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Neue Regelungen für Drohnenbesitzer ab Mai

Neue Regelungen für Drohnenbesitzer : „Der neue Rechtsrahmen ist nicht einfach zu verstehen“

In Deutschland sind inzwischen rund eine halbe Million Drohnen in Betrieb. Ab Mai 2021 ist der Betrieb von Flugmodellen nur nach Registrierung beim Deutschen Luftfahrt-Bundesamt zugelassen.

„Der Modellflug verfügt über eine ausgezeichnete Schadensbilanz“, teilt Christoph Bremer als Pressesprecher des Deutschen Modellfliegerverbandes (DMFV) mit Sitz an der Rochusstraße auf Anfrage des GA mit. Außer Bagatellschäden gebe es bei den rund 90 000 Mitgliedern seines Verbands keine nennenswerten Vorkommnisse wie Personenschäden oder ähnliches. Das gelte auch im Zusammenhang mit Drohnen. „Die ständig zunehmende Betriebsamkeit in der Luft bedarf inzwischen eines umfangreichen Regelwerks“, bestätigt auch Ulrike Sebastian als stellvertretende Leiterin der Mitgliederverwaltung des DMFV (der GA berichtete).

455 000 Drohnen werden bundesweit privat genutzt

In Deutschland sind inzwischen rund eine halbe Million Drohnen in Betrieb. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) stellte für 2019 fest, dass rund 455 000 Drohnen privat und 19 000 Drohnen kommerziell genutzt werden. Eine Verdreifachung der Zahlen innerhalb von vier Jahren. Seit Anfang des Jahres gilt die sogenannte EU-Drohnenverordnung. „Piloten von unbemannten Luftfahrzeugen“, wie die Betreiber von Modellflugzeugen im offiziellen Sprachjargon genannt werden, benötigen zum Betrieb ihrer Drohnen oder Flugmodelle einen Nachweis, der ihnen die Kenntnis des gültigen Rechtsrahmens bescheinigt. Darauf macht der DMFV aufmerksam.

„Für Menschen, die einfach nur fliegen wollen, ist der neue Rechtsrahmen nicht einfach zu verstehen“, sagt der DMFV-Generalsekretär Hans Ulrich Hochgeschurz im Gespräch mit dem GA. Denn man müsse zwischen EU- und Verbandsrecht unterscheiden. Während der Drohnenbetrieb außerhalb eines Modellflugverbandes nach europäischem Recht reguliert wird, können Piloten, die ihre Drohne zu Sport- und Freizeitzwecken in einem Verband betreiben, dies während einer Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2022 weiterhin nach den ihnen bekannten, derzeitig geltenden nationalen Gesetzen tun.

Piloten erhalten individuelle Registrierungsnummer

Professionelle Anwender, die ihre Drohnen beispielsweise für Vermessung, Kartierung, Inspektion, Film- und Fotoaufnahmen einsetzen, dürfen jedoch nach der neuen EU-Drohnenverordnung ihre Fluggeräte ab dem 1. Mai nur noch nach einer erfolgten Piloten-Registrierung in die Luft erheben lassen. Generell gilt, dass Flugmodelle bis zu einer abgeschlossenen Registrierung weiterhin mit Namen und Anschrift des Betreibers gekennzeichnet sein müssen. Ab Mai 2021 ist der Betrieb von Flugmodellen außerhalb eines Modellfliegerverbandes dann auch in Deutschland nur noch nach erfolgter Piloten-Registrierung beim Deutschen Luftfahrt-Bundesamt (LBA) zugelassen. Die dann registrierten Piloten erhalten vom Luftfahrt-Bundesamt eine individuelle Registrierungsnummer (e-ID) zugeteilt. Deren Sinn entspricht in etwa dem eines Pkw-Kennzeichens: unbemannte Luftfahrzeuge sollen erkennbar und auch von externen Beobachtern oder gegebenenfalls Ordnungsbehörden einem Betreiber zugeordnet werden können. Eine Pflicht, die Registrierungsnummer von außen sichtbar anzubringen, besteht dabei jedoch nicht. So kann die e-ID beispielsweise auch im Akkufach oder im Rumpf angebracht werden. Wichtig ist für alle Fluggeräte, dass bei einem eventuellen Schadensfall die Drohne beziehungsweise das Modellflugzeug eindeutig seinem Eigentümer oder seiner Eigentümerin zuzuordnen ist.