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Schulpartnerschaft: Delegation besuchte Ludwig-Richter-Grundschule: Tanz und Süßes aus Usbekistan

Schulpartnerschaft: Delegation besuchte Ludwig-Richter-Grundschule : Tanz und Süßes aus Usbekistan

Strahlend blauer Himmel und warme 15 Grad in Buchara, Temperaturen um den Gefrierpunkt und ein trüb-nasser Tag in Duisdorf: Doch das ist nicht der einzige Unterschied zwischen beiden Orten.

"In Buchara tragen die Kinder Schuluniform", weiß die zehnjährige Ronja aus dem Unterricht. Weiße Strumpfhose, schwarzes Röckchen und eine Spitzenbluse tragen Schulkinder in Usbekistan. Ist das cool? "Na klar", antwortet die Schülerin der Ludwig-Richter-Grundschule spontan.

"Ich würde gerne auch eine Uniform tragen. Dann würden wir alle gleich aussehen", sagt Ronja lachend, und ihre Freundin Jule ergänzt: "Dann würde man an der Kleidung auch keine Unterschiede mehr erkennen." Doch sie weiß noch mehr über die Stadt, die auch gerne als "Perle der Seidenstraße" bezeichnet wird. "In Buchara haben die Schulen keine Namen, sondern Nummern", erklärt die Neunjährige.

Schulleiterin Christa Hahn freut sich, dass ihre Schüler mittlerweile so viel über das ferne Land, die Menschen dort und ihr Leben gelernt haben. Seit einem Jahr besteht die Partnerschaft zwischen der Ludwig-Richter-Grundschule und der "Schule Nr. 1, Buchara, Usbekistan".

Jetzt besuchten die beiden Lehrerinnen Sabokhat Khaydarova und Dina Latipova gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft, Oksana Ten, die Duisdorfer Einrichtung. Mit dieser Patenschaft sollen die Kinder jeweils die Kultur und die Tradition des anderen Landes kennenlernen. Dieses Mal stand das Thema Umweltschutz im Mittelpunkt.

"Die beiden Kolleginnen waren so begeistert von dem Projekt Klimabotschafter der Bonner Bürgerstiftung, dass sie versuchen wollen, etwas Ähnliches in Usbekistan zu initiieren", so Christa Hahn. Wie wichtig das Thema Ressourcenschutz, Nachhaltigkeit und Energieeinsparung auch für die Kinder in Zentralasien ist, das zeigten die vielen Bilder, die Schüler aus Buchara für ihre neuen Freunde in Duisdorf gemalt hatten. Intakte Seen und Berglandschaften waren darauf ebenso zu sehen wie die Aufforderung, Wasser zu sparen und kein Öl in die Meere zu pumpen.

Videobotschaft im Gepäck

Im Gepäck hatten die Gäste aus der Stadt, die seit 1993 zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, auch eine Videobotschaft. Zwar werden sich die Schüler wohl niemals persönlich begegnen, aber "vielleicht werden einige über die neuen Medien Kontakte knüpfen", hofft die Schulleiterin der Ludwig-Richter-Grundschule. "Denn wir haben hier einige Schüler, die Russisch sprechen."

Zur Begrüßung der Delegation hatten die Duisdorfer Kinder sogar einen usbekischen Volkstanz einstudiert. Die Gäste revanchierten sich und servierten süße Spezialitäten aus ihrer Heimat.