Weg mehrere Wochen gesperrt So will die Stadt ein Überlaufen des Röttgener Sees verhindern

Röttgen · Der Tongrubensee in Röttgen war übergelaufen – und der Weg entlang des Gewässers etwa eineinhalb Monate lang gesperrt. Was hat die Stadt geplant, um eine Überflutung künftig zu vermeiden?

Rechts ist eigentlich der Weg, aber der Tongrubensee war übergelaufen. Jetzt kann man dort wieder spazieren.

Rechts ist eigentlich der Weg, aber der Tongrubensee war übergelaufen. Jetzt kann man dort wieder spazieren.

Foto: Stefan Knopp

Auf ihre übliche Route mussten Röttgener Hundebesitzer, Spaziergänger und Jogger eine ganze Weile verzichten. Der beliebte Fußweg am Röttgener Tongrubensee entlang war abgesperrt, weil ein Teil des Weges unter Wasser stand. Außerdem war ein größerer Baum dort umgekippt und behinderte den Durchgang. Beide Hindernisse sind jetzt aber beseitigt.

Für viele Menschen in Röttgen sei das ein Lieblingsort, sagte eine Anwohnerin. „Alle gehen hier spazieren.“ Etwa eineinhalb Monate lang war der Weg aber blockiert. Auf der Absperrung stand „Maßnahmen sind eingeleitet“. Dahinter kam man ohne hohe Stiefel nicht weiter.

Wo heute der See ist, wurde ab 1920 Ton abgebaut. In den 1980ern wurde die Grube aufgegeben und von der Stadt renaturiert. Am Grund sprudelt eine Quelle. Der Überlauf wird durch ein Rohr in den Katzenlochbach abgeleitet. Der See lief nun über, weil dieses Rohr verstopft war, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. Ablagerungen aus pflanzlichem Material und Schlamm hatten den Abfluss behindert, wodurch der Wasserspiegel langsam anstieg und letztlich den Weg überschwemmte. Bevor es darauf zu Unfällen kommen konnte, wurde er abgesperrt. Das Tiefbauamt hat die Verstopfung nun beseitigt, auch der Baum wurde entfernt.

Stadt will eine Kamera installieren

Wie kann man so etwas künftig verhindern? Vollständig wahrscheinlich gar nicht, aber bei der Stadt hat man schon Ideen. „Im Sommer, wenn der Wasserstand niedriger ist, wird eine Kamera zum Einsatz kommen, um den Zustand/Verstopfung des Abflusses zu prüfen“, teilt eine Sprecherin mit. Und weiter: „Um ein zukünftiges Überfluten zu verhindern, wird in Zukunft einmal im Jahr der Abfluss geprüft und bei Bedarf durchgespült.“

Auch wenn der See jetzt wieder komplett zugänglich ist, sollte man das Gewässer im Landschaftsschutzgebiet möglichst in Ruhe lassen. Er ist Laichstätte für viele Amphibien, die in den letzten Wochen aus Röttgen den Weg zum See genommen haben – die entsprechende Beschilderung findet man an der Villiper Allee. Und der See ist auch Lebensraum für viele Wasservögel und Fische sowie Jagdgrund für Fledermäuse. Deshalb sollte man darin auch nicht schwimmen und am Ufer kein Feuer machen oder Lärm erzeugen.

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