnübergangs – stauanfällig. In Rage kommen viele Autofahrer an den geschlossenen Schranken an den Weck-Werken. Mittlerweile stehen sie dort bis zu 15 Minuten. Die Schließzeiten regele ein Zentralcomputer in Euskirchen – daran lasse sich nichts ändern, sagt die Bahn.

Bedauernswert sind die Anwohner, die unter Schleichverkehren zu leiden haben. Auch die Lessenicher Straße ist davon stark betroffen. Ein Nadelöhr wird in absehbarer Zeit entschärft: Die Lingsgasse, Verbindung zwischen Lengsdorf und Provinzial-/Villemombler Straße, soll verbreitert werden.

  • Schubladenpläne: Auf dem Papier ist bereits errechnet, wie viele Wohnungen im potenziellen Baugebiet „Am Lappenstrünken“ in Lengsdorf entstehen könnten. Die 240 Wohnungen könnten aus Sicht der Politik längst bezogen sein. Aber die Verwaltung kommt seit Jahren nicht weiter, weder bei der Umlegung noch beim Bebauungsplan.

Einen Namen hat das Projekt längst, aber die Planung für das „Burgweiher-Carré“ liegt auf Eis. Mit Verbindung zur Fußgängerzone solle das Areal zwischen Burgacker/Burgweiher städtebaulich entwickelt und auch der Verkehr auf der B56 anders geregelt werden. – beispielsweise mit Kreiseln. Nach langen Vorbereitungen scheiterte das Projekt an den Eigentumsverhältnissen und unterschiedlichen Vorstellungen. Die Politik bringt das Thema immer wieder in Erinnerung. Aktuell geht es darum, auch das Gelände der ehemaligen Schamotte-Fabrik in eine Rahmenplanung einzubeziehen.

Die nächste Seite zu den Kommunalwahlen mit Vorstellung weiterer Kandidaten erscheint am am Montag, 24. August.