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Freiwillige Feuerwehr Lengsdorf: Neues Löschfahrzeug passt nicht in die Garage

Freiwillige Feuerwehr Lengsdorf : Neues Löschfahrzeug passt nicht in die Garage

Die Freiwillige Feuerwehr Lengsdorf hat ein neues Löschfahrzeug bekommen. Die Freude darüber ist aber nicht ganz ungetrübt. Der mehr als 220.000 Euro teure Wagen passt bislang nicht in die „Garage“.

Mehr als 220.000 Euro hat der neue Wagen gekostet, passte dann aber nicht in die „Garage“. Die muss jetzt angepasst werden. „Das Fahrzeug ist zu groß oder die Halle zu klein, wie Sie wollen“, sagt Oliver Attig, Löscheinheitsführer der Freiwilligen Feuerwehr Lengsdorf.

Eigentlich steht der Fuhrpark in der Wache „Im Mühlenbach“. Die muss aber nun umgebaut werden. Bis es so weit ist, parkt der rund drei Meter hohe Wagen in der Rettungswache 4 der Berufsfeuerwehr am Kirchbüchel. Die Freude der Feuerwehrleute trübt das kaum. Denn zu den ersten Einsätzen konnten sie damit bereits ausrücken.

Attig und sein Stellvertreter Sascha Klaas stellen das Fahrzeug an diesem Morgen auf dem Hof der Wache 4 vor, um mal zu zeigen, was es alles so kann. Das rund 14 Tonnen schwere Gefährt haben sie vor der Halle geparkt und alle Klappen und Schubladen geöffnet. Wie ist das eigentlich? Kommt bei erwachsenen Männern noch mal der kleine Junge durch, wenn es ein neues Feuerwehrauto gibt? „Egal, ob große oder kleine Jungs, da freut man sich drüber“, sagt Attig.

Zuvor musste die Löscheinheit einen Transporter abgeben

Bisher hatte die Einheit drei Fahrzeuge. Einen Mannschaftstransporter muss sie nun abgeben, dafür bekommt sie das zweite Löschfahrzeug. „LF-20-Kat-Schutz“ ist der offizielle Name. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) stellt solche Fahrzeuge Feuerwehren in ganz Deutschland zur Verfügung. „Die sind genormt und überall gleich“, sagt Attig. „In einem Katastrophen-Fall ist daher sofort klar, was am Einsatzort an Material zur Verfügung steht.“

Zu den ersten Einsätzen gehörte das Unwetter in der vergangenen Woche, bei dem auch die Gruppe aus Lengsdorf draußen war. An zwölf Orten halfen sie während des Sturms. „Außerdem hatten wir noch einen Brandeinsatz in einer Tiefgarage“, sagt Klaas. Durch den neuen Wagen können nun mehr Wehrleute in einem Löschfahrzeug zum Einsatz fahren und müssen nicht mehr im Mannschaftswagen hinterherjuckeln. „Das steigert natürlich auch die Motivation unserer Mitglieder“, sagt Attig. „Wir können außerdem mehr Einsätze in kürzer Zeit fahren. Das kommt den Bürgern zugute.“

Herzstück ist die Wasserpumpe

Das Herzstück des Wagens ist die Pumpe im Heck. Sie pumpt die 1000 Liter aus dem eingebauten Tank, die die Einsatzkräfte immer dabei haben. Das Material an Bord macht 40.000 Euro des Preises aus (siehe auch „Die Ausstattung des Löschfahrzeuges“) Neun Personen haben in dem Fahrzeug Platz: zwei in der Fahrer- und sieben in der Mannschaftskabine. Dort können sich die Feuerwehrleute schon auf dem Weg zum Einsatz bereit machen. Zwei Pressluftflaschen hängen an der Wand, weitere sind im hinteren Teil des Fahrzeugs verstaut. So eine Flasche versorgt einen Feuerwehrmann im Schnitt für 25 Minuten mit Luft. Wenn es anstrengend wird auch mal nur für zehn.

Vorne rechts in der Kabine sitzt beim Einsatz der Gruppenführer neben dem Fahrer. Wenn der aufs Gas tritt, lässt der 270 PS starke Motor seine Kraft hören. Der Wagen ist nicht nur für die Straße ausgelegt, sondern kann auch ohne Probleme abseits davon fahren – etwa bei Waldbränden. Auch Löcher, die einen halben Meter tief sind, stellen damit kein Problem dar. Ein Navi bringt die Besatzung an den Einsatzort. Und die Sirene macht alle Autofahrer darauf aufmerksam, wer dort heranbraust. Kann die eigentlich verschiedene Lautstärken? „Ja, zwei“, sagt Klaas mit einem Augenzwinkern: „An-laut und an-laut.“

Bestens ausgestattet ist die Löschgruppe mit dem Wagen nun. Jetzt muss nur noch der passende Parkplatz her. Attig sagt: „Anfang nächsten Jahres soll die Halle umgebaut sein.“

Die Freiwillige Feuerwehr sucht noch Verstärkung. Wer Interesse hat, dort mitzuhelfen, kann sich per E-Mail melden: fuehrung@feuerwehr-lengsdorf.de