Einkaufsstraße in Bonn Das plant die Stadt, um die Rochusstraße zu beleben

Duisdorf · Auf der Rochusstraße in Bonn stehen Geschäfte leer. Was kann die Stadt dazu beitragen, das zu ändern, will die CDU im Stadtbezirk Hardtberg wissen. Die Verwaltung erläutert, was sie vorhat.

Ein leer stehendes Ladenlokal auf der Rochusstraße.

Ein leer stehendes Ladenlokal auf der Rochusstraße.

Foto: Benjamin Westhoff

Wie sieht es aus mit dem Leerstand im Stadtbezirk Hardtberg? Das wollte die CDU-Fraktion von der Stadt wissen. Die Antwort auf die Große-Anfrage liegt nun vor. Darin erläutert die Stadt, was sie bisher gegen leer stehende Geschäfte unternommen hat und was sie plant.

Laut Stadt haben Zentrenmanagerin Sophie Büchner und der ehemalige Bezirksbürgermeister Christian Held die Eigentümer von leer stehenden Ladenlokalen angeschrieben. Büchner hatte sich darum gekümmert, das Hardtberger Zentrum und die der anderen Stadtbezirke zu beleben. Finanziert wurde das Ganze überwiegend mit Mitteln des Landes NRW. Der Versuch, Kontakt zu den Eigentümern der leestehenden Immobilien aufzunehmen, war allerdings nicht sonderlich erfolgreich: von den elf angeschriebenen Personen antwortete eine. Die hatte aber offenbar kein Interesse daran, mit der Stadt zusammenzuarbeiten, da sie laut Stadt der Meinung war, ein leer stehendes Ladenlokal lasse sich besser verkaufen als ein vermietetes.

Was die Stadt von einer Konferenz mit den Eigentümern hält, um den Leerstand zu verringern, lautet eine weitere Frage der CDU. Die sei ein „denkbares Format“ schreibt die Verwaltung in ihrer Antwort. „Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass es sich um privatrechtliche Verträge zwischen Vermietern und Mietern handelt, auf welche sowohl die Stadt als auch das Zentrenmanagement keinen Einfluss haben.“ Für das Bonner Zentrum habe die Stadt zuletzt ein neues Netzwerkformat organisiert: Bei „Eigentum im Zentrum“ waren auch Eigentümer von Immobilien dabei. Die Erfahrungen daraus sollen in das Zentrenmanagement Hardtberg einfließen.

Rochusstraße in Bonn: Stadt will auf Eigentümer zugehen

Nachdem das aktuelle Förderprogramm des Landes zum Jahresende 2023 ausgelaufen ist, hat sich die Stadt für das Nachfolgeprogramm beworben und eine Zusage vom NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung bekommen. Bis 2026 bekommt die Stadt dadurch eine Förderung von 120.000 Euro. Von der Stadt heißt es dazu: „Die Ausschreibung für das Zentrenmanagement wird derzeit vorbereitet.“ Ein Schwerpunkt des „neuen“ Zentrenmanagements laut Verwaltung: Eigentümer von Immobilien anzusprechen.

Die CDU will außerdem wissen: Könnten die leer stehenden Geschäfte kostenlos für soziale Zwecke, etwa als Begegnungsstätte, genutzt werden? Und wie die Stadt so eine Kooperation vermitteln könnte? Der GA hatte über einen ähnlichen Ansatz berichtet, mit dem die Stadt Mönchengladbach im Stadtteil Rheydt erfolgreich war: Beim Projekt Schauzeit entstanden in leer stehenden Immobilien für ein paar Wochen Geschäfte oder Galerien. Die Vermieter verzichteten in dieser Zeit auf die Miete. Am Ende blieben die Mieter, der Leerstand ging zurück.

Die Stadt schreibt dazu: „Eine ,kostenfreie‘ Überlassung leer stehender Geschäftsräume ist zunächst nicht kostenfrei, auch wenn der Mietzins wegfällt: Laufende Kosten (zum Beispiel für Heizung, Reinigung, Versicherungen, eventuell temporärer Umbau) müssten in jedem Fall von den Mietern übernommen werden.“ Aus Sicht der Verwaltung gibt es bei solchen Projekten Vorbehalte seitens der Vermieter.