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Verwaltung hat Bedenken: Ortsausschuss Lessenich will ehemalige Leichenhalle als Möbellager nutzen

Verwaltung hat Bedenken : Ortsausschuss Lessenich will ehemalige Leichenhalle als Möbellager nutzen

Der Ortsausschuss Lessenich/Meßdorf will eine ehemalige Leichenhalle als Lagerraum für Möbel nutzen. Die Verwaltung hat aber Bedenken.

Eine ehemalige Leichenhalle soll als Lagerraum genutzt werden? Mancher Politiker in der Sitzung der Bonner Bezirksvertretung gab sich verwundert. Die CDU-Bezirksfraktion hatte den Antrag gestellt, den Aufwand zu prüfen. Jonas Jakob Henges (CDU) begründete den Vorstoß damit, dass dem Ortsausschuss Lessenich/Meßdorf und seinen 15 Vereinen und Initiativen für die Arbeit ein Begegnungsort fehle. Die Halle werde von den Mitarbeitern des Grünflächenamtes nicht mehr als Aufenthaltsraum genutzt.

Verwaltung verweist auf Zustand des Gebäudes

Bruno Euskirchen, Vorsitzender des Ortsausschusses und Initiator der Idee, sieht die Sache pragmatisch. Ihm geht es darum, für das Mobiliar des Vereins einen Aufbewahrungsort zu finden. Nach dem Auszug aus dem ehemaligen Feuerwehrhaus lagert das Inventar in verschiedenen Garagen der Mitglieder. Er würde gern – schnell – einen neuen Raum bekommen und fände es gut, wenn nicht noch eine Pacht die Vereinskasse belasten würde. Im Feuerwehrhaus wurden 400 Euro fällig.

Die Verwaltung ist anderer Meinung. Das Gebäude ist „in einem dringend sanierungsbedürftigen Zustand“. Nicht nur bautechnische und denkmalpflegerische Gesichtspunkte seien zu berücksichtigen. Es müsste zudem geprüft werden, ob das Gebäude unter Würdigung der Örtlichkeit – ein Friedhof – für andere Zwecke, insbesondere für eine Verpachtung an Dritte, genutzt werden könne. Als ein entscheidendes Kriterium verweist die Verwaltung auf die Sanierungs- und Unterhaltungskosten.

Sabrina Lipprandt (SPD) fügte dem einen weiteren Aspekt hinzu: Ebenfalls berücksichtigt werden soll, ob diese Art der Nutzung dem bestehenden Friedhofskonzept gerecht wird. Das alles soll die Verwaltung prüfen, so das einstimmige Votum der Bezirksvertretung.