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Seniorenheim in Bonn-Duisdorf : Umbau von Wilhelmine-Lübke-Haus rückt nur langsam näher

Seniorenheim in Bonn-Duisdorf : Umbau von Wilhelmine-Lübke-Haus rückt nur langsam näher

Schon lange plant die Stadt, das Wilhelmine-Lübke-Haus in Duisdorf umzubauen. Während der Arbeiten sollen die Bewohner des Seniorenheims in einen Neubau nach Ippendorf ziehen. Der muss jedoch erst noch gebaut werden.

Über den geplanten Umbau des Duisdorfer Wilhelmine-Lübke-Hauses wird schon lange geredet – schon 2012 wurde bekannt, dass die Stadt Bonn bis 2018 ihre drei Alten- und Pflegeheime modernisieren muss. Das ursprüngliche Vorhaben, die Bewohner während der Maßnahme im früheren Haus Dottendorf im Bonner Süden unterzubringen, kam überraschend nicht zustande, was die Angelegenheit verzögerte. Jetzt ist 2020 angebrochen, und immerhin gibt es inzwischen einen Fahrplan.

 Der greift eine Idee auf, die die Stadt bereits vor der Zwangsschließung des Hauses Dottendorf wegen schlechten Zustands und mysteriöser Todesfälle präferierte: Ein Neubau soll errichtet werden, in den die Bewohner des Wilhelmine-Lübke-Hauses während der Umbauphase einziehen sollen. Laut Bonner Presseamt sind dafür inzwischen Bauanträge eingereicht worden, und vielleicht kann es noch in diesem Jahr losgehen.

 Der Neubau soll auf dem Gelände des Hauses Elisabeth in Ippendorf entstehen, ebenfalls ein städtisches Seniorenheim. Dort können die Bewohner dann zwei Jahre lang zuschauen, wie das Gebäude entsteht. Dann sollen aber erst mal die Bewohner des Wilhelmine-Lübke-Hauses einziehen, während ihre bisherige Unterkunft modernisiert wird. Dafür veranschlagt die Stadt weitere zwei Jahre, am Ende können die Bewohner wieder zurückziehen. Dafür wechseln dann die des Hauses Elisabeth in den Neubau und können wiederum dessen Umbau beobachten.

 Bereits 1996 wurde das 1975 eröffnete Wilhelmine-Lübke-Haus modernisiert, seitdem schreibt aber das Wohn- und Teilhabegesetz zur Sicherung der Qualität von Wohn- und Betreuungsangeboten für Senioren (GEPA) viele neue Bestimmungen vor allem zur Barrierefreiheit vor, denen das Gebäude nicht genügt. Beispiele: In den Badezimmern wurden die Sitzbadewannen bemängelt, in die viele Senioren nicht mehr selbstständig einsteigen können, außerdem sind die Zimmer zu klein. Die Wohnungen sind nicht uneingeschränkt rollstuhlgeeignet, viele Senioren können deshalb ihre Balkons nicht nutzen, obwohl sie für die ja mitbezahlen.

 Die Modernisierung beinhaltet deshalb neben den entsprechenden Anpassungen in den Badezimmern und im Wohnbereich auch, dass die Balkonfläche in die Wohnung integriert wird, „um die dadurch gewonnenen Flächen zu Gunsten einer Verbesserung der barrierefreien oder rollstuhlgeeigneten Ausgestaltung der Sanitärbereiche zu nutzen“, so das Presseamt. Daneben soll ein Wohngruppenkonzept umgesetzt werden. Weiterhin wird die technische Gebäudeausstattung rundum erneuert und „eine zukunftsorientierte Medienversorgung ausgebaut“.

 Was das alles final kosten soll, könne man noch nicht sagen, heißt es vom Presseamt, weil sich die Maßnahmen an beiden Häusern über einen so großen Zeitraum erstrecken. 2012 schätzten die Experten die Kosten des Neubaus in Ippendorf auf rund sieben Millionen Euro und die Umbaukosten in Duisdorf auf 9,4 Millionen Euro.

 Und weil das alles noch so lange dauert, herrscht unter den Bewohnern des Wilhelmine-Lübke-Haus noch keine gesteigerte Unruhe. Die Mitarbeiter würden sich auf den Umzug und die Modernisierung freuen, sagte Leiter Marcus Klemm. Bei den Bewohnern sei der Umbau des Seniorenzentrums dagegen noch kein Thema.