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Zahlen für Bonn und Hardtberg: Statistiken der Straftaten fallen in den Deliktsarten unterschiedlich aus

Zahlen für Bonn und Hardtberg : Statistiken der Straftaten fallen in den Deliktsarten unterschiedlich aus

Es ist ein gemischtes Bild, das die aktuelle Kriminalstatistik für 2019 in Bonn und Hardtberg zeichnet. Die Polizei verzeichnet für den Hardtberg 2123 Fälle, in Bonn hingegen geht die Zahl der Straftaten zurück.

Es ist ein gemischtes Bild, das die aktuelle Kriminalstatistik für Bonn und Hardtberg zeichnet. Während in der City die Fallzahlen seit 2015 kontinuierlich zurückgehen, sind sie in Hardtberg – zu dem die Polizei statistisch auch Röttgen und Ückesdorf zählt – gestiegen.

■ Gesamtkriminalität: 14 073 Straftaten verzeichnete die Polizei 2019 in Bonn. Das sind 713 weniger als im Jahr zuvor. Im Stadtbezirk Hardtberg sieht es anders aus: Mit 2123 Fällen gab es im vergangenen Jahr 234 mehr als noch 2018.

■ Rückgänge in Bonn: Vor allem was Vermögens- und Fälschungsdelikte angeht, zu denen unter anderem Betrug gehört, ist es in Bonn ruhiger geworden. In diesem Bereich gab es insgesamt 1731 Fälle, was einem Minus von 304 entspricht, berichtet Holger Klein, stellvertretender Leiter der Kriminal­inspektion 3. Auch in Sachen Diebstahl sah es im vergangenen Jahr wenn auch nicht gut, so doch besser aus als 2018. Insgesamt 6886 leichte und schwere Diebstähle gab es 2019, was einem Minus von 254 entspricht. So gab es unter anderem weniger Fahrraddiebstähle (2018: 1606, 2019: 1559) und weniger Einbrüche (2018: 329, 2019: 315).

■ Zunahmen in Bonn: Wo Licht ist, ist auch Schatten. So verzeichnete die Polizei mehr Geschäftseinbrüche (2018: 51, 2019: 95) und mehr Diebstähle von Mopeds und Motorrädern (2018: 94, 2019: 165). Außerdem ist im vergangenen Jahr in Bonn die Chance gestiegen, Opfer eines Überfalls zu werden. So gab es mit 179 Raubdelikten 36 mehr als 2018. Und auch die Zahl der Sexualdelikte ist gestiegen – von 125 in 2018 auf 194 im vergangenen Jahr.

■ Straßenraub in Bonn: Zwischen Februar und Juni 2019 kam es in der Innenstadt, aber auch in anderen Stadtteilen zu zahlreichen Überfällen. Diese, so die Polizei, liefen alle ähnlich ab. Das Vorgehen der Täter: Sie umzingelten vor allem Jugendliche, drohten ihnen und forderten sie auf, ihnen Geld, Handys oder Kopfhörer zu geben. Die Polizei konnte 27 Jugendliche ausfindig machen, die in wechselnder Besetzung unterwegs waren. Sie werden für insgesamt 13 Taten verantwortlich gemacht und stehen derzeit vor Gericht, so Klein.

■ Sexualdelikte in Bonn: Dass im Stadtbezirk Bonn die Zahl der Sexualdelike gestiegen ist, ist ein Negativtrend, der dem im gesamten Zuständigkeitsbereich der Bonner Polizei (Stadtgebiet Bonn, Königswinter, Bad Honnef und der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis) entspricht (2019: 485, 2018: 437). Außerdem protokollierte die Polizei mehr Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs, vor allem bei Kindern (2018: 14, 2019: 53). Unter anderem betrifft dies einen Bonner, der über das Internet sieben- bis 13-jährige Mädchen kontaktiert hat (der GA berichtete). Er schickte ihnen pornografisches Material und animierte sie dazu, sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen und ihm Bilder oder Videos davon zu schicken.

■ Einbrüche in Hardtberg: Insgesamt waren im Stadtbezirk Hardtberg 2019 mehr Einbrecher unterwegs. So verzeichnete die Polizei 87 Taten, 2018 waren es 75 gewesen. Was deutlich gesunken ist, ist die Aufklärungsquote: von 18,7 auf 1,2 Prozent. Dies liegt laut Polizei unter anderem daran, dass 2018 einige Tatserien geklärt werden konnten.

■ Diebstähle in Hardtberg: Die Zahl der Diebstahlsdelikte, zu denen auch die Einbrüche zählen, ist in Hardtberg 2019 insgesamt gestiegen, und zwar auf 691 Fälle, was einem Plus von 112 entspricht. So gab es mehr Diebstähle aus Autos (2018: 75, 2019: 93) und mehr Fahrraddiebstähle (2018: 92, 2019: 115).

■ Weitere Steigerungen in Hardtberg: Die Straßenkriminalität hat in Hardtberg im vergangenen Jahr zugenommen. So verzeichnete die Polizei 528 Fälle, 2018 waren es 430. Allerdings, so Klein, ist es der erste Anstieg in diesem Bereich seit 2009 gewesen. „Zuvor war die Straßenkriminalität kontinuierlich rückläufig“, betont der Inspektionsleiter. Zum Vergleich: 2009 gab es 1103 Fälle von Straßenkriminalität. Auch in Sachen Rohheitsdelikte gab es eine Steigerung – von 375 Fällen in 2018 auf 445 im vergangenen Jahr. Dazu zählen zum Beispiel gefährliche und schwere Körperverletzung (2018: 48, 2019: 52).