Fernwärme in Bonn Rochusstraße weiter nur einspurig

Bonn · Großes Projekt in Bonns kleinstem Stadtbezirk. Dass die Rochusstraße in Duisdorf gerade Baustelle ist, bleibt dem Verkehrsteilnehmer kaum verborgen. Stichwort: Fernwärme. Wir haben bei den SWB nachgehört, wie der Hardtberg aufgestellt ist und sein wird.

Die Rochusstraße ist noch eine Weile nur in Richtung Endenich befahrbar. Dort werden Fernwärmeleitungen zum Berufskolleg verlegt.

Die Rochusstraße ist noch eine Weile nur in Richtung Endenich befahrbar. Dort werden Fernwärmeleitungen zum Berufskolleg verlegt.

Foto: Stefan Knopp

Man merkt es in Duisdorf an den stets langen Autoschlangen auf der Villemombler Straße: An der Rochusstraße wird weiter fleißig gearbeitet, derzeit wird der Rohrgraben zwischen den Hausnummern 6 und 20 verfüllt und gleichzeitig eine Wasserleitung verlegt. Der Verkehr in Richtung Duisdorf wird deshalb über den Schieffelingsweg geleitet. Am Bezirksrathaus wollen die Autofahrer wieder auf die Rochusstraße. Das wird noch ein Weilchen so weitergehen. Denn als nächstes werden laut Stefanie Zießnitz, Sprecherin der Bonner Stadtwerke (SWB), die Fernwärmeleitungen bis zur Hausnummer 26 installiert.

Zum Thema Fernwärme im Stadtbezirk Hardtberg hatte kürzlich die CDU-Bezirksfraktion einige Fragen an die Verwaltung, die sich die Antworten bei den SWB einholte. Danach ist Bonns kleinster Stadtbezirk „teilweise an das Fernwärmenetz angeschlossen“. Versorgt wird es überwiegend vom Heizkraftwerk Nord, das die bei der Müllverbrennung entstehende Wärme nutzt und durch seine Leitungen zu den Kunden pumpt. Es versorgt etwa 500 Hardtberger Haushalte mit Fernwärme. In erster Linie sind das Großkunden wie beispielsweise Bundesliegenschaften, aber auch Mehrfamilienhausobjekte und Einfamilienhaussiedlungen wie die Finkenhofsiedlung. „Bei Mehrfamilienhausobjekten werden häufig viele Haushalte über einen gemeinsamen Hausanschluss mit Fernwärme versorgt“, heißt es da. „Aufgrund dieser Art der Versorgung ist es leider nicht möglich, die genaue Anzahl der Haushalte exakt zu beziffern.“

Netz könnte viermal so viel leisten

Umgerechnet sind das 22 Megawatt thermische Leistung. Den SWB-Angaben zufolge könnte das im Hardtberg verfügbare Fernwärmenetz fast viermal so viel leisten, derzeit bleiben also viele Kapazitäten ungenutzt. Wie viele Haushalte tatsächlich Fernwärme beziehen könnten, beziffern die SWB nicht. Sie kommen zu dem Schluss: „Es ist wichtig, dass die zukünftige Entwicklung des Fernwärmenetzes die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung berücksichtigt, um sicherzustellen, dass die Ausbaumaßnahmen den Bedürfnissen der Stadt Bonn und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner gerecht werden.“

Eine entsprechende Maßnahme ist der Leitungsbau an der Rochusstraße, der im Herbst abgeschlossen sein soll. Laut Zießnitz befindet sich der Baufortschritt im Zeitplan. Ans Netz angeschlossen wird das Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises, und weil dafür der Parkplatz für Lehrpersonal und Schülerschaft aufgerissen werden muss, der zugleich auch Feuerwehrzufahrt ist, passiert das in den Sommerferien, wenn dort der Betrieb ruht. Im Nachgang wird das Helmholtz-Gymnasium erschlossen. Die Baumaßnahme bringt den Stadtwerken zufolge eine Leistung von fünf Megawatt thermisch.

Zum anderen wird im Hardtberg die Fritz-Bauer-Straße mit dem Bauvorhaben Pandion Ville erschlossen. Die Hauptrohrverlegung ist laut SWB bereits abgeschlossen. „Aktuell werden die Fernwärme-Hausanschlussleitungen je nach Bauschritt der Hochbaumaßnahmen erstellt.“

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