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Hardtberg-Gymnasium in Bonn: Opernsänger verraten, ob man vom Singen Muskelkater bekommt

Hardtberg-Gymnasium in Bonn : Opernsänger verraten, ob man vom Singen Muskelkater bekommt

Zwei echte Operntenöre im Musikunterricht – das war für Schüler des Hardtberg-Gymnasiums eine Überraschung. Die Stunde per Videokonferenz mit Santiago Sánchez und Kieran Carrel von der Bonner Oper gestaltete sich lebhaft.

Santiago Sánchez von der Oper Bonn ist überzeugt davon, „dass Musik jeden glücklich macht. Für Kinder ist sie besonders wichtig“. Gemeinsam mit seinem Kollegen Kieran Carrel hat er die Klassen 6a und 6b des Hardtberg-Gymnasiums besucht – per Videocall im Onlineunterricht. Musiklehrer Carsten Dittmer hatte das Zusammentreffen seiner Schüler mit den beiden Opernsängern organisiert. „Um das andauernde Distanzlernen motivierend zu gestalten, brauchen wir alle ein wenig Abwechslung“, sagt er. Dabei sei der Distanzunterricht sogar von Vorteil. „Es können alle Schüler gleichzeitig teilnehmen. Alle können sich von Angesicht zu Angesicht sehen und es darf ungehemmt gesungen werden.“

Ungezwungen und lebhaft schalteten sich die beiden Operntenöre in die Videokonferenz ein. Das Eis zu den Schülerinnen und Schülern war schnell gebrochen. Sánchez und Carrel erzählten über ihren Alltag und ihre professionelle Herangehensweise an ihren Beruf. Die Schüler gingen mit und stellten interessante Fragen: „Was macht man, wenn man auf der Bühne auf einmal lachen muss?“ Außerdem wollten sie wissen, wie die Sänger mit der Corona-Krise zurechtkommen. Und: „Bekommt man vom Singen Muskelkater?“ Sánchez und Carrel blieben keine Antwort schuldig. Selbstverständlich gab es auch einen musikalischen Teil. Die Profis präsentierten Gesangsübungen, kurze Sequenzen aus der Oper und gaben Tipps zum Singen. Wichtig sei beispielsweise, dass der Sänger sehr aufrecht sitzen muss, damit die Luft gut herausströmen kann

Kein Muskelkater vom Singen

Am Ende waren Kinder und Opernsänger mit dem ersten Onlinetreffen zufrieden. „Leider ist Oper manchmal zu entfernt oder komplex für junge Leute. Deswegen hat es mich gefreut, ihnen ein wenig über unseren schönen Beruf erzählen zu können“, resümierte Sánchez. Carrel fügte hinzu: „Es war interessant, den eigenen Beruf durch die Augen und Fragen der Schüler zu sehen. Das regt einen zum Nachdenken an, was besonders momentan, in all der Stille ums Kulturleben, ein tolles Gefühl ist.“ Die Schüler hatten dazu gelernt. Schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass sie echte Opernsänger treffen. Und sie wissen jetzt auch, dass man vom Singen keinen Muskelkater bekommt.