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Wohnungsbau in Bonn: Pandion AG kauft Gallwitz-Kaserne

Wohnungsbau in Bonn : Pandion AG kauft Gallwitz-Kaserne

Fast 76.000 Quadratmeter Bauland entstehen bald an der Julius-Leber-Straße. Der Bund hat das Areal verkauft. Mit 23,15 Millionen Euro lag die Kölner Baugesellschaft deutlich über den anderen Bietern.

Das Areal der früheren Gallwitz-Kaserne ist verkauft. Wie aus einem vertraulichen Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, Jens Spahn, an die Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Bundestags hervorgeht, ist der Zuschlag im Bieterverfahren an die Pandion AG gegangen. Danach hat die Pandion 23,15 Millionen Euro für das gut 7,6 Hektar große Gelände gezahlt. Die Liegenschaft wurde über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) vermarktet.

Der Kaufvertrag wurde zwar schon am 1. Juni notariell beglaubigt, allerdings unter dem Vorbehalt, dass der Haushalts- und Finanzausschuss des Bundestags dem Kauf zustimmen. Ab einer Verkaufssumme von 15 Millionen Euro müssen solche Objekte ins parlamentarische Genehmigungsverfahren.

Kein Kommentar zum vertraulichen Schreiben

Warum der Verkauf nach einem Vierteljahr nach Notartermin immer noch nicht auf der Tagesordnung war, darüber gab es am Freitag keine Auskunft. Weder die Sprecherin der Pandion noch die Bima wollten sich dazu äußern. Letztere verwies darauf, dass sie vertrauliche Schreiben nicht kommentiert. „Hiervon unabhängig erteilt die Bima auch grundsätzlich keine Auskunft zum Inhalt von Kaufverträgen, der Höhe von Kaufpreisen oder zu ihren Verhandlungs- und Vertragspartnern“, so Thorsten Grützner von der Bima-Pressestelle.

Auch die Duisdorfer VR-Bank, die über ihre Tochter WGZ Immobilien und Treuhand ein Angebot für den Kauf der Gallwitz-Kaserne abgegeben hatte, gab keine Stellungnahme ab. Sie hatte vor, das Areal mit der Vereinigten Bonner Wohnungsbau AG (Vebowag) zu beplanen und zu bebauen. Eine Sprecherin der Bank verwies an Geschäftsführer Guido Tannenbaum, der aber erst kommende Woche zu erreichen sei.

Angebote begannen bei 16,8 Millionen Euro

Indes ist davon auszugehen, dass die VR-Bank und die Vebowag weit weniger angeboten hatten. Zumindest hatte Vebowag-Vorstand Michael Kleine-Hartlage während des Bieterverfahrens gesagt, dass der von der Bima genannte Richtpreis von 12,8 Millionen Euro „sehr ambitiös“ sei. Tatsächlich lagen die Preisvorstellungen der elf anderen Bieter zwischen 16,8 Millionen und 21,2 Millionen Euro. Die Stadt Bonn hatte aufgrund der Haushaltslage auf einen städtischen Erwerb des Areals verzichtet.

Jedenfalls ist in dem Papier, das dem GA vorliegt, detailliert festgehalten, wie es mit dem Areal, auf dem noch Kasernenbauten aus den 1930er und 1950er Jahren stehen, weitergeht. Da die Stadt Bonn bereits im Sommer signalisiert hatte, dass das Gelände für die Unterbringung von Flüchtlingen nicht geeignet sei, kann es nun mit der Planung zügig weitergehen.

465 Wohnungen werden gebaut

Die Käuferin, die für das Projekt die Pandion Gallwitz GmbH & Co. KG gegründet hat, und die Stadt Bonn haben dem Staatssekretär zufolge schon längst Gespräche aufgenommen. Die Stadt wollte sich am Freitag aber auch nicht äußern. Sie und die Pandion werden, sobald der Kaufvertrag über die Ausschüsse bestätigt ist, über einen öffentlich-rechtlichen Vertrag verhandeln. Geplant ist, auf dem Grundstück zwischen A 565, Julius-Leber-Straße und Auf dem Kirchbüchel 465 Wohnungen zu errichten – davon 30 Prozent, also 140 Wohnungen, für den sozialen Wohnungsbau. Diese sollen vornehmlich auf dem Gelände an der Autobahn gebaut werden.

Die Pandion ist keine Unbekannte: In Bonn hat sie etwa die Stadtpalais an der Schaumburg-Lippe-Straße, die Graurheindorfer Rheinresidenz und die Rheinlogen am Brassertufer nahe der Oper sowie die Kölner Kranhäuser gebaut.