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Fahrplanänderung im Stadtbezirk Hardtberg: Neue Buslinien kommen gut an

Fahrplanänderung im Stadtbezirk Hardtberg : Neue Buslinien kommen gut an

Die Fahrgäste haben einige Vorteile, manche Anwohner sind aber skeptisch.

Seit zehn Tagen läuft der Busfahrplan im Stadtbezirk Hardtberg etwas anders als gewohnt, und bei den Stadtwerken hat man bisher nur wenige Rückmeldungen darauf erhalten. "Das ist in der Regel ein gutes Zeichen", so SWB-Sprecher Werner Schui.

"Die ersten Erfahrungen und Hinweise aus der Bevölkerung mit dem neuen Nahverkehrsplan im Stadtbezirk sind insgesamt positiv, da die Buslinien 605, 633 und 843 auf den Ausbau der S 23 angepasst worden sind und mehr Fahrgäste auf die Schiene bringen", meint CDU-Ratsherr Bert Moll.

Die Anbindung von Lessenich ans Duisdorfer Zentrum durch die neue Kleinbuslinie 680 sei gerade für ältere Menschen ein Fortschritt. Ob die neuen Linienführungen für Fahrgäste komfortabler geworden sind, müsse sich aber noch herausstellen und im Einzelfall nachjustiert werden, so Moll weiter. "Bei hoher Verkehrsdichte tragen insbesondere neue Haltepunkte bei der 843 wie in Ückesdorf dazu bei, dass sich Verspätungen einstellen können, die den Anschluss an die S 23 gefährden."

Weitgehend problemlos lief auch für Grünen-Ratsherr Rolf Beu die Einführung des neuen Fahrplans und der neuen Linien auf dem Hardtberg. "Im Vergleich zu anderen größeren Fahrplanänderungen in den Vorjahren gab es, was mir auch die Stadtwerke Bonn bestätigten, kaum Beschwerden", sagt er und wundert sich darüber nicht.

Schließlich bringe das neue Netz für die meisten Fahrgäste nur Verbesserungen, die teils seit Langem gefordert wurden. So wie erstmals eine umsteigefreie Direktverbindung von Ückesdorf-Mitte ins Duisdorfer Zentrum und zum Bahnhof Duisdorf. Auch können Anwohner am Bonner Logsweg erstmals die Duisdorfer Einkaufsstraßen und Arztpraxen direkt und umsteigefrei erreichen.

Allerdings gibt es Klagen aus der Lessenicher Straße und dem Schmittgasser Kirchweg über viel Verkehr vor den Fenstern der Anwohner. "Die maximal zwei zusätzlichen Kleinbusse pro Stunde und Richtung, die jetzt neu über diesen Straßenverlauf verkehren, machen statistisch einen kaum messbaren Mehrverkehr von unter einem Prozent aus", erklärt Beu.

Die Rückmeldung bei Nutzern und Fahrgästen ist überwiegend positiv

"Die Beschwerden sind vielmehr ein Beleg dafür, dass das Wohngebiet Am Bruch ohne ausreichende Verkehrsanbindung realisiert wurde, da nicht alle Neubürger die S 23 nutzen - und allein deshalb schon ein zweiter Bauabschnitt ausgeschlossen ist." Die Rückmeldung bei Nutzern und Fahrgästen ist überwiegend positiv, hat auch SPD-Ratsfrau Gabi Mayer festgestellt. Der Kleinbus werde gut angenommen, von den Fußballern aus Lessenich sei erst nach der Winterpause eine Einschätzung zu erwarten.

Auch Mayer kennt die skeptischen Stimmen von den Anwohnern an der Lessenicher Straße und kündigt an: Am 29. Januar um 16 Uhr werde sie gemeinsam mit der Verwaltung und SPD-Kollegen die Anwohner zum Gespräch an der Schranke einladen. "Dann werden wir besprechen, ob und welche Entlastung genau für die direkten Anwohner möglich ist." Sie glaubt, dass der Kleinbus und die neuen Haltestellen für die Anwohner nur der berühmte Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Nach wenigen Tagen schon eine Bilanz zu ziehen, fällt dem FDP-Bezirkspolitiker Frank Thomas schwer. "Wichtig", so glaubt er, "werden die offiziellen Nutzerzahlen sein."