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Uhlgasse in Lengsdorf: Provinzposse um ein Stück Bürgersteig

Uhlgasse in Lengsdorf : Provinzposse um ein Stück Bürgersteig

Es ist nur ein kleines Detail in der Uhlgasse, einer historischen Straße, die hinter der Lengsdorfer Pfarrkirche zur Provinzialstraße führt. Allerdings eines, das sich als Provinzposse entpuppt. Vor einem Mehrfamilienhaus, das im vorigen Jahr neu gebaut wurde, ist die Befestigung des Gehweges in einer Art und Weise erfolgt, dass dabei quasi ein Graben entstanden ist. Für Passanten ist das Teilstück jedenfalls nicht begehbar, zumal dort noch ein Findling liegt.

Und das kam so: Bauherr Ralf Vogt hatte der Stadt schon Ende 2010 angeboten, sie könne vor dem Neubau ein Stück Fläche für einen öffentlichen Gehweg kaufen. Und hörte dann trotz mehrfacher Nachfrage erst mal nichts mehr von der Sache, wie er sagt.

Irgendwann aber musste der Bauingenieur handeln. Im März 2012, also mehr als ein Jahr nach der Anfrage, ließ er die Fläche befestigen. Im Nachhinein wertete die Stadt das aus ihrer Sicht so, dass Vogt noch während der laufenden Verhandlungen zur Tat schritt, ohne sich mit der Fachverwaltung darüber vorher abzustimmen.

Doch dann tat sich doch noch etwas: Die Stadt bot im April 2012 an, einen 1,60 Meter breiten Grundstückstreifen für den Bürgersteig zum Preis von 2530 Euro zu kaufen. "Zu diesem Zeitpunkt waren uns für den Ausbau der Fläche aber schon rund 3000 Euro an Kosten entstanden", berichtet Vogt. "Somit hätte der Verkauf uns 500 Euro an Kosten statt einem Ertrag eingebracht." Die Stadt habe zwar zuerst in Aussicht gestellt, den Kaufpreis um diese Summe zu erhöhen, aber dann kam trotzdem die Absage.

Wie Tiefbauamtsleiter Peter Esch durch das Presseamt erklären ließ, hätte der Gehweg zuerst fachlich korrekt befestigt werden müssen, um die Baukosten zu übernehmen. Konkret wurde verlangt, das Quergefälle zu reduzieren und das Areal komplett zu befestigen, also den Graben zu beseitigen. Diesen hatte Vogt übrigens anlegen lassen, damit Wildparker die Radständer für die Mieter nicht zustellen können.

"Da der Bauherr nicht bereit war, entsprechend umzubauen, haben wir auf die Ausübung des Vorkaufsrechts verzichtet", teilte Esch mit, während Vogt sagt: Er habe für das unbefestigte Stück eigentlich noch eine Bepflanzung vorgesehen gehabt und stimme der Auffassung zu, dass diese Stelle eine Stolperfalle für Fußgänger sein könne. Für die Öffentlichkeit herstellen wolle er die Fläche aber nicht, "da ich sonst dafür verantwortlich bin, wenn hier jemand stürzt." Ansonsten zeigt sich der Bauherr weiterhin gesprächsbereit. "Sollte ein Interesse der Stadt wiederaufleben, stehen wir gerne zur Verfügung."