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August-Macke-Schule in Bonn: Schüler rappen und laufen für Flüchtlinge im Libanon

August-Macke-Schule in Bonn : Schüler rappen und laufen für Flüchtlinge im Libanon

100 Schüler der August-Macke-Schule haben einen Sponsorenlauf zugunsten der Friedensarbeit des Vereins „Forum Ziviler Friedensdienst“ veranstaltet. Die Fünft- bis Siebtklässer gaben alles.

Da lohnte sich doch jeder Kilometer: Rund 100 Schüler der August-Macke-Schule liefen für Projekte des Vereins „Forum Ziviler Friedensdienst“ im Libanon. „Die Kinder suchten sich im Vorfeld der Aktion in ihrem persönlichen Umfeld Sponsoren, die ihnen einen individuell gewählten Spendenbetrag pro gelaufener Runde zusagten“, erklärte forumFZD-Mitarbeiterin Claudia Osthues.

Der nicht zuletzt durch die fatale Explosion im Beiruter Hafen im vergangenen Jahr stark gebeutelte Libanon trägt mit schätzungsweise 1,5 Millionen syrischen Flüchtlingen die größte Last der durch Krieg ausgelösten Fluchtbewegungen. In Relation zu seiner Einwohnerzahl von 4,5 Millionen hat das kleine Land am östlichen Mittelmeer weltweit die meisten Menschen aufgenommen. „In manchen Gemeinden leben mittlerweile mehr Syrer als Libanesen. Zum teil in sehr prekären Verhältnissen. Das birgt ein großes Konfliktpotenzial. Wir unterstützen mithilfe ausgebildeter lokaler Mitarbeiter und einheimischer Partnerorganisationen das friedliche Zusammenleben dort“, sagte Osthues.

Dabei will man mittels Mediatoren und gemeinsam initiierter Projekte „Vorurteile abbauen und die Zivilgesellschaft stärken“. Ähnliche Ziele verfolgt man auch an der August-Macke-Schule, mit der das forumZFD bereits zum wiederholten Male kooperiert. Neben dem schuleigenen Friedenslauf, durch den „erfahrungsgemäß wohl mehrere hundert Euro zusammenkommen“, wie es Schulsozialarbeiterin Susanne Kranen schätzte, nehmen die Schüler an damit verbundenen friedenspädagogischen Workshops teil.

In interaktiven Einheiten setzen sich die Kinder, angeleitet von Referenten des Forums, mit dem Thema „Frieden“ auseinander. „Sie befassen sich dabei aus der Friedensperspektive mit gesellschaftlichen Themen wie demokratischer Teilhabe oder Flucht und Ankommen in Deutschland“, erklärte Osthues. Während sie in den Workshops aufgezeigt bekommen, wie sich ihre Altersgenossen im Nahen Osten für Frieden und die Überwindung von Vorurteilen einsetzen, entwickeln die Hardtberger Jugendlichen Ideen für ein friedliches Miteinander für ihren eigenen Alltag. So sollten sie beispielsweise im „Friedensrap“-Workshop eigene Textzeilen vortragen, die das Wort „Frieden“ zum Thema hatten. Ein Reim war dann auch nicht schlecht.

„Das war gar nicht so einfach“, befanden die beiden Klassenkameradinnen Hafida Kharbouch und Zara Tulezen. Zwar wollten ihnen ihre Zeilen so schnell nach dem anstrengenden Lauf nicht mehr einfallen, die Freude über die Anstrengung für den guten Zweck war ihnen jedoch sichtlich anzumerken. „Viele unserer Schüler haben ihre Wurzeln in den betroffenen Gebieten. Oftmals lassen sie die Thematik nicht an sich rankommen, oder es ist noch zu abstrakt für sie“, betonte Kranen. Daher versuche man es zurzeit noch mit „eher niederschwelligen Angeboten, um die Kinder zu sensibilisieren“. Bereits thematisch versiert schien dabei der aufgeweckte Siebtklässler Jon Selvo zu sein: Er und seine Kameraden zeigten nach ihrem Lauf stolz die zahlreichen Stempel, die sie für ihre Sponsoren erlaufen hatten. Dabei rappten sie: „Wir wollen Frieden auf der ganzen Welt – und dafür spenden wir auch Geld.“