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Seit elf Jahren Duisdorfer Kooperation: Rückhalt für den Zappelphilipp

Seit elf Jahren Duisdorfer Kooperation : Rückhalt für den Zappelphilipp

"Es wächst und gedeiht" freuen sich Jutta Kaul und Kai Lixfeld. Doch es gedeiht nicht nur im Verborgenen. Im Gegenteil: Mittlerweile hat das "Gewächs" auch viele große, gesunde Früchte getragen.

Deshalb haben die Schulleiterin und der Sozialpädagoge dieses Motto auch über ihr "jeckes" Jubiläum gestellt - seit elf Jahren kooperieren die Derletalschule und die OGS-Tagesgruppe "Maria im Walde". Damit bieten die Einrichtung in Duisdorf mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung und die Jugendhilfe gemeinsam ein ganz besonderes Erziehungsmodell in Bonn an.

Fast alle Schüler haben eine Leidensgeschichte hinter sich. Aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeit eckten sie in den Regelschulen an. Viele sind extrem unruhig, andere hingegen sehr verschlossen, manche reagieren aggressiv und brechen regelmäßig aus bestehenden Strukturen aus. "Genau diese Kinder fangen wir hier auf", erklärt die Schulleiterin. "Wir wollen eine Wohlfühlschule sein." Ein Ort, an dem diese Kinder wieder glücklich und erfolgreich sein können.

"Hier wird gelacht und gespielt. Hier werden aber auch Probleme angesprochen, Sozialverhalten trainiert und Konfliktlösung geübt. Und natürlich der normale Lehrstoff vermittelt." Dieses Ziel erreichen die 20 Pädagogen und zehn Fachkräfte der OGS durch die Kooperation mit der Jugendhilfe "Maria im Walde". Denn auf dem Stundenplan für die erste bis sechste Klasse der Derletalschule stehen nicht nur Deutsch und Mathematik, vielmehr bekommen die Schüler in der vernetzten Tagesgruppe auch Kompetenzen und Hilfen für ihr Leben.

"Manchmal müssen wir ganz banale Dinge wie Begrüßung oder Tischregeln trainieren", so Jutta Kaul. "In der Regel arbeiten wir jedoch daran, dass die Kinder ein anderes, zufriedenes und konfliktfreies Leben führen können", so Lixfeld. Denn in der Vergangenheit hätten viele oftmals nur Ablehnung und Sanktionen erfahren. "Wir stärken hier die Kinder, zeigen ihnen aber auch die Grenzen." Dafür sei auch eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern notwendig. Denn die Probleme reichen oft bis in die Familien. Deshalb machen die Elternberater regelmäßig Hausbesuche.

Konzept geht gut auf

Kurze Wege, ein differenziertes und passgenaues Angebot, dieses Konzept von Schule und Jugendhilfe geht offenbar sehr gut auf. Denn rund 90 Prozent der Schüler kehren nach einiger Zeit in eine Regelschule zurück. "Wir sind wirklich ein gutes Gespann", freut sich Jutta Kaul über den Erfolg des pädagogischen Konzepts. "Das haben wir jedoch nur deshalb erreicht, weil wir gemeinsam auf Augenhöhe agieren."

Klarheit und Orientierung, das werden beide Einrichtung auch in den nächsten elf Jahren vermitteln, verspricht sie. Denn: "Jedes Kind hat eine Chance verdient", lautet die Devise an der Förderschule.