1. Bonn
  2. Hardtberg

Sport in Bonn: Stadt will Outdoor-Angebot erweitern

Fitnessstudio im Freien : Stadt Bonn will Outdoor-Sportangebot erweitern

Der Fitnessparcours auf dem Brüser Berg ist ein beliebter Treffpunkt zum Sporttreiben – bei jedem Wetter. Die Stadt Bonn will ihr Sportangebot auf den Außenflächen erweitern.

Der Fitnessparcours an der Pascalstraße auf dem Brüser Berg ist nicht nur in Corona-Zeiten eine gute Alternative zum Fitnessstudio, sondern auch gleichzeitig ein Treffpunkt, um andere Sportler kennenzulernen. Manche kommen bei jedem Wetter. Die Stadt will ihr Außensportangebot in Bonn erweitern.

Julian Thiers (23) kommt beinahe täglich zur Sportanlage auf dem Brüser Berg. Von Wind und Wetter lässt sich der Student bei seinem Training nicht beeinflussen. „Man muss es halt nur wollen, und der Sport an der frischen Luft ist ein super Ausgleich zum Schreibtisch“, sagt der Bonner. Nach den Sporteinheiten sei er viel klarer im Kopf und fühle sich einfach besser. Meistens ist Thiers am Nachmittag auf der Anlage. „Erst habe ich Uni, und dann fahre ich aus Ippendorf herüber.“ Durch die regelmäßigen Trainingszeiten hat er auch viele andere Sportler vor Ort kennenglernt. „Man kommt mit den Leuten ins Gespräch, kennt sich und trainiert zusammen. Es ist wie im Fitnessstudio“, sagt Thiers.

Besonders an warmen Tagen sei viel auf der Anlage los. Zu Stoßzeiten trainieren im Schnitt fünf Leute gleichzeitig an den Geräten. An kälteren Tagen ist der Student hingegen allein. Für ihn ist die Sportanlage ein wichtiger Ersatz zum Fitnessstudio. „Man kann an den Stationen alle Muskelgruppen trainieren“, meint Thiers. Sein Training teil er sich in Zugübungen und Druckübungen ein. An der Klimmzugstange stärkt er Rücken und Bizeps, an der Schwebeplattform macht er die Druckübungen. „Da drück’ ich mich an zwei Stangen hoch und trainiere Brust, Schulter und Trizeps.“

Sportler motivieren sich gegenseitig

Auch Victoria Hebald (25) kommt häufig zum Brüser Berg. „Meistens am Nachmittag. Es ist ein guter Ausgleich in Coronazeiten. Ich sitze sehr viel am Schreibtisch und finde es wichtig, dass ich mich daneben auch bewege.“ Sonst macht die Studentin Kampfsport und trainiert im Fitnessstudio. Im Lockdown sei der Fitnessparcours eine gute Alternative, sagt sie. „Es ist schon ein Unterschied zum Heimtraining, auch weil die Menschen sich hier gegenseitig motivieren.“ Auf die Sicherheitsabstände werde dabei aber geachtet, betont Hebald. Am liebsten trainiert sie ihre Beine. Dafür nutzt die Studentin dann den parallel verlaufenden Gehweg. „Die Stationen sind eher für das Oberkörpertraining geeignet. Dort mache ich hauptsächlich Liegestützen und Klimmzüge.“ Um das Angebot zu erweitern bringen die Sportler eigene Trainingsutensilien mit. „Sportbänder, Gewichte und Springseile.“ Für Hebald ist der Parcours nicht nur eine Sportanlage, sondern auch ein Treffpunkt.

 Bei gutem Wetter viel los: Der Fitnessparcours an der Pascalstraße nahe des Verteidigungsministeriums auf dem Brüser Berg.
Bei gutem Wetter viel los: Der Fitnessparcours an der Pascalstraße nahe des Verteidigungsministeriums auf dem Brüser Berg. Foto: Niklas Schröder

Ähnlich handhaben es auch Elena Mäß (20), Sven Gajek (20) und Marlon Hejtmanek (21). Das Trio kennt sich aus Schulzeiten und trifft sich auf dem Brüser Berg. „Wir haben eine bestimmte Uhrzeit, zu der wir regelmäßig hierherkommen und je nach Wetter, ein bis zwei Stunden trainieren“, sagt Mäß. Sogar bei Schneefall seien die drei Sportler vor Ort gewesen. „Umso schöner ist es, dass die Sonne jetzt scheint“, findet Gajek, der zur Anlage joggt. Mäß kommt hingegen mit dem Fahrrad. „Es ist schon etwas anderes, an der frischen Luft zu trainieren und seine Freunde hier zu sehen“, sagt sie begeistert. Gajek will nun ganz auf das Fitnessstudio verzichten, sagt er. „Ich habe durch meinen Beruf gemerkt, dass man vom Eigengewichtstraining mehr profitiert.“ Der Sportler wünscht sich noch mehr solcher Fitnessparcours für Bonn. „Damit die Menschen zu den Anlagen nicht weit fahren müssen“, erklärt er.

Darauf angesprochen, sagt Andrea Schulte von der Stadt Bonn, dass weitere Fitnessparcours in Planung sind. Demnach soll eine Anlage im Grünzug Heiderhof entstehen. Auch im Kessenicher Reuterpark sollen bald „multifunktional nutzbare Bewegungsflächen sowie Flächen mit innovativen und generationsübergreifenden Spiel- und Sportgeräten“ entstehen. Vorgesehen sind hier im ersten Bauabschnitt unter anderen eine Fläche für Outdoor-Fitness, ein Kletterpark, eine Bouleanlage, eine überdachte Fläche für Yoga sowie ein Kinderspielplatz, schreibt die Stadt auf ihrer Homepage. Im Grünzug Nord sind neben der Erneuerung des Bolzplatzes, vier Fitnessgeräte geplant. Die Bauarbeiten sollen hier im April beginnen.

Angebot an Sportmöglichkeiten im Freien soll ausgeweitet werden

„Die Fitness-Parcours sind aber nicht die einzige Möglichkeit, Sport im öffentlichen Raum zu machen“, sagt Schulte. So werde, wenn es die Pandemie-Bedingungen zulassen, in diesem Jahr wieder „Sport im Park“ an vier Standorten in Bonn angeboten. Außerdem soll das Projekt „OpernRasen“ mit Sport- und Kulturangeboten auf der Wiese neben der Oper wieder stattfinden. „Hier steht auch eine Sportbox, an der man sich Sportgeräte ausleihen kann, um sich vor Ort sportlich zu betätigen“, sagt Schulte. Laut der Stadt sollen die Möglichkeiten, individuell Sport im öffentlichen Raum zu machen, nach und nach ausgeweitet werden. Hierzu plant die Verwaltung ein Internetangebot zur besseren Übersicht. „Grundsätzlich stehen auch die Fußballplätze und Laufbahnen auf den Sportanlagen, allen Bürgern außerhalb der Belegung durch Schulen und Vereine zur Verfügung“, sagt Schulte. Hinzu kommen Möglichkeiten zum Joggen, Fahrradfahren oder Skaten. Bei allem Sportsgeist verweist das städtische Presseamt nachdrücklich auf die Einhaltung der Corona-Schutzverordnungen, wie das Achten auf die Mindestabstände.