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Maintrailing-Hunde in Duisdorf: Spürnasen schnüffeln im Seniorenheim

Maintrailing-Hunde in Duisdorf : Spürnasen schnüffeln im Seniorenheim

Der Schäferhundmischling Luna hat gerade erst an einem Kleidungsstück geschnüffelt, da hat die 14 Monate alte Hündin schon die Fährte aufgenommen. Im Wilhelm-Lübke-Seniorenheim übten insgesamt 14 Hunde das sogenannte "Mantrailing" unter realen Bedingungen. Dabei verfolgten sie die Duftspur verschiedener Personen durch den gesamten Gebäudekomplex.

"So verwinkelt die Gänge auch sind, die Spur reißt nicht ab", sagte Gabi Rohde-Deppe, die als Hobby die Tiere und ihre Halter trainiert. Luna roch die gesuchte Person durch Türen hindurch, sogar im Aufzug nahm sie ihre Gerüche wahr. Dass sie erst seit zwei Monaten mit ihrem Frauchen Angela Manetto übt, merkten nur Kenner an ihrer Technik. Anstatt wie erfahrene Spürnasen die Fährte schnell und geradlinig zu verfolgen, suchte Luna zusätzlich viele Ecken und Sackgassen ab. Um sich zu vergewissern, auch richtig zu liegen, erklärte Rohde-Deppe.

Grundsätzlich könne jeder Hund jeden Alters Mantrailing lernen. "Der Geruchssinn funktioniert auch noch sehr gut, wenn die Tiere alt sind, zudem ist Köpfchen gefragt." Für die Vierbeiner sei es ein Suchspiel, das ohne allerdings Begleitperson nicht funktioniere. Beispielsweise muss sie Türen öffnen und die Weganweisungen des Hundes richtig deuten. Gerate das Tier abseits der Fährte, müsse man es manchmal zurückholen. Oder es mit Kommandos wie "weiter" antreiben. Bei Luna war das nötig, als sie das dunkle Treppenhaus hinabsteigen sollte. "So eine ungewohnte Umgebung beängstigt sie noch", sagte Manetto.

Für Ablenkung sorgten immer wieder die Senioren, die ihren ganz normalen Sonntagnachmittag verbrachten. Sie unterhielten sich auf den Gängen und aßen im Speisesaal, während die Hunde suchten. "Um die Tiere an diese Situationen zu gewöhnen, machen wir Trainings in großen Gebäuden mit vielen Menschen", erklärte Gabi Rohde-Deppe. Mehrmals die Woche treffen sich die Maintrailer, große Übungen seien selten möglich. Aber nur dabei könne die Mischung aus vielen verschiedenen Geräuschen, Bodenbeschaffenheiten und Gerüchen simuliert werden.

Luna ließ sich sogar nicht beirren, als ihr andere Hunde auf anderen Fährten entgegenkamen. "Die Tiere sind dabei hochkonzentriert, zehn Minuten Mantrailing kosten mehr Kraft als zwei Stunden Gassi gehen", so Rohde-Deppe. Luna war im zweiten Durchgang dementsprechend erschöpft und brauchte länger, das Ziel zu erreichen. Nach einer Viertelstunde schaffte sie es dennoch bis in den Aufenthaltsraum, in dem gleich drei Lockvögel saßen. Daran, die richtige Person aus dem Trio auszuwählen, scheiterte sie.