1. Bonn
  2. Hardtberg

Proklamation in Duisdorf: Sie schätzt die rheinische Lebensart

Proklamation in Duisdorf : Sie schätzt die rheinische Lebensart

Im Wilhelmine-Lübke-Haus wurde Josefine Moritz zur 41. Franziska gekrönt. Es ist die älteste Bonner Tollität.

"Ich bin ein bisschen aufgeregt, zeige es aber nicht", sagte Josefine Moritz kurz vor ihrem großen Augenblick. Den Karneval ist sie gewohnt, sie besuchte früher oft Kostümbälle und Sitzungen vor allem in der Beethovenhalle, war auch einmal bei der Bonner Prinzenproklamation. Dass sie selbst einmal Tollität sein würde, hätte sie damals noch nicht vermutet.

Erst im August 2015 zog sie ins Wilhelmine-Lübke-Haus ein, gestern wurde sie im Seniorenheim Am Wesselpütz zur 41. Franziska gekrönt. Josefine Moritz wurde 1925 in Luxemburg geboren, hat fünf Kinder, elf Enkel und drei Urenkel. Nach einigen Kindheitsjahren in Aachen wuchs sie in Bonn auf und lernte die unkomplizierte rheinische Lebensart schnell schätzen.

Sie tanzte gerne, gehörte auch einer Stepptanzgruppe an, mit der sie auch noch im Alter von 80 Jahren auftrat. Sie hat sich eine positive Lebenseinstellung bewahrt und für ihre Regentschaft vorgenommen, "so zu bleiben, wie ich bin", sagte sie. Und zwar bescheiden. So hält es ja auch der aktuelle Papst, der sich ja außerdem noch Franziskus genannt hat - wenn das kein Zufall ist.

Rund um ihre Proklamation gab es ein vergnügliches Programm in der Cafeteria des Seniorenheims. Prinz Michael I. und Bonna Tiffany I. machten der ältesten Bonner und einzigen Hardtberger Tollität ihre Aufwartung, der Spielmannszug Rot-Weiß spielte, die Goldigen Herzen, die Dörefslück, die Dransdorfer Tollitäten und die Tanzgarde Teddybärchen traten ebenfalls auf. Eine durfte natürlich nicht fehlen: "Fräulein Wunderschön", auf die sich Moderator Willi Baukhage sehr freute. Und die Heimleiter Marcus Klemm mal wieder knapp verpasste. Man munkelt, er selbst spielt die Dame.