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Bezirksvertretung Hardtberg: Schützen und Ortsvereine sollen Geld bekommen

Bezirksvertretung Hardtberg : Schützen und Ortsvereine sollen Geld bekommen

Wenn es um die Verteilung von Geld geht, kann es schnell Missstimmung geben. Erst war die gesamte Bezirksvertretung dafür, das Budget für Sondermaßnahmen an die Ortsfestausschüsse für Projekte zu verteilen. Dann schert die CDU aus: Die 20.000 Euro sollen komplett an den Schützenverein zur Sanierung des überschwemmten Schützenhauses gehen. Die Grünen bieten einen Kompromiss an, der allen gerecht würde.

Das Geld aus dem sogenannten Feuerwehrtopf 2021 will das Mehrheitsbündnis aus Grünen, SPD, Linke und Bürger Bund Bonn (BBB) im Prinzip „sinnvoller“ – beispielweise für 120 junge Bäume auf einer Streuobstwiese in Lengsdorf – ausgeben als für das Hubertus-Schützenhaus im Derletal, das beim Starkregen am 14. und 15. Juli stark beschädigt wurde. Wie berichtet, hat die Mehrheit in der Bezirksvertretungssitzung vor der Sommerpause beschlossen, besagten Feuerwehrtopf, der mit rund 20.000 Euro ausgestattet ist, an die Ortsfestausschüsse Duisdorf und Lengsdorf sowie den Ortsausschuss Brüser Berg für Projekte zu verteilen.

Die CDU hat einen Gegenantrag gestellt: Die Duisdorfer Hubertusschützenbruderschaft soll das Geld bekommen, um ihr Vereinshaus zumindest soweit in Stand zu setzen, dass es wieder genutzt werden kann. Die CDU appelliert an die Solidarität aller Bezirkspolitiker, dem Schützenverein in der schwierigen Lage zu helfen. Außerdem hatte sie bereits mit den Brüser Berger, Lengsdorfer, und Duisdorfer Vorsitzenden abgesprochen, dass diese in diesem Jahr auf das Geld verzichten, es ihnen aber im 2022 sicher zusteht. „Aber mit uns hat die CDU nicht gesprochen“, kritisiert Grünen-Sprecherin Jutta Brodhäcker. „Gemeinsam hätten wir vielleicht schneller eine für alle akzeptable Lösung gefunden.“ Ein getroffener, noch dazu ein einstimmiger Beschluss dürfe nicht über den Haufen geworfen werden. Anlass für den Beschluss sei die schwierige Situation der Vereine durch die Corona-Pandemie. Weil keine Veranstaltungen stattfanden, konnten sie auch keine Einnahmen generieren, die wiederum für Anschaffungen notwendig sind.

Kompromissvorschlag soll Konfrontation lösen

Die sich anbahnende Konfrontation der Parteien und ihrer Anträge will das Mehrheitsbündnis mit einem Kompromissvorschlag befrieden. In einem Änderungsantrag wird vorgeschlagen, die Hubertusschützenbruderschaft mit dem Geld aus dem Feuerwehrtopf 2019/20, das nicht ausgegeben wurde, zu unterstützen. Eigentlich war das Geld für Maßnahmen – unter anderem Bänke – an der Schmitthalle vorgesehen. Die Grünen wurden von der Verwaltung informiert, dass weniger ausgegeben wurde als ursprünglich veranschlagt. Es würde ein Restbetrag von 20.000 Euro übrig bleiben. Dieses Geld soll nun der Schützenruderschaft zur Verfügung gestellt werden. „Wir nehmen die schwierige Lage des Schützenvereins ernst“, betont Brodhäcker. Daher haben die Grünen für die nächste Sitzung außerdem eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, woher noch weitere finanzielle Unterstützung akquiriert werden kann.

Denn eine Sanierung des Schützenhauses kostet nach bisheriger Schätzung weitaus mehr als 20.000 Euro. Der Verein als Eigentümer ist gegen Hochwasserschäden nicht versichert und muss die Schäden selbst schultern. CDU-Sprecher Bert Moll geht von rund 60.000 Euro für das Vereinshaus aus. Auch die Schießanlage wurde beschädigt und dürfte noch einmal eine Investition von 25.000 Euro erforderlich machen. Aus seiner Sicht ist der Feuerwehrtopf, also das Geld für Sondermaßnahmen des Stadtbezirks, genau für solche „unvorhersehbaren Ausgaben“ eingerichtet.

Als einen Vorteil des Kompromissvorschlags sieht Brodhäcker, dass die Haushaltsmittel aus dem Feuerwehrtopf 2019/20 „direkt zur Verfügung stehen, während für das Bezirksbudget 2021 noch die Haushaltsfreigabe erforderlich ist“. Über die Anträge wird in der Sitzung der Bezirksvertretung am Dienstag, 31. August, entschieden.