Stadt will legale Strecke am Venusberg Rund 3300 Stimmen gegen eine Mountainbike-Strecke in Bonn

Venusberg · Bisher sind Mountainbiker illegal am Venusberg unterwegs. Ein Verein hat nun 3300 Stimmen gegen die Pläne der Stadt gesammelt, dort eine legale Strecke einzurichten. Schlechte Nachrichten für die Mountainbiker gibt es aber auch von anderer Stelle.

Michael Schaake (r.) und Jan Jacobi übergeben die Petition an Oberbürgemeisterin Katja Dörner.

Michael Schaake (r.) und Jan Jacobi übergeben die Petition an Oberbürgemeisterin Katja Dörner.

Foto: Benjamin Westhoff

3315 Stimmen gegen eine Mountainbike-Strecke am Venusberg: Die sind bei einer Petition zusammengekommen, die der Verein Naturschutz Bonn initiiert hat. Am Montag übergaben Jan Jacobi vom Verein und Michael Schaake von der Naturschutzorganisation BUND das Ergebnis der Petition an Oberbürgermeisterin Katja Dörner.

Beim Treffen am Stadthaus sagte Jacobi an die OB gewandt: „Wir hoffen, dass Sie sich dafür einsetzen, dass der Venusberghang erhalten bleibt.“ Dass Radfahrer dort unterwegs seien und die Natur zerstören, sei eine Sache, die ihnen große Sorgen mache. Es handle sich um ein empfindliches ökologisches System.

Die Oberbürgermeisterin dankte den Vertretern der Interessengruppen und lobte ihren Einsatz für den Umweltschutz. Der Verwaltung gehe es darum, eine legale Strecke einzurichten, sagte Dörner. Bisher fahren die Biker am Venusberg illegal. Die Stadt hatte deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, um zu prüfen, ob es möglich ist, eine legale Mountainbike-Strecke anzulegen. Die kam zu dem Ergebnis, dass es die beste Variante wäre, am Venusberg einen legalen Korridor anzulegen, in dem die Mountainbiker ihre Strecken flexibel gestalten können. In diesem Bereich würden die bereits bestehenden, illegal angelegten Trails freigegeben.

Kritik kommt von der Bezirksregierung Köln

Zuletzt hatte die Verwaltung den Sportausschuss über den Stand der Pläne informiert, in dem Dokument heißt es: Es gab mehrere Gespräche mit den beteiligten Fachämtern, außerdem einen Workshop mit Interessenvertretern. Nachdem sich Anwohner an die Bezirksregierung Köln – als obere Naturschutzbehörde – gewandt hatten, äußerte die sich kritisch zu dem Vorhaben.

Weiter heißt es: „Ein Angebot für die konkretere Planung eines möglichen Korridors liegt inzwischen vor und könnte beauftragt werden.“ Diese Pläne sollen als Basis für mindestens einen weiteren Workshop dienen. Außerdem ist eine Bürgerbeteiligung geplant. Zum Konzept gehört auch, Ranger einzustellen, die sich um den Naturschutz kümmern.

Verwaltung: „Erhebliche Beeinträchtigungen der Natur“

In dem Dokument für die Politik kommt die Verwaltung auch zu dem Ergebnis: „Die über die letzten Jahre ungenehmigt entstandenen vielzähligen Mountainbike-Strecken am Venusberghang haben bereits zu erheblichen Beeinträchtigungen von Natur, Landschaft und der Artenvielfalt geführt.“ Die Strecken abzusperren, habe keine Wirkung gezeigt, teilt die Stadt mit. Ende des vergangenen Jahres hatte sie Baumstämme im Wald platziert, um die Mountainbiker davon abzuhalten, dort zu fahren. Innerhalb weniger Tage hatten offenbar Radfahrer diese Hindernisse zum Teil beseitigt.

Weiterhin teilt die Verwaltung mit: „Die Voraussetzungen für eine naturschutzfachliche Genehmigung für die Einrichtung eines legalen Mountainbike-Trails oder Korridors liegen aktuell nicht vor. Die Genehmigungsfähigkeit wird von der Unteren Naturschutzbehörde als grundsätzlich schwierig beurteilt.“

Michael Barkow von der Interessengemeinschaft Mountainbike Bonn setzt sich für eine legale Strecke am Venusberg ein. Er sagte am Montag in einem Telefonat: „Wir versuchen, mit allen Beteiligten eine einvernehmliche Lösung zu finden.“

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