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Geld für Spielgeräte, Fahne, Aushilfskraft: Politik verteilt Feuerwehrtopf auf Ortsteilvereine

Geld für Spielgeräte, Fahne, Aushilfskraft : Politik verteilt Feuerwehrtopf auf Ortsteilvereine

20.000 Euro geteilt durch drei Vereine: Duisdorf, Lengsdorf und Brüser Berg punkten bei den Bezirksverordneten mit überzeugenden Vorschlägen, was mit dem Geld angeschafft werden soll. Die Liste reicht von Spielgeräten für eine karge Wiese über eine neue Fahne für den Fähndelschwenker bis hin zur Finanzierung einer studentischen Aushilfskraft fürs Heimatmuseum.

Das Geld aus dem Feuerwehrtopf ist verteilt. 20.000 Euro, die dem Stadtbezirk für Sondermaßnahmen zur Verfügung stehen, werden zu gleichen Teilen für Projekte der Ortsfestausschüsse Duisdorf und Lengsdorf sowie des Ortsausschusses Brüser Berg – macht für jeden 6666 Euro – vergeben. Den einstimmigen Beschluss hat die Bezirksvertretung am Dienstag gefasst. Die Idee, in diesem Jahr konkret diese drei Vereine zu bedenken, haben Grüne, SPD und Bürger Bund Bonn auf den Weg gebracht. Die Vereine waren gebeten worden, Projektvorschläge zu machen. Die Liste lag am Dienstag vor, und nicht nur Grünen-Sprecherin Jutta Brodhäcker lobte die Vorschläge.

Kostenintensivster Punkt auf der Liste des Ortsausschusses Brüser Berg ist die Schaffung einer Spielmöglichkeit auf der Wiese hinter dem Brunnen in der Fußgängerzone. Viele junge Familien würden diese Wiese aufsuchen, beklagten aber das Fehlen von Spielgeräten. Der Verein schlägt konkret Karussell, Nestschaukel und Sandkasten vor. Nach einer Schätzung der Verwaltung würde die Umsetzung des Projekts etwa 5000 Euro kosten. Position zwei ist ein Schwarzes Brett mit veranschlagten 2000 Euro. Gedacht ist ein wetterfester Schaukasten im Ortsteilzentrum, in dem die Brüser Berger Bilder, Anfragen und Angebote veröffentlichen können. 60 Euro kostet der Wunsch, die beiden schmucklosen Ortsteilschilder an Pascalstraße Brüser Damm mit Motiven zu verschönern.

2000 Euro für den Trägerverein des Bürgerhauses Im Mühlenbach

Der Ortsfestausschuss Lengsdorf will den Trägerverein des Bürgerhauses Im Mühlenbach unterstützen. 2000 Euro sollen in dringende Sanierungsarbeiten am Altbau fließen. Treppenhaus, Dachstuhl und Zwischendecken seien in einem maroden Zustand. Wegen der Corona-Beschränkungen konnte das Vereinshaus nicht vermietet werden. Die Einnahmen fehlen, um die begonnenen Umbauten fortzusetzen. Der Lengsdorfer Heimat- und Verschönerungsverein bekommt Geld für eine studentische Aushilfskraft. Ihre Aufgabe soll sein, all die gesammelten Gegenstände im Heimatmuseum, die die Entwicklungsgeschichte des Ortsteils bezeugen, zu inventarisieren. Wie berichtet, ist der Museumskurator Wilfried Palm unlängst verstorben und dem Vereinsvorstand fehlen die fachliche Kompetenz. 2000 Euro sind für den Einsatz der studentischen Aushilfskraft veranschlagt. Dritter Punkt auf der Vorschlagsliste aus Lengsdorf ist die Unterstützung der Lengsdorfer Bachfreunde mit 2400 Euro. Der Verein will eine alte Streuobstwiese am Katzenlochbachtal – in städtischem Besitz – pflegen. Ein entsprechender Nutzungsvertrag wird derzeit mit der Verwaltung ausgearbeitet. Im Herbst sollen 20 neue Obstbäume gepflanzt werden.

Eigentlich hat der Ortsfestausschuss Duisdorf schon Geld aus dem Feuerwehrtopf bekommen, nämlich knapp 1000 Euro für die Reparatur des Esels am Schickshof (der GA berichtete). Der Vorschlag zur Finanzierung der beiden neuen Ortseingangsschilder mit 2500 Euro fiel bei der Politik durch. Der Ortsfestausschuss kann eine Alternative vorschlagen. Beschlossen wurden 3000 Euro für eine neue Fahne für den Fähndelschwenker. 1000 Euro stehen für den Kauf einer Beschallungsanlage zur Verfügung und 300 Euro an Materialkosten für Seniorennachmittage.

Dass der Geldregen für die drei Ortsteilvereine keine „Blaupause für die kommenden Jahre ist“, stellte CDU-Sprecher Bert Moll klar. Die Vereine seien eingeladen, Vorschläge zu machen, doch primär will die Bezirksvertretung das Geld für dringende Sonder-Sofort-Maßnahmen zur Verfügung haben.