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Raser in Ippendorf: Anwohner ärgern sich - "für Kinder lebensgefährlich"

Ippendorfer ärgern sich über Raser : „Für unsere Kinder ist es hier oft lebensgefährlich“

„Der Acker ist zu einer Durchgangsstraße des Berufsverkehrs geworden.“ Anwohner der Straße Im Acker in Ippendorf ärgern sich über Raser. Sie fordern mehr Geschwindigkeitskontrollen in diesem Bereich.

Die Anlieger der Straße Im Acker erinnern sich gerne an die Zeit zurück, als vor ihrer Haustür neue Gasleitungen verlegt wurden. Obwohl die Arbeiten damals mit Sperrungen, Lärm und viel Dreck verbunden waren. „Aber unsere Kinder konnten die Straße problemlos überqueren. Wir mussten nicht dauernd Angst haben, dass sie von einem Auto angefahren werden“, erinnert sich Harald Berewinkel an diese Zeit zurück.

Kaum waren die Absperrbaken nach Abschluss der Arbeiten weggeräumt, ging das alltägliche Chaos allerdings wieder los: Morgens und am Nachmittag nutzen viele Autofahrer die schmale Straße zwischen Poppelsdorf, Ippendorf und Lengsdorf als beliebte Ausweichstrecke. Nicht nur die Anbindung an den Konrad-Adenauer-Damm und somit an die Autobahnen macht die Route attraktiv. Viele Berufspendler, die beispielsweise in der Uniklinik arbeiten und aus umliegenden Ortschaften kommen, sind in der teils engen Straße unterwegs, um so den Engpass an der Röttgener Straße in Ippendorf zu umgehen. „Für unsere Kinder ist es hier oft lebensgefährlich“, beklagt Berewinkel. Zumal in der Nachbarschaft viele Jugendliche leben, die mit dem Fahrrad zu den weiterführenden Schulen in Röttgen und auf den Brüser Berg fahren.

„Der Acker ist zu einer Durchgangsstraße des Berufsverkehrs geworden. Jedoch ist die Auslegung der Parkbuchten auf Tempo 30 ausgelegt, was auch richtig ist in einer Wohnstraße. Leider passen die gefahrenen Geschwindigkeiten nicht zu der gegebenen Übersichtlichkeit. Da wird es schon mal schwierig, das Grundstück mit Fahrrad oder Auto zu verlassen“, argumentiert er. Fast täglich beobachtet er in der Straße heikle Situationen.

Dabei könnte man seiner Ansicht nach schon mit wenigen Mitteln dafür sorgen, dass die Autofahrer auf dieser Hangstraße vom Gas gehen. Berliner Kissen würden beispielsweise an der Einmündung Liguster Weg und Am Sonnenhang gute Wirkung zeigen. „So wie an der Einmündung Lengsdorfer und Röttgener Straße. Die Kosten dafür kann man mit regelmäßigen Radarfallen auf dem Acker schnell einnehmen“, schlägt er vor. „Wir brauchen hier bauliche Veränderungen, damit unsere Kinder gefahrlos mit dem Fahrrad zur Schule kommen.“

Bereits vor Jahren hatte die Stadt auf Initiative der Stadtverordneten Gabriele Klingmüller in der Straße Im Acker Geschwindigkeitsmessungen und Verkehrszählungen durchgeführt. Derzeit hat die Behörde den Verkehr im angrenzenden Ippendorfer Weg besonders im Auge. Mehrfach ließ sie dort den Verkehr mit einer mobilen Geschwindigkeitsmessstation überwachen. In der Zeit zwischen dem 17. Juli und dem 26. August wurden so insgesamt 2365 Fahrzeuge überprüft, von denen 156 zu schnell unterwegs waren: am 17. Juli 748 Pkw, 64 Überschreitungen; am 21. Juli 519 Pkw, 35 Überschreitungen; am 20. August 338 Pkw, 23 Überschreitungen; am 26. August 760 Pkw, 34 Überschreitungen. „Die Stadt wird weitere Geschwindigkeitskontrollen auf dem Ippendorfer Weg durchführen“, erklärt Markus Schmitz vom Presseamt auf GA-Anfrage.

Für Harald Berewinkel müssen allerdings auch die umliegenden Wege im Auge behalten werden. „Es ist nicht nur der Ippendorfer Weg, der betroffen ist. Probemessungen Im Acker haben bereits vor Jahren ergeben, dass das Verkehrsaufkommen und gefahrene Geschwindigkeiten die Kriterien zu regelmäßigen Messungen erfüllen“, appelliert er an die Verwaltung.