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Sanierung von Fassade und Fenstern kostet 600.000 Euro

Arbeiten dauern bis Dezember : Rathaussanierung in Duisdorf kostet rund 600.000 Euro

Die Fassade und die Fenster der Bezirksverwaltungsstelle an der Villemombler Straße in Duisdorf sollen saniert werden. Die Arbeiten kosten insgesamt etwa 600.000 Euro und dauern voraussichtlich bis Dezember.

Lautstarkes Klappern vor den Fenstern hat am Dienstag die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter der Bezirksverwaltungsstelle an der Villemombler Straße erregt. Von draußen betrachtet, hatte sich eine Firma an die Arbeit gemacht, das Rathaus auf der Rückseite einzurüsten. Das Presseamt bestätigt den Beginn der langerwarteten Fassadensanierung. Rund 600.000 Euro veranschlagt das Städtische Gebäudemanagement für die Maßnahme. Seit mehr als zehn Jahren haben die Bezirkspolitiker mit wachsenden Nachdruck eine Sanierung gefordert.

Das denkmalgeschützte Repräsentationsgebäude macht 50 Jahre nach dem letzten Anstrich einen unansehnlichen Eindruck. Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand sprach sogar von einem „erbärmlichen und heruntergekommenen Zustand“. Bislang scheiterte der Wunsch an der immer gleichen Antwort der Verwaltung: „kein Geld“. 2016 wollten die Mitglieder der Bezirksvertretung sogar aus Mitteln des Gremiums 40 000 Euro zur Verfügung stellen, um die Sanierung an dem Gebäude wenigstens anzuschieben.

Wie das Presseamt bestätigt, ist der Putz schadhaft und hat Risse. Erker und Balkon haben im Laufe der Zeit derart gelitten, dass eine umfassende Sanierung notwendig ist. Die eingebauten Stahlteile sind korrodiert. Regenrinnen und Fallrohre müssen ausgetauscht werden. Auch die Eingangstüren werden überarbeitet. Die 41 Fenster sowie die Balkontür haben ebenfalls ihre beste Zeit hinter sich, haben sich verzogen und sind undicht.

Die Sanierung der Gebäudefasse und der Fenster soll in zwei Monaten beginnen, früher als ursprünglich angekündigt. Laut Presseamt sollen die Arbeiten bis Anfang Dezember abgeschlossen sein. Die drei Eingangstüren werden im kommenden Jahr überarbeitet.

In welcher Farbe wird das Rathaus gestrichen? Vor 50 Jahren entschieden sich die Verantwortlichen ohne viel Aufhebens für ein leuchtendes Weiß mit Schattierungen. Das kam für die Mitarbeiter der Unteren Denkmalbehörde bei der Sanierung von Fassade und Fenstern jetzt nicht mehr in Frage. Die neue Fassadengestaltung wurde in Anlehnung an historische Befunde erarbeitet. Aufgebracht wird ein abgemischter Creme-Grauton. Die Baukörper der verschiedenen Bauphasen sollen in leichten Farbnuancen voneinander abgesetzt werden. Auch Stuck, Gesimse und Brüstungen werden stärker herausgearbeitet. Die Fenster bekommen außen wieder die einstige dunkle Farbgebung. Das Rathaus wurde im Laufe der Zeit mehrmals erweitert, nicht immer in Anlehnung an den vorherrschenden Baustil.

Aber, dass aus dem Rathaus viel mehr zu machen wäre, haben Politiker bei einem Rundgang mit der Stadtkonservatorin Katrin Bisping festgestellt. Bei der Besichtigung des Dachbodens staunten sie beispielsweise über die Größe und die beeindruckende Balkenkonstruktion. Doch ihr Vorschlag, dort beispielsweise ein Trauzimmer einzurichten, wird wohl nur eine schöne Idee bleiben. Auf dem Programm steht eine klassische Instandhaltungssanierung – mehr nicht.

Das schlanke Türmchen in Verlängerung des Erkers ist allerdings nur noch Erinnerung, beispielsweise auf alten Postkarten zu sehen und wird wohl nie wieder rekonstruiert. Ältere Duisdorfer erinnern sich vielleicht noch daran; es wurde im Zweiten Weltkrieg unwiederbringlich zerstört.